Wegen Kindesentführung

Zehn US-Bürger in Haiti angeklagt

In Haiti sind zehn Amerikaner wegen des Vorwurfs der Kindesentführung angeklagt worden. Sie sollen versucht haben, 33 haitianische Kinder ohne Behördenerlaubnis ins Ausland zu schaffen.

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Haitianische Waisen in einem Zentrum der Kindernothilfe in Port-au-Prince. Zehn US-Bürger stehen dort wegen versuchter Kindesentführung vor Gericht.
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In Haiti kommt es immer häufiger zu Plünderungen und Gewalt.
Die Polizei setzt in der Nähe des Präsidentenpalastes Tränengas gegen Plünderer ein.
Rund um den Präsidentenpalast haben verzweifelte Menschen ihre provisorischen Zelte aufgeschlagen.
Doch es gibt auch positive Meldungen: ...
Mehr als fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben ...
... ziehen Rettungskräfte weiter Überlebende aus den Trümmern.
Aber auch immer wieder Meldungen wie diese: Im Elendsviertel Cité Soleil beobachtet ein Reporter, ...
... wie ein Bewaffneter einem Motorradfahrer einen Sack Reis raubt.
Im Stadtteil Delmas sammelt sich eine Menschenmenge um die Leichen von zwei mutmaßlichen Plünderern, ...
... die von aufgebrachten Einwohner erschlagen worden waren.
Ein Polizist sagt, es gebe die Anordnung, nur im Notfall auf Menschen zu schießen.
Trotz der desolaten Situation gelingt es Rettungskräften immer wieder, ...
... aus den Trümmern Überlebende zu bergen.
Das mutet wie ein Wunder an, wenn man die Luftbilder ...
... der zerstörten Stadt sieht.
Port-au-Prince vermittelt das Bild einer Stadt, ...
... die einem Flächenbombardement zum Opfer gefallen ist.
Die Rasenfläche des Stadions dient inzwischen als Heimat der hunderttausend Obdachlosen.
Nach Angaben der Vereinten Nationen ...
... haben mehr als 1700 Rettungskräfte bislang über 70 Menschen lebend aus den Trümmern gerettet.
Verschüttete könnten unter optimalen Bedingungen ...
... bestenfalls sechs Tage überleben, erklärte eine UN-Sprecherin.
Der Leiter der UN-Friedensmissionen, Alain Le Roy, kündigte an, er werde im Sicherheitsrat beantragen, die Mission mit derzeit 7000 Soldaten ...
... und 2100 internationalen Polizisten vorübergehend aufzustocken.
So habe die benachbarte Dominikanische Republik die Entsendung von 700 Soldaten angeboten.
Am Rande des Chaos müssen die Kinder am meisten unter den Folgen des Erdbebens leiden.
Sie sind es aber auch, die versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Einige lassen Drachen aus Einkaufstüten steigen, ...
... andere baden im Springbrunnen im Park in der Nähe des Präsidenten-Palastes.
Die Erwachsenen versuchen, wenn sie nach stundenlangem Warten etwas Wasser ergattert haben, ...
... sich so alltäglichen Dingen wie der Körper-Hygiene zu widmen.
Noch immer müssen viele Verletzte mit der notdürftigen ...
... medizinischen Versorgung zurecht kommen.
Wer zum Arzt muss, kann nicht auf einen Krankenwagen hoffen, sondern muss sich selbst helfen, wie hier mit einer Schubkarre.
Die international bereitgestellten Hilfsgüter sind heiß begehrt und ...
... wer sie bekommt, darf sich glücklich schätzen. Doch wie lange er sie behält, ...
... entscheidet der aufgebrachte Mob.
Für viele Bewohner von Port-au-Prince kann nur noch einer helfen: Gott.
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Einen Monat nach dem schweren Erdbeben am 13. Januar 2010, das in Haiti ein Bild der Verwüstung hinterließ, schreitet der Wiederaufbau schleppend und mühselig voran.
Die Trümmerberge dominieren den Anblick der zerstörten Erdbebenregion, wie hier in der besonders schwer betroffenen Hauptstadt Port-au-Prince.
Lange Schlangen bilden sich inmitten der Schuttmassen vor den Essensausgaben der Hilfskräfte.
UN-Soldaten überwachen die Essensverteilung, um die Menschen daran zu hindern, die Vorräte zu plündern. Auch an ...
... den Trinkwasseranlagen der Hilfsorganisationen stehen die Menschen Schlange, um sich das dringend benötigte frische Wasser abzufüllen.
In behelfsmäßigen Krankenstationen werden die Verletzten behandelt. Auch die Betroffenen werden in Nothilfe und Katastrophenbewältigung eingebunden, um die Rückkehr zur Normalität in ...
... Gang zu bringen. In provisorischen Schulen startet der Unterricht für die Kinder, die ...
... versuchen, wieder ein alltägliches Leben zu beginnen. Ein Rückblick: ...
... 17.01.2010: Die Menschen durchsuchen die Trümmer nach Überlebenden und geben die Hoffnung nicht auf.
Die Verteilung der dringend benötigten Hilfsgüter kommt nur langsam in Gang. Vor allem Wasser und Nahrungsmittel für die Bevölkerung werden dringend benötigt.
