Fußball: DFB-Pokal
Werder mit "Hammertoren" ins Halbfinale
Das war sehenswert! Mit zwei "Hammertoren" haben Naldo und Hugo Almeida Titelverteidiger Werder Bremen ins Halbfinale des DFB-Pokals geschossen.
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Bremer im Freudentaumel. Hier feiert Pizarro das Tor von Naldo (vorn).
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Ein später Triumph für Werder Bremen: Nach einer verkorksten Saison wurden die Nordlichter am Ende doch noch vom Erfolg geküsst - und durften wie hier Mesut Özil und Sebastian Boenisch selbst den DFB-Pokal küssen.
Und das war vollkommen verdient: Werder Bremen, mit einem starken Diego bei seiner Abschiedsvorstellung, ...
... war über die gesamte Spielzeit die klar bessere Mannschaft.
Was Bayer Leverkusen bot, war in der Tat keinen Titel wert. Ins Spiel der Werkself schlich sich Nervosität ein, die Pässe kamen nicht an.
Vielleicht lag die Schwäche ja auch um den Trubel um ...
... Trainer Bruno Labbadia. Der junge Coach hatte im Vorfeld des Spiels in einem Interview offenbart, wie tief die Gräben zwischen ihm und der Vereinsführung sind.
Optimale Ausgangssituation für den besonnenen Werder-Trainer Thomas Schaaf. Nach der 1:0-Führung durch Mesut Özil in der 58. Minute häufte sich der Blick auf die Uhr.
Für Mesut Özil war das Tor indessen ein Besonderes. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Bremer, die durch Diegos Weggang entstandene Lücke zu schließen. Ist das die Zukunft des Werder-Spiels?
Als das Spiel dann zu Ende war, gab es ...
... dann kein Halten mehr. Der zurückhaltende Thomas Schaaf lernte unfreiwillig das Fliegen. Es wird ihn kaum gestört haben, darf er ...
... den Werder-Verantwortlichen in dieser Saison schließlich doch noch eine Trophäe in die Vitrine stellen.
Und auch für die Zukunft des Vereins war der Erfolg entscheidend: Durch den Sieg im DFB-Pokal nimmt Werder nächstes Jahr an der Europa League, dem Nachfolger des UEFA-Pokals teil - ein Millionengeschäft. Wir freuen uns schon!
Am Ende bleibt von Werder Bremen nur ein Häufchen Elend. Die Nordlichter verlieren das UEFA-Pokal-Finale am Ende mit 1:2. Ein Moment zum Vergessen für Naldo & Co. Doch wie kam's? Der Rückblick:
Kurz vor Spielbeginn, das Istanbuler Sükrü-Saracoglu-Stadion bebt. 52.000 Zuschauer, ausverkauft, versteht sich. Tausende Bremer Fans sind mitgereist, um ihrem Team lautstarke Schützenhilfe zu leisten.
Schließlich geht es dieser Tage um einen versöhnlichen Saisonabschluss. In der Bundesliga unter ferner liefen hatten die Werderaner schließlich die Chance auf zwei Pokale. Neben dem UEFA-Pokal an diesem Abend kämpft Bremen noch um den DFB-Pokal.
Auch aus der Ukraine waren unzählige Anhänger mitgereist und tauchen die Ränge in signalorange, die Farbe von Schachtjor Donezk.
Diese beiden haben sich freilich keinen orangefarbenen Schal umgehängt. Hugo Almeida und Noch-Werder-Star Diego schauen von der Tribüne zu, der Brasilianer ist gelbgesperrt.
In der ersten Halbzeit geht es munter zur Sache, selten unfair, wie hier im Bild bei einem Foul von Willian an Clemens Fritz.
Doch zunächst bleibt die Partei torlos. Bis zur 25. Minuten: Mit einem technisch brillianten Heber überwindet Donezk-Stürmer Luiz Adriano Werders Tim Wiese.
Der Schütze kann sein Glück kaum fassen. Donezk schlägt zu und ...
... Werder guckt in die Röhre.
Vorerst. Denn nur zehn Minuten später packt Abwehrmann Naldo den Hammer aus. Aus 25 Metern zimmert er einen Freistoß auf das Tor der Gegner.
