Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama

 

Volles Rohr

Buchsen-Scherzkeks narrt Kanalarbeiter

Ein Unbekannter bringt seit neun Jahren die Kanalarbeiter der Stadt Ladbergen im Münsterland zur Weißglut. Immer wieder verstopft er das Pumpwerk - jedes Mal mit einer blauen XXL-Unterhose.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Eigentlich gehören Boxershorts an den Körper und nicht in die Toilette. Vielleicht hat das der unbekannte Täter ja mitterweile verstanden.
Unterhosen wie Schiesser "Feinripp" sind aus dem Leben von Millionen Männern nicht wegzudenken.
Für sie muss die Ankündigung bitter gewesen sein, dass Schiesser vor dem Aus steht. Unterhemden-Fans fragen sich jetzt: Was trage ich künftig morgens beim Kaffee? Nachmittags im Garten? Und abends auf der Couch? (Filmszene: "Run, Fatboy, Run")
Auch Til Schweiger müsste verzweifelt sein. Eigentlich trägt der Schauspieler nichts unter seiner Hose. Aber zu Kostümproben oder … (hier beim Deutschen Filmpreis 2008)
… wenn es "wirklich arschkalt" ist, trägt er gern ganz normale Unterhosen: Feinripp mit Eingriff. Das gab er einst gegenüber dem Magazin "Stern" zu.
Der arme Bruce Willis erst. Als "Stirb langsam"-Held John McClane wurde er im weißen Ripp-Shirt so berühmt, dass sogar Doubles wie Hans Plessnitzer (Foto) nur darin auftreten.
Die Ripp-Shirt-Manie fand ihren Höhepunkt im vierten "Stirb langsam"-Teil. Fans beschäftigte damals nur eine Frage: Warum trägt John McClane nicht mehr sein legendäres Unterhemd?
Und nun soll alles aus sein? Ein Rückblick könnte Aufschluss bringen: Der Weber Jacques Schiesser beginnt 1875 in einem gemieteten Tanzsaal eines Gasthauses in Radolfzell sogenannte Trikotagen herzustellen.
Das Geschäft blühte, so dass er schon 1876 eine kleine Fabrik baute. In Bukarest wurde 1894 eine Filiale gegründet. Unterhosen vom Bodensee fanden den Weg sogar nach Fernost.
Bei der Weltausstellung 1900 ging es richtig ab: Dort sorgte das patentierte "Knüpftrikot" für Furore.
Damenunterwäsche nicht nur aus Baumwolle, sondern mit Seide und Spitzen, ergänzten das Sortiment. Schiesser wird zu einer der populärsten Unterwäschemarken.
Das Unternehmen übersteht zwei Weltkriege und erlebt ab etwa 1950 einen neuen Boom. Tochterunternehmen werden in aller Welt gegründet, …
… Schlafanzüge und …
… Unterwäsche …
… für die ganze Familie produziert.
Später kommt Funktionswäsche für Sport und Freizeit hinzu. 1989 setzt Schießer auf grau und beeindruckt sowohl die Besucher der Leipziger Messe …
… als auch der Internationalen Herren-Mode-Woche in Köln mit diesen Performances.
2003 schwenkt Schiesser auf Schwarz-Weiß um.
Die Firma expandiert, beispielsweise durch den Kauf des französischen Wäscheherstellers Eminence. In den 90er Jahren beginnt allerdings die Krise. Werke werden geschlossen. (hier eine Eminence-Kreation bei der International Lingerie Show 2005)
An das endgültige Ende der Traditionsmarke will das Unternehmen zurzeit nicht glauben. Der Vorstand hofft, mit der Insolvenz die laufende Umstrukturierung und Sanierung beschleunigen zu können.
Dazu soll auch die Modernisierung des Designs der Schiesser-Erzeugnisse beitragen, hofft der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Grub.
Denn vom Feinripp hat sich der eine oder andere Mann von heute dann doch schon längst verabschiedet.
Ein Küsschen von einem Engelchen: "Uns'" Heidi - Top-Model Klum - haucht dem geneigten Betrachter einen sanften Liebesgruß zu. Womit haben wir das verdient? Na, klar: Victoria's Secret Fashion Show lag mal wieder an!
Was das bedeutet? Also von vorne: Unterwäsche-Hersteller Victoria's Secret ...
... hat sich Gedanken darüber gemacht, was Frauen im kommenden Jahr drunter anziehen könnten.
Heraus kam dabei Extravagantes und ...
Nobles. Aber auch ...
... schlichtere Wäsche ist in der neuen Kollektion dabei.
Das Ganze wurde soeben mit viel Glitter und Gedröhns vorgeführt. Ein amerikanischer TV-Sender ...
... zeichnete die Chose auf, zeigt dem US-Volk die hautreiche Schau Anfang Dezember.
Als Model bei der Wäsche-Vorführung dabei zu sein, ist so etwas wie der Ritterschlag für Laufstegschönheiten.
Wer besonders lieb ist, bekommt Flügel verliehen. Wer sie trägt, ist "Engel" von Victoria's Secret. Bedeutet: Ein Haufen Kohle und die Verpflichtung, als eine Art Botschafterin des Unternehmens aufzutreten.
Eine Mischung aus Playboy-Häschen und Pressesprecher also.
Doch zurück zum Wesentlichen, der Show an sich. Schon vorab herrschte reges Treiben hinter den Kulissen. Heidi bekam noch die richtige Frisur verpasst, ...
... während andere sich um das rechte Augen-Make-Up sorgten.
Kennt man von Oma: Lockenwickler sind aber auch in der Welt der Superschönen im Einsatz.
Und dann konnte es schon bald los gehen. Was sich ausnimmt wie die Menu-Karte eines Delikatessen-Restaurants, ist die Ablaufübersicht der Show mit den entsprechenden Outfits der Damen. Also: Richtige Reihenfolge einprägen und ...
... losmarschieren. Alle Augen ruhen auf den Mädels, die ...
... sich vor den Kameras drehen und ...
... wenden.
Das Schaulaufen - hier "Engel" Adriana Lima - hatte übrigens das Resort Fontainebleau in Miami Beach als Austragungsort.
Wo sich die Grazien heute zeigen, ...
... ist ein exklusives Urlaubsparadies, in dem sich ...
... die Reichen und Schönen tummeln. An Urlaub war aber bei der Fashion Show nicht zu denken. Die Höschen waren zwar knapp, doch das Beiwerk dürfte ...
... schon etwas auf die Waage bringen. Harte Arbeit also.
Da muss sich Paris Hilton nicht grämen, dass sie nur als Gast zugegen war. Hätte man schließlich ins Schwitzen kommen können, und das ist ja nichts für so eine Hotelerbin.
Andere müssen für ihr Geld ...
... noch etwas tun. So etwa auch ...
... Schmuse-Sänger Usher, der das Spektakel moderierte. Hier stiebitzt ihm Heidi Klum ...
... den Hut und setzt ihn sich kurzerhand selbst auf. Hach, wie neckisch.
Der R'n'B-Star - hier wieder mit Hut - hatte aber bestimmt schon unangenehmere Jobs zu verrichten. Denn was er ...
... aus nächster Nähe zu sehen bekam, war ...
... ganz schön reizvoll.
Apropos reizvoll: Den Aufforderungen, die dem Höschen dieser Dame zu entnehmen sind, kommen viele ...
... sicherlich gerne nach.
Am Ende waren alle total happy: Die Models, die ein paar Dollar mehr in den nicht existenten Taschen haben, der Unterhosenfabrikant sowieso und nicht zuletzt der geneigte Betrachter. Gerne wieder - im nächsten Jahr.

