N24 Wissen - Wissenschaft, History und Dokumentationen
 

Keith Harings Popkultur

Unsterbliche Strichmännchen

Vor 20 Jahren starb der Graffiti-Künstler Keith Haring. Seine Strichmännchen wurden zum Teil der globalen Popkultur. Was macht seine Kunst bis heute so einzigartig und neu?

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Sein strahlendes Baby krabbelt um die ganze Welt und seine Männchen protestieren gegen die ignorante Aids-Politik. Die Graffitis von Keith Haring sind in den 80er Jahren allgegenwärtig. Vor 20 Jahren, am 16. Februar 1990, ist der Künstler gestorben.
In New York hat Haring eine unglaubliche Blitzkarriere gemacht. 1958 in der tiefen Provinz von Pennsylvania geboren, begeistert er sich für Comics, liebt Zeichentrickfilme und wählt sich Mickey Mouse zum Idol. In Pittsburgh beginnt er eine Ausbildung ...
... zum Grafiker, entflieht der kleinbürgerlichen Heimat aber bald nach New York. Dort experimentiert er an der School of Visual Arts mit Video und Performances. Auf leere Werbeflächen in der U-Bahn malt Haring erste Kreidefiguren.
Seine lustigen Männchen und eckigen Hunde tanzen und hopsen über die grauen Tafeln der U-Bahn. Die Graffitis sollen gute Laune verbreiten. Eher verdrossen reagiert allerdings die Polizei, die Haring wegen Sachbeschädigung wiederholt festnimmt.
Anfang der 80er Jahre werden seine Männchen außerhalb der U-Bahn-Schächte in den Galerien von Manhattan zum Erfolg. Seine frischen Bilder verknüpfen die Straße mit der etablierten Kunst.
Wie andere Pop-Art-Künstler, entnimmt auch Haring seine Piktogramme dem Alltag. Dieses Werk heißt "A pile of crowns for Jean-Michel Basquiat" - ein Dreieck, das an ein Warndreieck erinnert, in dem ein Haufen aufeinander gestapelter Kronen zusammenfällt.
Seine mutierten Micky-Mäuse strahlen in bunten Farben. Haring kommentiert immer wieder die Verehrung von Idolen und Phänomene der Massenkultur.
Nach der Ermordung von John Lennon malt er einen Mann mit einem großen Loch im Bauch, durch das wilde Hunde springen.
Er hinterfragt kritisch soziale Probleme, scheut aber nicht den seichten Kommerz. Für Swatch entwirft er eine Plastik-Uhr und für Wodka "Absolut" eine Anzeigenkampagne (siehe Bild).
Mit der Teilnahme 1982 an der documenta 7 in Kassel kommt Haring zu weltweiten Ehren. Daneben arbeitet Haring (l.) mit Künstlern wie Comedian Sandra Bernhard (M.), Madonna (r.), Grace Jones, Yoko Ono und Andy Warhol.
Er entwirft Bühnenbilder und Kostüme und formt aus Stahl bunte Skulpturen, die wie überdimensionale Spielfiguren wirken. Einen "Kopfstand" zeigt diese Skulptur von Haring vor der Berliner Gedächtniskirche.
Am Checkpoint Charlie malt er auf die Berliner Mauer Männchen in Schwarz, Rot, Gold.
Auf diesem Bild steht Haring im Oktober 1986 vor dem von ihm bemalten Stück Berliner Mauer.
Seine Bilder werden inzwischen zu Höchstpreisen gehandelt, es kommt zu einer regelrechten Preisexplosion. 1986 beginnt Haring selbst mit der kommerziellen Vermarktung:
In einem "Pop Shop" verkauft er T-Shirts, Einkaufstüten und Buttons an die breite Masse. Das Bild zeigt Haring bei der Eröffnung seines Pop Shops in Tokyo. Während seine Gemälde immense Summen erzielen, ...
... arbeitet er nebenher weiter gratis für soziale Projekte und Protestgruppen. Die Kunstwelt findet er einfach nur furchtbar, furchtbar langweilig.
Haring (r.) protestiert gegen Atomenergie, Apartheid und Drogenmissbrauch. Mit einer eigenen Stiftung unterstützt er zusammen mit Yoko Ono (Mitte unten) Kinderprogramme und Hilfsprojekte gegen Aids.