16.01.2010: Inmitten all der Hoffnungslosigkeit, des Elends und der Zerstörung, geschehen auf Haiti auch immer wieder kleine Wunder. Internationale Suchtrupps haben diese Frau ...
... lebend aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen, unter dem sie seit 82 Stunden begraben lag.
Die allgemeine Versorgungslage auf Haiti ist weiterhin katastrophal. Es fehlt an medizinischem Gerät und Medikamenten. Die Verletzten können nur notdürftig behandelt werden.
Die internationalen Hilfsorganisationen arbeiten Tag und Nacht unter Hochdruck.
15.01.2010: Die Bergung der tausenden Toten kommt nur schleppend voran. Mit der Zeit steigt die Gefahr, dass sich Seuchen ausbreiten.
Die obdachlosen, verletzten und traumatisierten Überlebenden können die Katastrophe kaum begreifen. Es fehlt vor allem an Nahrungsmitteln und Wasser. Der Unmut nimmt zu.
"Sie werden langsam wütender und ungeduldiger", sagt der Sprecher der UN-Friedensmission, David Wimhurst.
Es drohen nach Angaben von Experten allerdings weitere Nachbeben. 14.01.2010: Dies und die schweren Verwüstungen des Erdbebengebiets erschweren ...
... die Bemühungen der Hilfsorganisationen. Große Transportmaschinen können nicht auf dem ...
... Flughafen der Hauptstadt Port-au-Prince landen. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 wurde der Tower beschädigt. Die ersten Rettungskräfte kommen nur auf Umwegen in die zerstörte Gegend. Leid und Elend beherrschen das Bild.
Etwa drei der neun Millionen Einwohner befänden sich in Not, heißt es. Das Ausmaß der Katastrophe wäre noch nicht abzusehen.
Die Regierung von Haiti befürchtet bis zu 100.000 Todesopfer. In der fast vollkommen zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince werden noch ...
... immer verletzte Menschen unter den Trümmern vermutet. In Santo Domingo im Nachbarland Dominikanische Republik treffen Helfer und Reporter ein, um von dort in das Krisengebiet zu gelangen.
Auch eine Staffel mit Suchhunden aus Spanien und ein Team der Deutschen Welthungerhilfe sind auf dem Weg zu den Opfern des Bebens, um zu helfen.
Es herrschen chaotische Zustände. Die einen plündern, andere versuchen, Verschüttete mit ...
... bloßen Händen aus den Trümmern zu befreien.
Die medizinische Versorgung in Haiti ist zusammengebrochen, Krankenhäuser wurden zerstört und die in der Umgebung sind überlastet. Vor Ort werden provisorische Krankenstationen eingerichtet. Zahlreiche Länder schicken ...
... Hilfslieferungen nach Haiti. Über das UN-Welternährungsprogramm sollen in einem ersten Schritt 90 Tonnen Fertignahrung in die betroffene Gegend gesendet werden.
In der Millionen-Stadt Port-au-Prince beschädigte das Erdbeben auch den Präsidentenpalast und die Kathedrale schwer. Der Botschafter Haitis, Jean Robert Saget, sagte, die haitianischen Behörden suchten das Gespräch mit den Dominikanern, da ...
... Spannungen zwischen Haiti, dem ärmsten Land Amerikas, und der Dominikanischen Republik bestünden. Arme Haitianer arbeiten oder flüchten in das besser gestellte Land.
Der Tag des Bebens: Für vielen Haitianern sind die Minuten des Erdbebens allgegenwärtig. Am 13. Januar 2010, gegen 17 Uhr Ortszeit, verwüstete es den Inselstaat, vor allem aber die Hauptstadt Port-au-Prince. Es ist ...
... das schwerste Erdbeben in Haiti seit 1770. Wo man hinsieht: Zerstörung. Häuser stürzten ein, ...
... Mauern fielen um. Teile des Präsidentenpalastes, Hotels und Krankenhäuser brachen teilweise zusammen.
An jenem Mittwoch lagen Leichen auf der Straße, Schwerverletzte riefen nach Hilfe.
Verstörte Menschen kletterten suchend über die Trümmer oder liefen ziellos durch die Straßen.
Vor allem trifft es die armen Menschen auf Haiti. Die einstürzenden Betondecken ihrer Häuser hielten dem Beben nicht stand. Viele wurden darunter begraben. Erschreckendes ...
... wurde auch aus den Slums an den Berghängen von Port-au-Prince berichtet. Dort waren die Hänge teilweise abgerutscht.
Die Luft war auch noch Stunden nach dem Beben voll Staub von den eingestürzten Gebäuden, ...
... um deren Zustand sich seit Jahren kaum jemand gekümmert hat. Deshalb stürzten bei dem Beben viele von ihnen ein wie Kartenhäuser.
Viele Organisationen und Staaten kümmern sich seit der Katastrophe um eine umfassende Hilfe für den Karibikstaat. Die deutsche Regierung hat bereits mehr als eine Million Euro zur Verfügung gestellt.
Video: Kinder in Haiti - Zahl der Entführungen steigt
Video: Haiti nach dem Beben - Tausende Kinder sind obdachlos
Video: In Haiti bricht Chaos aus - Grausame Geschehnisse in Port-au-Prince