Bereits zum 40. Mal hat ein unbekannter Scherzbold das Kanalsystem der Kleinstadt Ladbergen im Münsterland mit einer bunten Unterhose lahmgelegt. "Sobald es heißt 'Das Pumpwerk ist verstopft', wissen die Kollegen, worum es geht", sagte Klärwärter Gerold Thiemann und bestätigte Medienberichte. Jedes Mal fischen die Beamten eine anderes Paar billige blaue XXL-Boxershorts aus der Pumpe, die das Klo heruntergespült wurde. Nur einmal war es ein rotes Modell.

Seit neun Jahren treibt der Unterhosen-Unhold in Ladbergen sein Unwesen und bringt die Beamten zur Weißglut. Denn jedes Mal muss die Pumpe ausgebaut und die Hose herausgepult werden, oft auch in der Nacht. Der Unterhosen-Mann hat die Stadt schon 7.200 Euro gekostet.

Zuletzt mussten die Klärwärter in nur einer Woche ganze dreimal losziehen, um die Verstopfung zu lösen. Die stinkende Spur führt in ein Wohngebiet mit gut 150 Haushalten. Die Behörden rechnen aber nicht, dass der Mann sich outet. Deshalb schalteten sie jetzt eine Anzeige in der Lokalzeitung: "Wir wollten die Leute aufwecken - Sagen, was gehört ins Klo und was nicht - besonders den Übeltäter." Seither läuft die Pumpe einwandfrei. Thiemann hofft auf freie Rohre.

(dpa, N24)

09.02.2010 15:57 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama