Opel-Sanierungsplan

Deutschland verliert 3900 Stellen

GM hat den Sanierungsplan für seine europäische Tochter Opel vorgestellt. Insgesamt sollen 8300 Stellen wegfallen, davon rund 3900 in Deutschland. Zugleich hat der Autobauer Staatshilfen beantragt.

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Bei Opel stehen harte Sanierungsmaßnahmen an. General Motors hat dafür Staatshilfen in Milliardenhöhe beantragt.
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Die vier Opel-Brüder mit dem "Quintuplet". Vier Jahre nach dem Tod des Vaters Adam Opel bauten die Söhne Carl und Wilhelm im Jahr 1899 den ersten Opel-Patent-Motorwagen.
Lange bevor Autos vom Band rollten, stellte die Firma Fahrräder her.
Als erster Opel rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 aus der Opel-Fabrik. 4 PS, Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt er einer Pferdekutsche.
Der "Opel Doktorwagen" vom Typ Torpedo aus dem Jahr 1911.
Ein Opel Laubfrosch aus dem Jahr 1924 läuft immer noch. Passend zum Namen ist auch die Farbe gewählt.
Fließbandproduktion im Jahr 1924 bei der Adam Opel AG.
Heute übernehmen Präzisionsroboter viele Aufgaben in der Autoproduktion.
Aus den Jahren 1933 und 1939 stammen das 1,2 Liter-Fahrzeug (links) und der "Admiral" mit 3,6 l-Motor (rechts).
Mit ihrem "Opel Super 6 Cabriolet" aus dem Jahre 1937 nehmen die Besitzer an Rallyes teil, die oft weit über 2000 km reichen.
Auf Ausstellungen immer ein Hingucker sind die Opel mit jeder Menge Chrom.
Mit seinem Opel Rekord aus dem Jahr 1956 fährt Hilmar Born vom Opel-Museum Herne am 18.10.2004 am Opel-Werk I in Bochum vorbei. Er brachte Brötchen und Getränke für die Mitarbeiter. Die Opelaner streiken gegen betriebsbedingte Kündigungen.
Der Opel Olympia aus dem Jahre 1964 im Gespann mit einem aufklappbaren historischen Wohnwagen Heiser-Austermann "Knospe".
Ohne Höhenangst - die sogenannte Hydra-Matic verbesserte auch die Bergsteigfähigkeit des Opel-Kapitän.
Mehr als nur ein Name: In den 60ern spiegelten die Modellbezeichnungen auch den sozialen Aufstieg wieder. Dem Opel-Modell Kadett etwa folgten in der Hierarchie der Kapitän, Commodore und Admiral.
Generationstreffen - vom Vorkriegskadett bis zum Opel Kadett E.
Große Klappe beim Kadett A.
Wagen wie der von 1972 bis 1977 gebaute Opel Commodore B GS/E wecken heute nostalgische Gefühle.
Den Commodore GS gab es auch mit verbreiterten Kotflügeln, das Auge fährt schließlich mit.
Der Auftritt des Opel Admiral wurde von dem mächtigen, chrombeladenen Kühlergrill bestimmt.
Up, and down. Der Admiral als Lowrider. Ein fast amerikanisches Auto.
Den Opel Ascona B in verschiedenen Motorisierungen für den Normalfahrer und . . .
. . . auf Basis des Ascona 400 als erfolgreiche Rallye-Version. Mit dem Wettbewerbsmodell gewann Walter Röhrl für Opel die Rallye-Weltmeisterschaft.
Der Manta in der Mitte - die Opel Coupe-Familie vom Rekord bis zum Tigra.
Der Manta mit "Kriegsbemalung" - für Fahrer, die es rasant mochten, gab es die stärkeren Versionen mit der schwarzen Kühlerhaube.
Gerade der Manta wurde gern “verbastelt“ und geriet dadurch eine Zeitlang zum Witz.
Wie hier beim Kadett älteren Baujahrs sind breite Schlappen und schickes Räderwerk oft die ersten Tuning-Maßnahmen.
Der Astra hat den Kadett abgelöst und war gerade als Cabrio-Version sehr begehrt.
Markante Schweller und Schürzen - den neuen Opel Astra OPC kennzeichnet eine im Vergleich zum Basis-Astra dynamischere Optik.
Zur Zeiten der Finanzkrise sitzt das Geld nicht so locker. Ob sich das Fahrzeug, ein Opel-Corsa mit 25.000 Kilometern, jedoch verkaufen lässt, ist fraglich.
Der Opel Corsa B lief in den Jahren 1993 bis 2000 vom Band.
Ein beliebtes Fahrzeug der Mittelklasse, der Opel Vectra in der zweiten Generation
Der Vectra in der Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft. Opel hat dort viele Erfolge erzielen können.
Auf Basis der Lotus Elise baut Opel den Speedster. Eine Hommage an den Opel GT.
Bei Bedarf auch oben ohne ist der TwinTop mit seinem faltbaren Metalldach.
Der Opel Insignia ist Auto des Jahres 2009 und . . .
. . . hat wie sein Vorgänger Vectra viel Platz für Familien.
Wem der kleine Corsa zu langsam ist, greift zum Corsa OPC und tief ins Portemonnaie.
So könnte die Zukunft aussehen. Eine Studie, angetrieben mit Brennstoffzellen, . . .
. . . damit unsere Kinder in einer sauberen Umwelt noch Spaß mit sauberen Autos haben.