Gegen die zehn in Haiti inhaftierten US-Bürger ist Anklage wegen Kindesentführung erhoben worden. Sie seien wegen der Entführung Minderjähriger und der Bildung einer kriminellen Gruppe angeklagt, teilte ihr Anwalt Edwin Coq in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince mit. Bei den Verdächtigen handelt es sich um eine Gruppe von US-Baptisten, die 33 haitianische Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und 14 Jahren ohne Genehmigung außer Landes bringen wollten. Sie wurden vor knapp einer Woche an der Grenze zur Dominikanischen Republik festgenommen.

Die US-Organisation New Life Children's Refuge betonte die guten Absichten ihrer Mitglieder. Die Kinder seien nach dem Erdbeben vor rund drei Wochen Waisen geworden oder auf sich gestellt gewesen. Inzwischen stellte sich allerdings heraus, dass viele der Kinder noch Eltern oder Angehörige haben. US-Außenministerin Hillary Clinton hat in dem Zusammenhang von einer "unglücklichen" Angelegenheit gesprochen. Vor der Anklageerhebung sagte sie in Washington, ungeachtet der Beweggründe der US-Bürger sei es bedauerlich, dass die Gruppe in diese Sache verwickelt sei. Die US-Regierung rede mit den haitianischen Behörden darüber, welche Maßnahmen angemessen seien.

Das Kinderhilfswerk UNICEF steht in Haiti vor seiner bislang größten Herausforderung in Sachen Kinderschutz. Grund seien die vielen Kinder, die durch das Erdbeben zu Waisen wurden oder den Kontakt zu ihren Eltern verloren hätten, sagte die Vize-Generaldirektorin Hilde Johnson in Genf. "Das Risiko von Kinderhandel, dem Verkauf von Kindern als Sklaven oder illegaler Adoption ist erheblich", warnte sie. Fast 40 Prozent aller Haitianer seien unter 14 Jahre alt, und schon vor dem Erdbeben hätten 300.000 Kinder in Waisenhäusern gelebt, von denen 50.000 keine Eltern mehr gehabt hätten. Durch das Beben sei die Zahl der unbeaufsichtigten oder von ihren Eltern getrennten Kinder erheblich gestiegen, sagte Johnson, ohne genaue Zahlen nennen zu können.

(AFP, N24)

04.02.2010 22:03 Uhr

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