Sie befinden sich in: Tipps & Service » Job & Karriere

 

Karriere im Ausland

Deutsche Arbeitskräfte in Kanada beliebt

Für viele Deutsche ist Kanada ein Traumland. Umgekehrt sind deutsche Arbeiter bei kanadischen Firmen gut angesehen. Das beweisen die Geschichten einiger Auswanderer.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Deutsche genießen einen guten Ruf bei kanadischen Firmen.

Viele lockt die Weite, die grandiose Landschaft und ihr Angebot an Outdoor-Aktivitäten. Andere mögen die "unperfekte Lebensweise" der Kanadier. Der gebürtige Deutsche Dietrich Klaue (68) hatte Karl May vor Augen, als er Anfang der 1960er Jahre den Sprung ins Unbekannte wagte. Außer Abenteuerlust trieb ihn die Hoffnung auf gut bezahlte Arbeit. Klaue vertritt die erste Welle deutscher Einwanderer in Kanada, die nach seinen Angaben in den 1980er Jahren langsam verebbte.

Wer heute kommt, hat seinen Job schon in der Tasche, ist meist hoch qualifiziert und will Auslandserfahrung sammeln. Nach einigen Jahren fällt es dann schwer, die Zelte wieder abzureißen. Viele kanadische Firmen reißen sich um deutsche Arbeitskräfte und werben sie sogar in der Heimat ab, sagt die Radio- und TV-Journalistin Bernadette Berry. Sie hatte einige Jahre lang das Programm "Germany Today" in Vancouver zusammengestellt.

Nach Auskunft des Konsulats leben etwa 250.000 Deutsche der ersten und zweiten Generation in der Provinz British Columbia (B.C.), Vancouver eingeschlossen. Darüber hinaus kommen jedes Jahr gut 300.000 Deutsche zum Urlaub oder auf Geschäftsreisen ins Land.

Anders als die ersten Deutschen in Kanada zieht die neue Generation den Westen wegen seiner Berge, des Klimas und des Lebensgefühls vor. Im Handumdrehen sind sie eingelebt und haben kanadische Freunde. Erst wenn sich Kinder einstellen, halten die jungen Eltern nach deutschen Spielgruppen Ausschau und gewinnen über die Kinder oft auch Kontakt zu anderen Deutschen.

In der St. Markus Kirche von Vancouver spielen montags bis zu 75 Kinder deutscher Herkunft miteinander. Die St. Markus Kirche ist die einzige noch verbliebene von vier deutschen Kirchen in den 60er und 70er Jahren. Damals zählte die Gemeinde noch gut 1600 Mitglieder, heute sind es nur noch 200, sagt Elke Porter (39), als Tochter von Klaue eine Deutschkanadierin der zweiten Generation.

Porter gibt die Internetzeitung GermanBC.ca und den "Swiss Herald" heraus. "Ich bin dazu da, die deutschsprachige Gemeinde hier aufzubauen", sagt sie. In ihren Online-Publikationen verrät sie, wo es die beste Schokolade und Arzneien aus Europa gibt. Sie stellt Unternehmen und neue Zuwanderer vor und informiert über das kulturelle Angebot im Großraum Vancouver.

Das deutsche Kino hat längst dichtgemacht, sagt sie. Aber im Alpen Club gibt es außer Spezialitäten wie Schnitzel und Spätzle auch Fußball-Spiele der Bundesliga zu sehen und wenigstens einmal die Woche deutsche Kultur. Im Alpen Club gab es bis vor kurzem fast nur "Grauköpfe", sagt Porter. Inzwischen wachse der Einfluss junger Leute um die Dreißig, die weniger Brauchtum und mehr Raum für einen Kindergarten und Deutschklassen für die Größeren wollten.

Natürlich fehlt auch der deutsche Metzger in Vancouver nicht. Die Bäckerei hat ein Japaner übernommen, der in Deutschland gearbeitet hatte. Auch das "Kaisereck" auf Granville Island ist statt in deutscher jetzt in arabischer Hand, sagt Porter, und das weiter außerhalb liegende "Katzenjammer Cafe" gehört einem Schotten. Einen Trost gibt es, sagt Porter. Für die Olympischen Winterspiele wird im Zentrum ein deutsches Bierzelt aufgebaut, in dem von daheim importierter Gerstensaft fließt.

(Gisela Ostwald, dpa, N24)

04.02.2010 12:53 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Tipps & Service » Job & Karriere