Öffentlicher Dienst
Neue Warnstreiks in Berlin und Bayern
Mit einem vorerst letzten Warnstreiktag erhöhen die Gewerkschaften den Druck im Ringen um einen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. Betroffen sind vor allem Berlin und bayerische Flughäfen.
Einen Tag vor dem Start der nächsten Runde in den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst machen die Gewerkschaften mit Warnstreiks weiter Druck auf die Arbeitgeber. In Berlin sind seit 3.00 Uhr morgens sind ein Teil der Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) von mehreren Gewerkschaften mit Ausnahme von Verdi dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Am Mittag wird Verdi-Bundeschef Frank Bsirske zu einer zentralen Protestkundgebung erwartet, mit der die bundesweit fünftägige Warnstreikwelle beendet werden soll.
Am Flughafen München sind 25 Flüge wegen Warnstreiks im öffentlichen Dienst gestrichen worden. Betroffen seien vor allem Inlandsflüge, sagte ein Sprecher des Flughafens. Die Warnstreiks sollten bis zum Mittag andauern. Am frühen Morgen hatten rund 120 Mitarbeiter der Flugzeug-Abfertigung der Flughafen München GmbH die Arbeit niedergelegt. Auch am Flughafen Nürnberg waren zahlreiche Beschäftigte zu Protesten aufgerufen. Ver.di rechnete dort mit bis zu 150 Streikenden, vor allem in der Abfertigung oder beim Bodenpersonal.
Weitere Auswirkungen auf Flugverkehr unklar
Nach Angaben eines Verdi-Vertreters sind rund 4.500 Menschen bei der Flughafen München GmbH beschäftigt, davon 1.900 in der Abfertigung. Bis 12 Uhr sind sie zum Warnstreik aufgerufen. Ob sich weitere Flüge verspäten oder ganz gestrichen werden, war zunächst noch nicht klar.
Am Flughafen Nürnberg sollen die Beschäftigten der Flughafen Nürnberg GmbH und der AirPart GmbH zwischen 6 und 8 Uhr in den Ausstand treten. Verdi rechnet dort mit bis zu 150 Beteiligten - die meisten arbeiten ebenfalls in der Abfertigung oder beim Bodenpersonal.
Bundesweite Streiks befürchtet
In ganz Deutschland hatten sich in den vergangenen Tagen rund 116.000 Angestellte des öffentlichen Diensts des Bundes und der Kommunen an dem Ausstand beteiligt. Die Gewerkschaften fordern ein Plus von fünf Prozent. Die öffentlichen Arbeitgeber hatten auch am Montag vergangener Woche bei der zweiten Tarifrunde kein eigenes Angebot vorgelegt. Am Mittwoch soll die dritte Tarifrunde in Potsdam starten. Sollte es dort erneut nicht zu einer Annäherung kommen, läuft der Tarifkonflikt ähnlich wie vor zwei Jahren auf Schlichtung, Urabstimmung und bundesweite Streiks hinaus.
Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber halten diese Forderung für zu hoch. In der vergangenen Woche waren die Verhandlungen in Potsdam ergebnislos vertagt worden. Während der neuen Gespräche soll es zunächst keine weiteren Warnstreiks geben, kündigten die Gewerkschaften an.
(dpa, AFP, N24)
09.02.2010 09:40 Uhr









