Verdi macht Druck

Warnstreiks in acht Bundesländern

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter: In insgesamt acht Bundesländern ist mit Ausfällen im Nahverkehr, Beeinträchtigungen in Kindertagesstätten und auf Ämtern zu rechnen.

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Vor allem in großen Städten sollten der Nahverkehr und die kommunalen Kindertagesstätten vom Streik betroffen sein.

Pendler hatten in Mainz Probleme, zur Arbeit zu kommen: Mit Beginn der Frühschicht haben die Bus- und Bahnfahrer in der Landeshauptstadt ihre Arbeit niedergelegt. Bis etwa 12.30 Uhr sollte der komplette Nahverkehr mit den 117 Bus- sowie 29 Straßenbahnlinien zum Erliegen kommen, teilte Sprecher Jürgen Dehnert von der Gewerkschaft Verdi mit. Etwa 90.000 Fahrgäste sollten vom Warnstreik betroffen sein. Verdi hatte die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Rheinland-Pfalz und weiteren acht Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen, um in den laufenden Tarifverhandlungen Druck auf die Arbeitgeber zu machen.

Vor allem große Städte betroffen

Vor allem in großen Städten sollten der Nahverkehr und die kommunalen Kindertagesstätten stark betroffen sein. Allein in Ludwigshafen sollten 29 von insgesamt 35 Einrichtungen geschlossen bleiben. In Mainz blieben die Türen bei elf Kitas zu. Die Kommunen richteten Notdienste für Eltern ein, die ihre Kinder dringend unterbringen müssen. Neben Beschäftigten in Kindertagesstätten und im öffentlichen Nahverkehr traten laut Verdi unter anderem auch Mitarbeiter der Müllabfuhr, Krankenhäuser, Stadtwerke, Stadtreinigungen sowie Mitarbeiter der allgemeinen Verwaltungen in den Ausstand. Landesweit sollten sich etwa 3000 Arbeitnehmer am Warnstreik beteiligen.

Hannover besonders betroffen

In Niedersachsen ist vor allem Hannover betroffen. Zum Auftakt am frühen Morgen gehörten die Beschäftigten der Üstra-Verkehrsbetriebe zu den ersten, die ihre Arbeit mit Beginn der Frühschicht niederlegten, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Busse, U- und Straßenbahnen blieben in ihren Depots. Rund 1000 Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in der niedersächsischen Landeshauptstadt wollten sich im Laufe des Tages an den Aktionen beteiligen, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Nahverkehr, Kindergärten und Krankenhäuser

Zahlreiche Pendler dürften wegen der Warnstreiks Schwierigkeiten haben, zur Arbeit zu kommen. Auch in Kindergärten, Krankenhäusern und in der öffentlichen Verwaltung wollten die Beschäftigten am Montag nicht arbeiten. In mehreren Kliniken in und um Hannover mussten geplante Operationen wegen der Warnstreiks verschoben werden. Mit Beginn der Frühschicht gegen sechs Uhr wollten zahlreiche Mitarbeiter in den Ausstand treten. Die Streikbereitschaft sei sehr groß, betonte eine Verdi- Sprecherin. Die Versorgung von Patienten im Notfall solle aber gewährleistet sein.

Auch Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg betroffen

Wie in Hannover sollen auch in Braunschweig, Göttingen und Wolfsburg Busse und Bahnen den ganzen Tag in ihren Depots bleiben. In Hildesheim sind ebenfalls Einschränkungen zu erwarten. Mehr als 10.000 Teilnehmer haben sich nach Gewerkschaftsangaben zu der zentralen Großkundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske in Hannover angekündigt. Mit Trillerpfeifen und Plakaten wollen die Beschäftigten durch die Stadt ziehen.

Die Gewerkschaften fordern insgesamt fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber halten das für zu viel. In der vergangenen Woche waren die Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt worden - an diesem Mittwoch (10. Februar) sollen sie in die nächste Runde gehen.

Streiks in acht Bundesländern

Zwei Tage vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ist Niedersachsen damit ein Schwerpunkt der bundesweiten Warnstreikaktionen im öffentlichen Dienst. Auch in Bremen, Brandenburg, Berlin, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen soll es Warnstreiks geben.

Verdi - Streikinformationen

(apn, dpa, N24)

08.02.2010 06:58 Uhr

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