1988 erfährt Haring von seiner eigenen HIV-Infektion. Er engagiert sich stark in der "Act Up"-Bewegung, die sich mit Straßenkunst kämpferisch gegen die offizielle Aids-Politik auflehnt, ihr Slogan "Schweigen = Tod".
Die Gemälde von Haring werden jetzt immer düsterer und komplexer. Motive von Elend, Gewalt, Erlösung und Jenseits spiegeln die traurige Seite der Gegenwart, denn Aids hat Angst und Tod in die junge New Yorker Kunstszene geschleppt.
In seinen letzten Jahren malt Haring wie ein Besessener. "Das einzig Gute an der ganzen Sache ist diese wirkliche Intensität, die die Krankheit den Menschen angesichts der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, aufnötigt", kommentiert er 1988 seine Situation.
Keith Haring stirbt am 16. Februar 1990, im Alter von 31 Jahren, in seiner Wohnung am Broadway. Der Kunstmarkt spielt auf grausame Weise mit seinem Tod, unmittelbar vor und nach seinem Ableben schnellten die Preise in astronomische Höhen.
Seine Strichmännchen sind inzwischen Teil einer weltweiten Pop-Kultur. Wie eine SMS übermitteln sie kurze, einprägsame Botschaften.
Auf diesem Bild ist die Skulptur "Head through belly" zu sehen. Derartige moderne Hieroglyphen machten Keith Haring zu einem Star, der einmal sagte: "Alles, was man macht ist eine Sucht nach Unsterblichkeit."
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Er gilt als Meister des Phantastischen und Surrealen - Tim Burton. Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York widmet dem Filmemacher eine außergewöhnliche Ausstellung, die zeigt, dass Burton viel mehr als ein Filmemacher ist.
Vier Jahre lang hat das MoMA die Archive von Filmverleihern, Produktionsbüros und selbst Burtons Privatwohnung durchsucht, um ein möglichst umfangreiches Repertoire zu erhalten. Herausgekommen ist ...
... die größte Ausstellung, die das MoMA jemals für einen Einzelkünstler veranstaltet hat. Durch ein riesiges Maul betritt der Besucher Burtons Welt, bestehend ...
... aus Skizzen, Fotos, Videos, Puppen, Skulpturen und Zeichnungen. Mehr als 700 Objekte sind in den Räumen zusammengetragen und ...
... beleuchten die fast drei Jahrzehnte lange Karriere. Dabei widmet sich die Ausstellung in chronologischer Reihenfolge ...
... seinem Schaffen. Diese Zeichnung entstand 1982 für den Kurzfilm "Frankenweenie". Schon hier widmet sich Burton dem immer wiederkehrendem Motiv "Tod und Nachleben".
Ebenso wie dieses frühe Bild aus der Reihe "The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories". Skurrile Figuren, halb tot, halb lebendig aber immer mit viel Liebe zum Detail sind charakteristisch für Burton.
"The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories" ist eine Kinderbuch-Serie von Burton, die er nach vielen Jahren der Entwicklung 1997 veröffentlicht hat. Handlungsträger der insgesamt 23 Geschichten sind stets "nicht normale" Jungen oder Mädchen.
Dieses Bild aus den frühen 80er Jahren trägt den bezeichnenden Namen "Romeo and Juliet". In dieser Zeit findet Burton nur wenig Befriedigung bei seinem Job als Animationskünstler bei Disney. Also ...
... tobt er sich privat bei seinen Malereien aus. Hier ist eine Skizze einer seiner Cartoon Serien zu sehen. Amors Pfeil trifft nicht das Herz , sondern die Augen zweier Verliebter. Pechschwarzer Humor ist ihm ebenfalls eigen.
Nach dem Halloween-Brauch "Trick or Treat" (sinnbildlich auf Deutsch "Süßes, sonst gibts Saures") benannte Burton dieses und ...
... ebenso dieses Bild. Schaurige Räume und geisterhafte Kreaturen, dazwischen ein alleingelassener Junge - es scheint als ob Burton seine eigene verschobene Realität auf Papier bringt.
Auch vor großen Künstlern macht seine Fantasie nicht halt. Dieses Exponat trägt den Namen "Picasso Woman". Unnatürliche Formen und Farben - für Burton anscheinend normal.
Die zeitgenössische Popkultur im Blick, entwirft Burton in diesem Bild mit dem Namen "Ramone" seinen eigenen Rockstar. "The Ramones" waren in den '70er und '80er Jahren eine der angesagtesten Bands und standen für eine neue und unkonventionelle Musik.
1988 gelang Burton der Durchbruch als Regisseur und Produzent mit dem Film "Beetlejuice". Dieser gewann einen Oscar in der Kategorie "Make-Up". Wie auf diesem Bild seiner "Creature Series" steht auch in "Beetlejuice" ein verrückter Geist im Mittelpunkt.
Burton bekam nach dem Erfolg von "Beetlejuice" 1989 die Regiearbeit für den Film "Batman" angeboten, welche er freudig annahm und dabei Michael Keaton als Hauptdarsteller einsetzte. Die berühmte Batman-Maske darf natürlich in der Ausstellung nicht fehlen.
Im darauffolgenden Jahr verfilmt Burton den Kinoerfolg "Edward mit den Scherenhänden". Dieses Ausstellungsbild ist die Skizze, wie er sich seine Hauptfigur vorstellte. Erstmals setzt er Jonny Depp in seinem Film ein. Es ist der Beginn ...
... einer langen Freundschaft und einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit auf der Kinoleinwand. Auf diesem Bild besucht Jonny Depp die Eröffnung der MoMA-Ausstellung. Anlässlich der ...
... Burton-Ausstellung hat das MoMA zu einer Benefizgala eingeladen. Ein Tisch kostete bis zu 75.000 Dollar. Es kommen neben Burton und seiner Frau Helena Bonham Carter ...
... unter anderem auch Mary-Kate und Ashley Olsen sowie ...
... der Schauspieler Danny DeVito, mit dem Burton ebenfalls mehrere Rollen seiner Filme besetzte.
1993 produziert Burton den Zeichentrickfilm "Nightmare Before Christmas". Das Ausstellungsbild ist dem gezeichneten Storyboard des Films entnommen.
Burton schreibt das Drehbuch und entwickelt die Story und die Charaktere für den etwas anderen Weihnachtsfilm. Entgegen dem weit verbreiteten Irrtum führt Burton für den Film allerdings nicht selber die Regie. Regisseur des Films ist Henry Selick.
Burtons Filme faszinieren entweder durch düstere Szenarien wie zum Beispiel in "Batman" oder durch einen skurrilen Humor wie in "Mars Attacks!", den er 1996 dreht. Schon beinahe wie im Film sieht Burtons Zeichnung der außerirdischen Aliens aus.
Mit "The World of Stainboy" produziert Burton im Jahr 2000 eine sechsteilige Reihe von Animations-Kurzfilmen, die er im Internet veröffentlicht. Auf diesem Bild bedroht eine gigantische Bowlingkugel die Hauptfigur "Stainboy".
Die Organisatoren der Burton-Ausstellung wollen sich nicht mit den Zeichnungen und Skizzen des Ausnahmetalents begnügen. Über Lautsprecher ist komponierte Musik von ...
... Danny Elfmann zu hören. Der Filmkomponist trägt für zahlreiche Filme von Burton die musikalische Verantwortung. Ein weiteres Augenmerk legt die Ausstellung auf ...
... hochwertig gefertigte Skulpturen und Figuren, die die Fantasieprodukte Burtons auch ins Dreidimensionale übertragen sollen. Dafür haben die Organisatoren mit Künstlern, wie ...
... Bühnenbildner Albert Cuellar kooperiert, der für zahlreiche Projekte mit Burton zusammengearbeitet hat und nun für die MoMA-Ausstellung einige Exponate angefertigt hat. Wie zum Beispiel ...
... den "Ballon Boy". Tim Burton hat diese aufblasbare Figur eigens für die Ausstellung entworfen. Er empfängt die Besucher im Eingangsbereich und beeindruckt mit seiner Höhe von fast 6,5 Metern und den vielen aufgemalten Augen.
Auch dieses Schwarzlicht-Karussel gehört zu den neu entworfenen Ausstellungsstücken. Das filigrane Karussel hängt an der Decke und ein Plasmaball am unteren Ende erzeugt faszinierende Lichteffekte.
Hier ein paar weitere Beispiele von ausgestellten Skulpturen: skurrile Figuren, ...
... aus dem Film "Beetlejuice" ein Schlangenwesen mit einem Menschenkopf wie aus einer Fabel stammend, ...
... ein Roboter-Boy, ...
... Puppen die halbzerfallen Kinder darstellen, ...
