Der US-Autokonzern General Motors (GM) will Opel mit einem massiven Stellenabbau und Staatshilfen in Milliardenhöhe sanieren. Opel-Chef Nick Reilly kündigte in Frankfurt am Main an, beim Umbau Opels 8300 Jobs zu streichen und 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen bei den europäischen Ländern mit Opel-Werken zu beantragen. Die IG Metall forderte Bund und Länder auf, Opel die finanzielle Unterstützung zu verweigern.
Fast die Hälfte des europaweiten Stellenabbaus entfällt den Angaben von Opel zufolge auf Deutschland. Insgesamt 3900 Jobs sollen an deutschen Standorten gestrichen werden, wie Opel mitteilte. Am stärksten ist demnach das Werk in Bochum betroffen, in dem 1799 Jobs wegfallen sollen. Am Stammsitz Rüsselsheim werden dem Sanierungsplan zufolge 862 Stellen gestrichen, in Kaiserslautern und Eisenach jeweils 300. Zudem will Opel 650 Stellen in der Verwaltung abbauen.
Opel bekräftigte die Absicht, das Werk im belgischen Antwerpen zu schließen. Dies führe zum Verlust von 2377 Stellen. Im spanischen Saragossa würden 900 Arbeitsplätze eingespart.
Zur Umsetzung des Sanierungsplans brauche Opel 3,3 Milliarden Euro, sagte Firmenchef Reilly. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) habe bereits 600 Millionen US-Dollar (rund 430 Millionen Euro) beigesteuert. Zudem habe GM im Januar Vorauszahlungen von 650 Millionen Euro geleistet, damit Opel seinen laufenden Finanzbedarf decken könne. An die Bundesregierung sei am Dienstag ein Antrag auf Staatshilfe in Form eines Kredites oder einer Bürgschaft übermittelt worden.
Opel werde bereits 2012 wieder profitabel arbeiten, erklärte der Unternehmenschef. Insgesamt will Opel bis 2014 elf Milliarden Euro investieren. Das Unternehmen plant zudem eine Erneuerung seiner Modellpalette um bis zu 80 Prozent bis zum Jahr 2012. So ist ein preisgünstiges Einstiegsauto unterhalb des viel verkauften Kleinwagens Corsa vorgesehen.
Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über den Sanierungsplan dauerten noch an - auf nationaler und europäischer Ebene, sagte Reilly. Er hatte von der Opel-Belegschaft jährliche Einsparungen bei den Personalkosten von 265 Millionen Euro gefordert.
Die IG Metall kündigte angesichts des massiven Stellenabbaus und der Schließung des Werks Antwerpen jedoch Widerstand an und verweigerte Beiträge der Arbeitnehmerseite zur Sanierung.
(AFP)
09.02.2010 16:48 Uhr