Torhüter Pjatow nimmt's zu leicht und versucht den Ball zu fangen. Schön blöd, denn mit seinem überheblichen Abwehrversuch lenkt er die Pille in die eigenen Maschen. Der Ausgleich!
Alles wieder im Lot für Werder also. Der Brasilianer Naldo lässt sich von seinen Mannschaftskollegen feiern. Zu Recht! Mit dem 1:1 gehen die Jungs von Thomas Schaaf in die Kabine. Alles noch drin für Halbzeit 2.
Die zweite Halbzeit verläuft über weite Strecken unansehnlich. Zerfahrene Partie, nervöse Aktionen hüben wie drüben.
Immer wieder kleine Nickeligkeiten, obwohl die Partie weiter fair bleibt. Auch die Schiris lassen sich keine Fehlentscheidungen zu Schulden kommen.
Die Fans lassen sich die Pokalstimmung nicht vermiesen, das Spiel lebt alleine von der Spannung, kaum gute Aktionen.
Und dann war Schluss - vorerst. Schiedsrichter Cantalejo pfeift ab, es geht in die Verlängerung. Zwei Mal 15 Minuten Spannung oben drauf.
Schachtjor-Coach Lucescu nimmt noch mal seine Jungs ins Gebet. Jetzt zählt's!
Und prompt jubeln die Ukrainer. Jadson ist es, der in der 97 Minute zum 2:1 einschiebt. Ausgerechnet ...
... Werders Pokal- und Maulheld Tim Wiese muss sich Kritik gefallen lassen. Der Ball von Jadson war nämlich durchaus haltbar.
Am Ende gehen die Bremer um Torsten Frings mit leeren Händen nach Hause. Über 120 Minuten waren die Nordlichter das schlechtere Team. So bitter das ist für deutsche Fußballfreunde: Der Pokal geht verdient nach Donezk.
Es ist vollbracht: Zwölf Jahre nach Schalke 04 steht wieder ein deutsches Team im UEFA-Cup-Finale: Werder Bremen. Pizarro und Co. setzten sich im deutsch-deutschen Halbfinale gegen den Hamburger SV durch. Allerdings ...
... hatte der HSV das Hinspiel in Bremen mit 1:0 gewonnen. Zu Hause hatten es die "Rothosen" damit selbst in der Hand, nach dem Gewinn des Landesmeister-Pokals 1983 wieder in ein Finale einzuziehen.
Das Nordderby, mittlerweile das dritte innerhalb von gut drei Wochen - und noch nicht das Letzte, bot somit bereits vor dem Anpfiff alles für einen heißen Pokalfight: ...
... Siegestrunkene HSV-Fans, ...
... sich einschwörende Mannschaften, ...
... und bis in die Haarspitzen motivierte Manager und Trainer ...
... auf beiden Seiten. Und los ging's: Der HSV startete furios, hatte die ersten Möglichkeiten und zu Beginn auch mehr vom Spiel. Fast folgerichtig ...
... fiel in der 12. Minute auch das 1:0 für den HSV. Stürmer Olic überlupfte ...
den Bremer Keeper Wiese und ...
... markierte seinen insgesamt achten Treffer dieser UEFA-Cup-Saison.
Der Jubel des HSV, der gegen Bremen im DFB-Pokal-Halbfinale gescheitert war und sich revanchieren wollte, fiel entsprechend enthusiastisch aus. Doch ...
... bereits in der 29. Minute brachte sich Werder Bremen zurück ins Spiel. Den Treffer, auf ähnliche Weise wie Olic's Führungstor erzielt, markierte ...
... Bremens Mittelfeldstar Diego.
Nach seinem Tor malträtierte Diego mit einem Freudensprung die Eckfahne in der Hamburger HSH Nordbank Arena.
Für Diego, der in der kommenden Saison wohl bei Juventus Turin spielen wird - so zumindest hartnäckige Gerüchte, war es bereits das sechste UEFA-Cup-Tor in dieser Saison. Hitzkopf Diego bekam aber ...
... kurz darauf nach einem "kleinen" Gerangel mit HSV-Spieler Silva seine dritte Gebe Karte. Für das Finale ist er damit gesperrt. Noch war aber der HSV am Drücker - zur Halbzeit hatten die Hamburger in der Addition der beiden Partien die Nase vorn.