Mit milliardenschweren Staatshilfen und einem massiven Stellenabbau will Opel zum führenden Hersteller umweltfreundlicher Autos in Europa aufsteigen. Bund und Länder sollen sich nach den Vorstellungen des Unternehmens mit 1,5 Milliarden Euro an der Sanierung beteiligen. Außerdem will Opel in Deutschland mehr als 3900 Stellen streichen, europaweit sollen 8300 von rund 48.000 Stellen entfallen. Das Unternehmen benötigt insgesamt 2,7 Milliarden Euro in Form von Krediten oder Bürgschaften, wie Opel-Chef Nick Reilly sagte. Die entsprechenden Anträge wurden gemeinsam mit einem Gutachten und dem Sanierungsplan an die Regierungen der europäischen Opel-Länder übergeben.

Besonders Bochum soll "bluten"

Von den gut 3900 Stellen, die Opel in Deutschland streichen will, entfallen 1799 auf Bochum, in der Produktion in Rüsselsheim fallen 862 Stellen weg. In Eisenach und Kaiserslautern sollen jeweils 300 Stellen gestrichen werden. Zudem fallen rund 650 Stellen in der Verwaltung in Deutschland weg, wovon vor allem Rüsselsheim betroffen sein dürfte. Der Plan ist allerdings noch nicht mit der Arbeitnehmerseite, die einen Sanierungsbeitrag leisten soll, abgestimmt. Europaweit sollen 8300 Stellen wegfallen - betroffen sind 1300 Stellen in der Verwaltung und 7000 in der Produktion. "Wir müssen unsere Kapazitäten anpassen - sonst hat keiner mehr einen Job", sagte Reilly.

Die Arbeitnehmer hatten jüngst kritisiert, dass die Zahl der tatsächlichen Stellenstreichungen bei Opel bei knapp 10.000 liege. Opel weist diese Zahl zurück, weil sie rund 1500 Arbeitskräfte beinhalte, die bereits 2006 Teilzeitverträge unterzeichnet hätten. Diese Mitarbeiter scheiden 2012 und 2013 aus, sagte Reinhold Hoben, Geschäftsführer für Produktion: "Das hat mit dem Sanierungsplan nichts zu tun." Zudem würden wahrscheinlich etwa 650 der 1500 Stellen wiederbesetzt.

Öko-Offensive geplant

Bei der Präsentation des Sanierungsplans sagte der Opel-Chef, der Autobauer werde bis 2014 rund 11 Milliarden Euro investieren, um in den kommenden zwei Jahren 80 Prozent der Produktpalette zu erneuern. Der Schwerpunkt werde auf alternativen Antrieben liegen. Für neue Antriebe seien Investitionen von einer Milliarde Euro geplant. Das Geld solle zunächst aus den Staatshilfen stammen, später aus dem Gewinn. Opel plant schon 2011 ein ausgeglichenes Ergebnis, 2012 will der Autobauer Gewinne einfahren.

Reilly will die Gespräche mit den Regierungen in einigen Wochen abschließen. Die Opel-Mutter General Motors habe sich bereits durch die Rückzahlung des Brückenkredits und durch Liquiditätshilfen mit mehr als einer Milliarde Euro am Finanzierungsplan beteiligt. Derzeit seien keine weiteren Mittel aus Detroit vorgesehen. "Opel ist ein europäisches Unternehmen. Zudem braucht GM sein Geld, um die Kredite der Regierungen von Kanada und den USA abzuzahlen", sagte Reilly.

Verhandlungen mit Betriebsrat stocken

Seit längerem wird GM in Deutschland dafür kritisiert, sich nicht stärker an den Sanierungskosten zu beteiligen. Daran könnten deutsche Staatshilfen scheitern. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte: "Nach unserer ersten Einschätzung wird es geboten sein, dass GM als Eigentümer seine Beteiligung an der Sanierung und Neuaufstellung deutlich erhöht." Neben Staatshilfen verlangt das Management von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014. Das lehnen Betriebsräte und Gewerkschaften ab, weil sie das Aus des belgischen Standorts Antwerpen nicht mittragen wollen. Die Verhandlungen stocken.

Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lehnte einen Lohnverzicht für den vorlegten Plan erneut ab. Reilly wird daher Zugeständnisse machen müssen. Einen Plan B, nach dem mehr Stellen gestrichen werden könnten, wenn es keine Einigung mit der Belegschaft gibt, hat der Opel-Chef nach eigenen Angaben nicht. Auch die Politik will eine Einigung. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatte am Wochenende betont: "Wir sind bereit, mit Bürgschaften zu helfen, wir werden aber nur zu einer Einigung mit General Motors kommen, wenn es eine Grundübereinstimmung mit der Arbeitnehmerseite gibt. Wir werden nicht mit Steuergeldern die Position der Arbeitnehmer unterlaufen."

(dpa, N24)

09.02.2010 14:01 Uhr

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