... eine Figur aus Burtons Kinderbuch-Serie "The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories" und natürlich ...
... eine schaurig schöne Geisterskulptur mit Halloween-Kopf und zerfetztem Tuch am Skelettkörper.
Weitere Ausstellungsstücke sind diverse Fotografien, die Burton im Laufe seiner Karriere umgesetzt hat. Beispielsweise diese "Blaue Dame" mit einem Baby im Arm und einem Totenschädel unter sich. Dieses und auch ...
... dieses kuriose Weihnachtsbild setzt Burton zusammen mit Bühnenbildnern aufwändig und mit Liebe zum Detail um.
Die MoMA-Ausstellung "TIM BURTON RETROSPECTIVE" ist noch bis zum 26. April 2010 im Museum of Modern Arts zu bewundern. Wer also demnächst einen New York Trip plant, hat einen Programmpunkt mehr auf seiner Liste.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
1983 entstand das Kunstwerk „Surrounded Islands“. Dabei wurden 11 Inseln bei Miami mit pinkfarbenem Gewebe umsäumt, das auf der Wasseroberfläche schwamm.
4 Jahre nach den ersten Vorbereitungen zum Projekt „The Umbrellas“, wurden 1991 schließlich zeitgleich in Kalifornien und Japan Regenschirme aufgestellt. In Kalifornien standen 1760 gelbe Schirme ...
… und in Japan 1340 blaue Schirme. Das Projekt kostete insgesamt 26 Millionen Dollar. Seine Kunstwerke finanzierte sich das Paar durch den Verkauf von Zeichnungen, Collagen und Modellen früherer Werke.
Das wohl spektakulärste Projekt von Jeanne-Claude und Christo war die Verhüllung des Reichstags. 100.000 Quadratmeter feuerfestes Spezialgewebe verwandelten 1995 das Gebäude in ein Kunstwerk.
Die Verhüllung des Reichstags dauerte 8 Tage. Die Eheleute hatten für dieses Projekt mehr als 23 Jahre lang auf eine entsprechende Genehmigung der zuständigen Behörden warten müssen.
Zwei Wochen lang war das Kunstwerk zu bewundern. Menschen aus Berlin, ganz Deutschland und auch aus dem Ausland zog es zum verhüllten Reichstag. Insgesamt kamen über fünf Millionen Besucher.
Auch in der Schweiz hatten Jeanne-Claude und Christo ein Freiluft-Kunstwerk geschaffen. 1998 verhüllten sie Bäume in Riehen in der Nähe von Basel.
Für jeden der 178 Bäume wurde ein extra Schnittmuster angefertigt. 55.000 Quadratmeter Spezialgewebe und 23 Kilometer Seil wurden für die Verhüllung der Bäume verbraucht.
Der höchste verhüllte Baum war 25 Meter hoch, der kleinste 2 Meter. Ein Monat lang war das Kunstwerk im Berower Park in der Schweiz zu bewundern.
1999 schichtete das Ehepaar 13.000 Ölfässer übereinander. Und dieses Kunstwerk entstand ausnahmsweise einmal nicht draußen, sondern im Gasometer in Oberhausen.
2005 war Jeanne-Claudes und Christos letztes großes Projekt „The Gates“, im New Yorker Central Park zu bewundern. Dort wurden 7503 Tore aufgestellt.
Sie waren jeweils fünf Meter hoch und von jedem hingen safrangelbe Stoffbahnen herab. Die Installation war insgesamt 37 Kilometer lang.
Die Kosten für „The Gates“ beliefen sich auf 21 Millionen Dollar. Genehmigt wurde das Projekt erst nach 16 Jahren.
Viele Projekte sind noch in Arbeit und Christo will diese, im Andenken an seine verstorbene Frau und Kunstpartnerin Jeanne-Claude, verwirklichen. Unter anderem soll ein Fluss in den USA verhüllt werden.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
... und zum Symbol der Wiedervereinigung. Lange Zeit drohte der Mauerstreifen aus finanziellen Gründen zu verfallen. Doch nach aufwändiger Sanierung konnten die Kunstwerke erneut ...
Zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof steht am ehemaligen Grenzstreifen in Berlin die East Side Gallery. Das 1,3 Kilometer lange Stück der Berliner Mauer wurde 1990 von Künstlern aus 21 Ländern bemalt ...
... auf die Betonmauer gemalt werden, die noch vor 20 Jahren die Grenze eines geteilten Deutschlands war. Eines der bekanntesten Motive ist der ...