Die HSV- Fans waren's zufrieden, der UEFA-Pokal bereits in ...
... ihren Händen - gefühlt zumindest. Aber dann drehte das Spiel: Werders peruanischer Stürmer ...
... Pizarro sorgte in der 66. Minute für die Bremer Führung. Danach ...
... erhöhte Baumann in der 83. Minute sogar auf 3:1, ehe ...
... Olic den HSV in der 87. Minute noch einmal heranbrachte. Ein weiteres Tor und der HSV hätte im Finale am 20. Mai in Istanbul gegen Schachtjor Donezk gestanden. Aber ...
... es sollte nicht sein. Der HSV, vor gut drei Wochen noch mit Meisterschafts-, DFB-Pokal- und UEFA-Pokal-Ambitionen, ist jetzt nur noch im Meisterschaftsrennen. Allerdings liegt das Team von Coach Jol bereits fünf Punkte hinter ...
... Spitzenreiter Wolfsburg. Entsprechend lang sind die Gesichter beim HSV. Angreifer Petric ist einfach nur enttäuscht. Dagegen ...
... kann Werder Bremen eine verkorkste Meisterschaftssaison noch mit zwei Titeln krönen - im DFB-Pokal und im UEFA-Cup.
Werder Bremen ist als erste Mannschaft ins Halbfinale des DFB-Pokalwettbewerbs eingezogen. Das haben sie Nordlichter Naldo und Hugo Almeida zu verdanken. Der sehenswerte Freistoß des Brasilianers in den rechten Torwinkel aus 20 Metern (27.) und ein Gewaltschuss des fünf Minuten zuvor eingewechselten Portugiesen aus 17 m (76.) besiegelten einen verdienten 2:1 (1:0)-Erfolg der Hanseaten gegen 1899 Hoffenheim. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte der 89 Sekunden zuvor ins Spiel gekommene Prince Tagoe per Kopfball (72.) gesorgt.
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Der Sieg des Bundesliga-Sechsten vor 25.753 Zuschauern im Weserstadion ging aufgrund der größeren Spielanteile in Ordnung. Ohne fünf verletzte Stammspieler beschränkten sich die Gäste speziell in der ersten halben Stunde weitgehend auf die Defensive, mussten nach dem Rückstand aber zwangsläufig die Deckung lockern.
Bei Schneegestöber erwies sich dabei Werders Hintermannschaft einschließlich Torhüter Tim Wiese phasenweise als nicht immer sattelfest. So hatten die rund 500 mitgereisten Fans der Hoffenheimer in der 33. Minute schon den Torschrei auf den Lippen, doch Boris Vukcevic traf den Ball in aussichtsreicher Position nicht voll, nachdem Wiese eine Linksflanke falsch eingeschätzt hatte.
Wie sich in der Halbzeitpause herausstellte, hatte diese Unsicherheit aber auch wohl mit einem eingeklemmten Nerv im Rücken zu tun. Wiese blieb in der Kabine und wurde durch Ersatzkeeper Christian Vander ersetzt.
Doch überwiegend beherrschten die Bremer das Geschehen, aber die Hoffenheimer Not-Abwehr ohne die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Josip Simunic und Marvin Compper machte der Offensive der Hanseaten das Leben lange Zeit sehr schwer.
Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick trieb seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel wort- und gestenreich nach vorn, es fehlte den Gästen aber häufig an der nötigen Durchschlagskraft. Aber auch den Bremern gelangen auf dem schwer bespielbaren Rasen nur noch selten klare Aktionen. In der 68. Minute schoss Nationalspieler Mesut Özil, ansonsten erneut weitgehend unauffällig, knapp am linken Torpfosten vorbei, drei Minuten später wurde er ausgewechselt.
Torschütze Naldo und der kombinationssichere Aaron Hunt waren die stärksten Spieler bei den Norddeutschen. Beim Bundesliga-Neunten aus Hoffenheim verdienten sich Mannschaftskapitän Sejad Salihovic und Mittelfeldspieler Carlos Eduardo die Bestnoten.
(Andreas Frank, sid, N24)
09.02.2010 22:28 Uhr
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