Alles nur Schauspiel?
Ahmadinedschad verschärft Atomprogramm
Irans Staatspräsident Ahmadinedschad will mit der Produktion hoch angereicherten Urans beginnen. Laut Bundesverteidigungsminister Guttenberg hat der Iran damit die "ausgestreckte Hand weggeschlagen".
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Ankündigung des Iran zur Anreicherung von Uran im eigenen Land scharf kritisiert. Guttenberg sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wie schon in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die ausgestreckte Hand der internationalen Gemeinschaft "nicht nur nicht ergriffen, sondern weggeschlagen wird". Angesichts des Auftritts des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki auf der Sicherheitskonferenz sprach Guttenberg von einem Schauspiel.
Mottaki hatte am Freitag und Samstag in München beteuert, ein Ende des Atomstreits mit der internationalen Gemeinschaft sei in greifbarer Nähe. Sein Land sei bereit, Uran für einen Forschungsreaktor bei Teheran im Ausland anreichern zu lassen, wie es die Internationale Atomenergiebehörde in Wien vorgeschlagen hatte. Die USA und die Bundesregierung, die zu den sechs Verhandlungspartnern im Atomstreit gehören, hatten sich nicht überzeugt gefühlt und dringen weiter auf UN-Sanktionen. Daraufhin kündigte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Sonntag die Anreicherung von Uran im eigenen Land an. Guttenberg bekräftigte, im UN-Sicherheitsrat sollten nun "entsprechende Schritte" eingeleitet werden.
"So Gott will"
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Atombehörde seines Landes angewiesen, mit der Produktion hoch angereicherten Urans zu beginnen. In einer Sendung des iranischen Fernsehens sagte er: "So Gott will wird die 20-Prozent-Anreicherung beginnen", um Irans Bedarf zu decken. Bei einem Treffen mit dem Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, sagte er weiter: "Herr Salehi, beginnen Sie die Produktion von 20 Prozent" angereichertem Uran.
Unklar war, ob Ahmadinedschad damit auf die internationale Kritik am iranischen Atomprogramm auf der Münchner Sicherheitskonferenz reagierte. Dort hatte der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki ein vages Entgegenkommen signalisiert. Sein Auftritt wurde auf der Münchner Sicherheitskonferenz als enttäuschend bewertet. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte: "Nun ist der Sicherheitsrat am Zug." Sein US-Kollege Robert Gates forderte einen neuen Kurs gegenüber Iran.
(APD, N24)
07.02.2010 16:15 Uhr









