Fußball: 1. Bundesliga

Bremer Zittersieg zum Jubiläum

Ein Zittersieg zum Jubiläum: Werder hat seine Negativserie in der Bundesliga gestoppt. Dank Pizarro haben die Bremer gegen Hertha BSC den ersten Heimsieg seit dem 17. Oktober 2009 erzielt.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Marko Marin (l.) erlöst das Weserstadion mit seinem 1:0. Da freut sich auch Kollege Mesut Özil.
Klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
Ein später Triumph für Werder Bremen: Nach einer verkorksten Saison wurden die Nordlichter am Ende doch noch vom Erfolg geküsst - und durften wie hier Mesut Özil und Sebastian Boenisch selbst den DFB-Pokal küssen.
Und das war vollkommen verdient: Werder Bremen, mit einem starken Diego bei seiner Abschiedsvorstellung, ...
... war über die gesamte Spielzeit die klar bessere Mannschaft.
Was Bayer Leverkusen bot, war in der Tat keinen Titel wert. Ins Spiel der Werkself schlich sich Nervosität ein, die Pässe kamen nicht an.
Vielleicht lag die Schwäche ja auch um den Trubel um ...
... Trainer Bruno Labbadia. Der junge Coach hatte im Vorfeld des Spiels in einem Interview offenbart, wie tief die Gräben zwischen ihm und der Vereinsführung sind.
Optimale Ausgangssituation für den besonnenen Werder-Trainer Thomas Schaaf. Nach der 1:0-Führung durch Mesut Özil in der 58. Minute häufte sich der Blick auf die Uhr.
Für Mesut Özil war das Tor indessen ein Besonderes. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Bremer, die durch Diegos Weggang entstandene Lücke zu schließen. Ist das die Zukunft des Werder-Spiels?
Als das Spiel dann zu Ende war, gab es ...
... dann kein Halten mehr. Der zurückhaltende Thomas Schaaf lernte unfreiwillig das Fliegen. Es wird ihn kaum gestört haben, darf er ...
... den Werder-Verantwortlichen in dieser Saison schließlich doch noch eine Trophäe in die Vitrine stellen.
Und auch für die Zukunft des Vereins war der Erfolg entscheidend: Durch den Sieg im DFB-Pokal nimmt Werder nächstes Jahr an der Europa League, dem Nachfolger des UEFA-Pokals teil - ein Millionengeschäft. Wir freuen uns schon!
Am Ende bleibt von Werder Bremen nur ein Häufchen Elend. Die Nordlichter verlieren das UEFA-Pokal-Finale am Ende mit 1:2. Ein Moment zum Vergessen für Naldo & Co. Doch wie kam's? Der Rückblick:
Kurz vor Spielbeginn, das Istanbuler Sükrü-Saracoglu-Stadion bebt. 52.000 Zuschauer, ausverkauft, versteht sich. Tausende Bremer Fans sind mitgereist, um ihrem Team lautstarke Schützenhilfe zu leisten.
Schließlich geht es dieser Tage um einen versöhnlichen Saisonabschluss. In der Bundesliga unter ferner liefen hatten die Werderaner schließlich die Chance auf zwei Pokale. Neben dem UEFA-Pokal an diesem Abend kämpft Bremen noch um den DFB-Pokal.
Auch aus der Ukraine waren unzählige Anhänger mitgereist und tauchen die Ränge in signalorange, die Farbe von Schachtjor Donezk.
Diese beiden haben sich freilich keinen orangefarbenen Schal umgehängt. Hugo Almeida und Noch-Werder-Star Diego schauen von der Tribüne zu, der Brasilianer ist gelbgesperrt.
In der ersten Halbzeit geht es munter zur Sache, selten unfair, wie hier im Bild bei einem Foul von Willian an Clemens Fritz.
Doch zunächst bleibt die Partei torlos. Bis zur 25. Minuten: Mit einem technisch brillianten Heber überwindet Donezk-Stürmer Luiz Adriano Werders Tim Wiese.
Der Schütze kann sein Glück kaum fassen. Donezk schlägt zu und ...
... Werder guckt in die Röhre.
Vorerst. Denn nur zehn Minuten später packt Abwehrmann Naldo den Hammer aus. Aus 25 Metern zimmert er einen Freistoß auf das Tor der Gegner.
Torhüter Pjatow nimmt's zu leicht und versucht den Ball zu fangen. Schön blöd, denn mit seinem überheblichen Abwehrversuch lenkt er die Pille in die eigenen Maschen. Der Ausgleich!
Alles wieder im Lot für Werder also. Der Brasilianer Naldo lässt sich von seinen Mannschaftskollegen feiern. Zu Recht! Mit dem 1:1 gehen die Jungs von Thomas Schaaf in die Kabine. Alles noch drin für Halbzeit 2.
Die zweite Halbzeit verläuft über weite Strecken unansehnlich. Zerfahrene Partie, nervöse Aktionen hüben wie drüben.
Immer wieder kleine Nickeligkeiten, obwohl die Partie weiter fair bleibt. Auch die Schiris lassen sich keine Fehlentscheidungen zu Schulden kommen.
Die Fans lassen sich die Pokalstimmung nicht vermiesen, das Spiel lebt alleine von der Spannung, kaum gute Aktionen.
Und dann war Schluss - vorerst. Schiedsrichter Cantalejo pfeift ab, es geht in die Verlängerung. Zwei Mal 15 Minuten Spannung oben drauf.
Schachtjor-Coach Lucescu nimmt noch mal seine Jungs ins Gebet. Jetzt zählt's!
Und prompt jubeln die Ukrainer. Jadson ist es, der in der 97 Minute zum 2:1 einschiebt. Ausgerechnet ...
... Werders Pokal- und Maulheld Tim Wiese muss sich Kritik gefallen lassen. Der Ball von Jadson war nämlich durchaus haltbar.
Am Ende gehen die Bremer um Torsten Frings mit leeren Händen nach Hause. Über 120 Minuten waren die Nordlichter das schlechtere Team. So bitter das ist für deutsche Fußballfreunde: Der Pokal geht verdient nach Donezk.
Es ist vollbracht: Zwölf Jahre nach Schalke 04 steht wieder ein deutsches Team im UEFA-Cup-Finale: Werder Bremen. Pizarro und Co. setzten sich im deutsch-deutschen Halbfinale gegen den Hamburger SV durch. Allerdings ...
... hatte der HSV das Hinspiel in Bremen mit 1:0 gewonnen. Zu Hause hatten es die "Rothosen" damit selbst in der Hand, nach dem Gewinn des Landesmeister-Pokals 1983 wieder in ein Finale einzuziehen.
Das Nordderby, mittlerweile das dritte innerhalb von gut drei Wochen - und noch nicht das Letzte, bot somit bereits vor dem Anpfiff alles für einen heißen Pokalfight: ...
... Siegestrunkene HSV-Fans, ...
... sich einschwörende Mannschaften, ...
... und bis in die Haarspitzen motivierte Manager und Trainer ...
... auf beiden Seiten. Und los ging's: Der HSV startete furios, hatte die ersten Möglichkeiten und zu Beginn auch mehr vom Spiel. Fast folgerichtig ...
... fiel in der 12. Minute auch das 1:0 für den HSV. Stürmer Olic überlupfte ...
den Bremer Keeper Wiese und ...
... markierte seinen insgesamt achten Treffer dieser UEFA-Cup-Saison.
Der Jubel des HSV, der gegen Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale gescheitert war und sich revanchieren wollte, fiel entsprechend enthusiastisch aus. Doch ...
... bereits in der 29. Minute brachte sich Werder Bremen zurück ins Spiel. Den Treffer, auf ähnliche Weise wie Olic's Führungstor erzielt, markierte ...
... Bremens Mittelfeldstar Diego.
Nach seinem Tor malträtierte Diego mit einem Freudensprung die Eckfahne in der Hamburger HSH Nordbank Arena.
Für Diego, der in der kommenden Saison wohl bei Juventus Turin spielen wird - so zumindest hartnäckige Gerüchte, war es bereits das sechste UEFA-Cup-Tor in dieser Saison. Hitzkopf Diego bekam aber ...
... kurz darauf nach einem "kleinen" Gerangel mit HSV-Spieler Silva seine dritte Gebe Karte. Für das Finale ist er damit gesperrt. Noch war aber der HSV am Drücker - zur Halbzeit hatten die Hamburger in der Addition der beiden Partien die Nase vorn.
Die HSV- Fans waren's zufrieden, der UEFA-Pokal bereits in ...
... ihren Händen - gefühlt zumindest. Aber dann drehte das Spiel: Werders peruanischer Stürmer ...
... Pizarro sorgte in der 66. Minute für die Bremer Führung. Danach ...
... erhöhte Baumann in der 83. Minute sogar auf 3:1, ehe ...
... Olic den HSV in der 87. Minute noch einmal heranbrachte. Ein weiteres Tor und der HSV hätte im Finale am 20. Mai in Istanbul gegen Schachtjor Donezk gestanden. Aber ...
... es sollte nicht sein. Der HSV, vor gut drei Wochen noch mit Meisterschafts-, DFB-Pokal- und UEFA-Pokal-Ambitionen, ist jetzt nur noch im Meisterschaftsrennen. Allerdings liegt das Team von Coach Jol bereits fünf Punkte hinter ...
... Spitzenreiter Wolfsburg. Entsprechend lang sind die Gesichter beim HSV. Angreifer Petric ist einfach nur enttäuscht. Dagegen ...
... kann Werder Bremen eine verkorkste Meisterschaftssaison noch mit zwei Titeln krönen - im DFB-Pokal und im UEFA-Cup.

