ZEW-Index sinkt erneut
Aufschwung noch nicht in Sicht
Die deutschen Börsenexperten bleiben skeptisch. Eine Umfrage belegt, dass sich die deutsche Konjunktur auch im nächsten halben Jahr nur langsam von der Wirtschaftskrise erholt.
Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im Februar nur leicht eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 2,1 Punkte auf 45,1 Punkte gesunken, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten mit einem deutlich stärkeren Rückgang auf 41,2 Punkte gerechnet. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich überraschend um 1,8 Punkte auf 54,8 Punkte.
Trotz des nur leichten Rückgangs haben sich die ZEW-Konjunkturerwartungen nunmehr den fünften Monat in Folge eingetrübt. Laut ZEW erwarten die befragten Finanzmarktexperten, dass sich die deutsche Konjunktur auch im nächsten halben Jahr nur langsam von der Wirtschaftskrise erholt. Die Geschäftsaussichten für den Konsum und Handel sowie die Automobilindustrie blieben schwach. Auch für die exportorientierten Branchen wie Stahl und Chemie zeigten sich die Experten etwas pessimistischer als zuletzt.
"Die Erwartungen dümpeln vor sich hin, allerdings auf ansehnlichem Niveau", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Zwar haben wir bei der Wirtschaftskrise das Schlimmste hinter uns, aber die Sorgen über die Arbeitsmarktentwicklung, Staatsverschuldung und den Euro sind nicht geringer geworden." Möglicherweise stehe eine "Wellblechkonjunktur" bevor.
Für den Euroraum ergibt sich eine ähnliche Tendenz wie für Deutschland. Die Konjunkturerwartungen sanken um 6,2 Punkte auf 40,2 Punkte. Die Lagebeurteilung stieg leicht um 0,6 Punkte auf minus 62,1 Punkte.
(dpa, N24)
16.02.2010 11:28 Uhr





