Sri Lankas Oppositionsführer Fonseka muss vor Militärgericht

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Sri Lankas Oppositionsführer Fonseka

Der Machtkampf in Sri Lanka zwischen Staatschef Mahinda Rajapakse und dem unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Sarath Fonseka hat sich dramatisch zugespitzt. Nach Regierungsangaben muss sich der am Montagabend festgenommene Fonseka wegen Beteiligung an einer mutmaßlichen Verschwörung vor einem Militärgericht verantworten. Rajapakse löste das Parlament in Colombo auf, um vorgezogene Neuwahlen zu ermöglichen.

Wie das Verteidigungsministerium in Colombo mitteilte, wird dem Oppositionspolitiker und früheren Armeechef Fonseka zur Last gelegt, sich mit anderen politischen Führern und Parteien gegen die Regierung verschworen zu haben. "Für dieses Vergehen soll er vor ein Militärgericht gestellt und bestraft werden", sagte ein Ministeriumssprecher. Fonseka könnte demnach auch wegen Hochverrats angeklagt werden.

Fonseka hatte bei der Präsidentschaftswahl am 26. Januar rund 40 Prozent erreicht, Amtsinhaber Rajapakse kam auf 58 Prozent. Der Ex-Armeechef erkannte seine Niederlage jedoch nicht an und kündigte an, das Ergebnis vor Gericht anzufechten. Unter Fonsekas Kommando hatten die srilankischen Streitkräfte im vergangenen Mai die mehr als drei Jahrzehnte währende Rebellion der Tamilen niedergeschlagen. Dafür wurde der 59-jährige Vier-Sterne-General als Nationalheld gefeiert. Im November legte er die Armeeführung nieder, um bei der Wahl gegen Rajapakse anzutreten.

Staatsmedien zufolge wurde Fonseka am Montagabend von der Militärpolizei in Gewahrsam genommen. Nach Angaben seiner Anhänger drangen die Sicherheitskräfte gewaltsam in die Büroräume der Opposition ein und zerrten Fonseka fort. Zuvor hatte Rajapakse bereits die Büroräume durchsuchen und dutzende Offiziere, die dem Ex-Armeechef nahe stehen sollen, aus dem Dienst entfernen lassen.

Hintergrund der Festnahme könnten indes auch Befürchtungen der Regierung Sri Lankas vor einer internationalen Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen während der Schlussoffensive der srilankischen Armee gegen die tamilischen Rebellen sein. In den Wochen vor dem Sieg im Mai 2009 kamen nach UN-Schätzungen rund 7000 Zivilisten ums Leben. Insgesamt starben in dem 37 Jahre währenden Konflikt bis zu 100.000 Menschen.

Mit der Auflösung des Parlaments machte Staatschef Rajapakse nach Angaben seines Sprechers den Weg frei für vorgezogene Neuwahlen. Über den Wahltermin müsse nun die Wahlkommission befinden. Das Legislaturperiode des Parlaments wäre regulär im April geendet.

(AFP)

09.02.2010 17:14 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Politik