Mitten in den Feierlichkeiten zum 111-jährigen Vereinsbestehen hat Werder Bremen seine Niederlagenserie stoppen können. Dank des achten Saisontreffers von Claudio Pizarro in der 81. Minute gelang dem deutschen Pokalsieger gegen das Tabellenschlusslicht Hertha BSC Berlin ein knappes 2:1 (0:0) und damit der erste Sieg nach zuvor fünf Niederlagen in Serie. Angesichts der prekären Tabellensituation war dieses Resultat für die Gäste ein weiterer schwerer Rückschlag.

In der 66. Minute hatte zuvor Nationalspieler Marko Marin seine gute Vorstellung mit dem Führungstor für die Norddeutschen gekrönt. Doch nur 120 Sekunden später konnte Theofanis Gekas einen Fangfehler von Werder-Torwart Tim Wiese nutzen und aus kurzer Distanz ausgleichen.

Vor 35.600 Zuschauern im Weserstadion hielt in erster Linie Torhüter Jaroslav Drobny seine Mannschaft lange Zeit im Spiel. Der tschechische Keeper, dessen Einsatz wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel lange auf der Kippe gestanden hatte, erwies sich insbesondere vor dem Seitenwechsel als sicherer Rückhalt.

Weder Mesut Özil in der sechsten noch Aaron Hunt in der 20. Minute brachten den Ball aus kurzer Distanz am Berliner Keeper vorbei, in der 34. Minute scheiterte Pizarro. In der 20. Minute allerdings half ihm bei einem Kopfball des Südamerkaners das Glück des Tüchtigen, der Ball klatschte an den rechten Pfosten. In der zweiten Halbzeit dauerte es nur vier Minuten, bis Drobny erneut im Blickpunkt stand. Diesmal rettete er binnen Sekundenbruchteilen erst gegen Pizarro, dann gegen Hunt.

Nach der Niederlagen-Serie waren die Platzherren bemüht, schnell die Kontrolle auf dem Platz zu gewinnen. Dies gelang zwar weitgehend, doch wirkliche Torgefahr konnte der deutsche Pokalsieger zunächst nicht entwickeln. Die Offensivaktionen waren zu durchsichtig angelegt und stellten die Berliner Abwehrspieler vor keine großen Probleme.

Auch eine taktische Umstellung von Trainer Thomas Schaaf, der am Freitag mit der Ehrenmitgliedschaft bei den Hanseaten ausgezeichnet worden war, brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Zusätzlich zu Kapitän Torsten Frings sicherte Peter Niemeyer nach hinten ab.

Der Tabellenletzte konnte die Partie nur eine Viertelstunde lang offen gestalten. Danach zogen sich die Spieler von Trainer Friedhelm Funkel mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück.

Beim Bundesliga-Sechsten, der bereits am Dienstag im DFB-Pokal gegen 1899 Hoffenheim sein nächstes Heimspiel bestreiten muss, verdienten sich die Torschützen Marin und Pizarro die Bestnoten. Neben Schlussmann Drobny zeigte beim Tabellenletzten Mannschaftskapitän Arne Friedrich eine überzeugende Leistung.

(Andreas Frank, sid, N24)

05.02.2010 22:26 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Sport