Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft

 

Erneuter SAP-Chefwechsel

Apotheker geht - Doppelspitze kommt

Der Chef des Software-Riesen SAP, Léo Apotheker, nimmt seinen Hut. An seine Stelle tritt eine Doppelspitze aus den bisherigen Vorständen Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Léo Apotheker hatte erst seit Mai 2009 das Szepter alleine in der Hand.
Video: Jahresergebnis SAP - Im Gespräch: Léo Apotheker, Vorstand
Video: Jahresprognose angehoben - SAP-Sparprogramm zeigt Wirkung

Europas größter Softwarehersteller SAP kommt nicht zur Ruhe. Nach mehrfachen Vorstandswechseln in kurzer Folge wird die Chefetage abermals radikal umgebaut: Statt des Vorstandssprechers Léo Apotheker, der überraschend das Handtuch warf, wird nun wieder eine Doppelspitze installiert. Wie SAP in einer knappen Pflichtmitteilung bekanntgab, werden die Vorstände für Vertrieb und Produktentwicklung, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe künftig gleichberechtigte Vorstandschefs. 

"Die Neuaufstellung der Unternehmensspitze soll die Produktinnovationen näher mit den Kundenanforderungen zusammenbringen", sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner. In der Mitteilung heißt es, der Aufsichtsrat habe sich mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Daraufhin habe Apotheker sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

SAP nach Erfolgsjahren in der Krise

Der Vertriebsexperte Apotheker stand erst seit April 2008 an der SAP-Spitze - zunächst gleichberechtigt neben dem Physiker Henning Kagermann und seit Mai 2009 allein. Die beiden neuen SAP-Chefs gehören dem Vorstand seit Juli 2008 an.

Der erneute Umbau an der Konzernspitze erfolgt in einer für SAP schwierigen Phase. Das lange Jahre erfolgsverwöhnte Unternehmen musste im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen der weltweiten Finanzkrise und der daraus resultierenden Investitionszurückhaltung der Kunden einen Rückgang beim operativen Gewinn von 3,3 Milliarden auf 2,9 Milliarden Euro verbuchen. Unter dem Strich fiel der Gewinn bei SAP 2009 von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zurück und die Erlöse aus dem Geschäft mit Software sackten um 28 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro ab.

Nach dem Krisenjahr will SAP 2010 in die Erfolgsspur zurückkehren. "Unser Wachstum ist wieder da", hatte Apotheker unlängst gesagt "2010 wird ein starkes Jahr für die SAP." Nach dem vergangenen Jahr mit starken Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis sowie einem deutlichen Stellenabbau plant SAP in den nächsten Monaten auch wieder Einstellungen im Konzern.

Plattner spielt weiter starke Rolle

Weitere Informationen zum überraschenden Abgang Apothekers will SAP in einer Telefonkonferenz geben.  Der Aufsichtsrat dankte Apotheker laut Mitteilung "für seinen enormen Beitrag zum Erfolg der SAP", den er seit seinem Eintritt in das Unternehmen vor mehr als 20 Jahren geleistet habe.

Der Aufsichtsrat bestellte zudem Vishal Sikka zum Vorstandsmitglied. Auf Wunsch des Aufsichtsrats werde Hasso Plattner, Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender der SAP, weiterhin eine starke Rolle spielen, um die neue Führung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten, hieß es weiter.

(dpa, N24)

08.02.2010 09:24 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft