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Trotz Rückruf-Debakels

Toyota fährt zurück in Gewinnzone

Toyota hat die Wende geschafft. Trotz des Rückruf-Debakels rechnet der Autobauer mit schwarzen Zahlen im Geschäftsjahr. Auch der in die Schlagzeilen geratene "Prius" ist ein Kassenschlager.

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In Deutschland werden mehr als 200.000 Toyota zurückgerufen. Der Absatz brach derweil um 20 Prozent ein.
Video: Toyota Prius - Der Ökostar im Alltagstest

Trotz des beispiellosen Rückruf-Debakels wegen klemmender Gaspedale sieht sich der japanische Autoriese Toyota auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. Wie der weltgrößte Autobauer bekanntgab, dürfte zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres dank aggressiver Kostensenkungen und hoher Nachfrage nach Hybridautos unter dem Strich ein Gewinn von 80 Milliarden Yen (632 Mio Euro) anfallen statt zuvor erwarteter Verluste von 200 Milliarden Yen. Im Vorjahr hatte Toyota noch einen Fehlbetrag von 437 Milliarden Yen eingefahren.

Dennoch sieht Toyota auch mit der dritten Anhebung seiner Jahresprognose blass aus gegenüber Rivalen wie Honda. Zudem ist ungewiss, wie sich der Rückruf von Millionen Autos weiter auswirken wird. In der Prognose für das auslaufende Geschäftsjahr seien die geschätzten Kosten durch die Rückrufaktion wegen der Gaspedale berücksichtigt, sagte Toyota-Direktor Takahiko Ijichi. Noch nicht eingeplant sind allerdings mögliche Kosten in Folge der neuen Beschwerden über Probleme beim neuen Prius-Hybrid. Ob es auch hier zu einem Rückruf kommt, ließ das Unternehmen offen.

216.000 Autos in Deutschland betroffen

Toyota beziffert die finanziellen Auswirkungen des Debakels um die Gaspedale sowie um Fußmatten für das laufende Geschäftsjahr auf bis zu 180 Milliarden Yen. Darin enthalten sind 100 Milliarden Yen an Kosten zur Durchführung der Rückrufe. Hinzu kämen die Auswirkungen auf das operative Geschäft in Folge von Absatzrückgängen im Umfang von 70 bis 80 Milliarden Yen. Der globale Absatz werde vor allem mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika voraussichtlich um 100.000 Autos sinken, hieß es. Analysten warnen jedoch, dass sich das Debakel auch noch auf die nächsten Monate auswirken könnte. Man könne die Folgen für das kommende Geschäftsjahr nicht vorhersehen, sagte Ijichi.

In Deutschland sind 215.796 Autos von dem Rückruf betroffen. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle AYGO, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Insgesamt muss der Autokonzern in Europa bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge wegen der Gaspedal-Probleme in die Werkstätten zurückholen.

Stark dank Wachstumsmärkten

Im dritten Geschäftsquartal kehrte Toyota in die Gewinnzone zurück. Zum 31. Dezember fiel ein Nettogewinn von 153,2 Milliarden Yen an nach einem Verlust im Vorjahr von 164,7 Milliarden Yen. Der Umsatz erhöhte sich um 10,2 Prozent auf 5,3 Billionen Yen. Das Unternehmen profitierte dabei von einer steigenden Nachfrage in aufstrebenden Märkten wie Thailand und Indien. Und auch der Absatz von Hybrid-Modellen wie dem bisherigen Verkaufsschlager Prius fiel stark aus angesichts weltweiter staatlicher Förderprogramme.

Die Toyota-Gruppe, zu der auch der Kleinwagenbauer Daihatsu Motor und der Lastwagenhersteller Hino Motors gehören, rechnet jetzt mit einem globalen Absatz im auslaufenden Geschäftsjahr von 7,18 Millionen Fahrzeugen statt der bislang angepeilten 7,03 Millionen. In operativer Rechnung dürfte sich zudem der Verlust auf nur noch 20 Milliarden Yen verringern, nachdem man zuvor noch von einem Minus von 350 Milliarden Yen ausgegangen war. Der Umsatz werde sich auf 18,5 Billionen statt bisher geschätzter 18 Billionen Yen belaufen. Das wäre ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 9,9 Prozent.

(dpa, N24)

04.02.2010 16:09 Uhr

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