... "Bruderkuss" zwischen dem damaligen SED-Chef Erich Honecker und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew. Dimitri Vrubel zeichnete sein Bild ein zweites Mal, nachdem ...
.. das berühmte Mauerbild besprüht und von Graffitis zerstört worden war. In kyrillischen Buchstaben steht über dem Bild: "Mein Gott, hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben".
Der sardische Künstler Fulvio Pinna begann pünktlich zum offiziellen Sanierungsstart der Sehenswürdigkeit am 15.10.2008 mit seiner Arbeit, um ...
.. aus dem heruntergekommenen Mauerstück wieder ein ansehnliches Denkmal zu machen.
Auch bei dem berühmten Motiv des Trabis, der die Berliner Mauer durchbricht, hatte die Farbe im Laufe der Zeit nachgelassen, deshalb ....
... trägt die Künstlerin Birgit Kinder ihr Werk noch einmal auf die Mauer auf. Und ...
... wie die Faust auf's Auge passt dieser Trabant ins Bild. Der ab 1957 in der DDR gefertigte PKW, der hier vor den Resten des sog. "antifaschistischen Schutzwalls" steht, ist heute ein Sammlerauto.
Die Bilder der East Side Gallery stehen für Euphorie und für Hoffnung auf bessere Zeiten, ...
... charakteristisch für die Zeit der Wende.
Nach dem Fall der Mauer 1989 gaben die Künstler dem historischen Betonstreifen mit ihren Bildern ein neues Gesicht zu einer neuen Zeit. Viele der Maler ...
... kamen deshalb gern ein zweites Mal nach Berlin, um zum Erhalt der Sehenswürdigkeit beizutragen. So auch der russische Künstler Alexej Taranin.
Neben diesem internationalen Denkmal für die Freiheit, dem erhaltenen Rest der Grenzanlagen der Berliner Mauer, ging auch das ...
... Geburtsdatum der jungen Christin Heda in die Geschichte ein. Sie kam am Tag des Mauerfalls, dem 9. November 1989, im damaligen Ost-Berlin zur Welt.
Der Künstler Günther Schaefer betrachtet sein Werk "Vaterland", das die deutsche Flagge und einen blauen Davidstern zeigt. Es ist eines der bekanntesten Bilder der ...
... grössten "Open Air"-Galerie der Welt. 1998 malte er es neu, weil das Bild von einem selbsternannten Kunst-Terroristen völlig zerstört worden war.
Den Taten von "Schockkünstlern" zum Opfer fiel auch das Mauerbild "Gorbatschow am Lenkrad", das fast vollständig übermalt wurde.
Ein Anti-Graffiti Schutz-soll die Kunstwerke in Berlin-Friedrichshain vor künftigen Angriffen schützen.
Seit dem "Durchbruch" der Berliner Mauer hat ...
... die denkmalgeschützte East Side Gallery einiges mitgemacht, denn ...
... um von der Spree aus den Zugang zur neu entstehenden Mehrzweckhalle am Ostbahnhof zu ermöglichen, mussten ...
... Mauersegmente eines vierzig Meter breiten Mauerstücks entfernt werden. Auch hohen Besuch hat die East Side Gallery schon gehabt, unter anderem ...
... ließ sich der heutige SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (m) die Besonderheit im Kiez Friedrichshain zeigen und gab bei der Gelegenheit dem Künstler Kani Alavi (l) ein Autogramm.
Der Politiker durfte sich als Maler versuchen und zeichnete ein Gesicht (l) neben das Bild "Es geschah im November". Gut, ...
... dass das endgültige Werk doch vom Künstler selbst gemalt wurde.
Ein geteiltes Deutschland gehört am 9.11.09 seit 20 Jahren der Vergangenheit an. Die restaurierte East Side Gallery erinnert auf einzigartige Weise an die friedliche Revolution von 1989/1990.
Klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Tod und Verfall, Vergnügen und Hurerei: Das waren die großen Themen von Otto Dix, einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Am 25. Juli 2009 jährt sich sein Todestag zum 40. Mal. (Selbstbildnis, 1922)
In die Geschichte ist er als großer Expressionist und Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" eingegangen. Eine Kunstrichtung, die die gesellschaftliche Realität der Weimarer Republik reflektiert hat. ("Der wilde Mann", 1915-16)
Otto Dix wird 1891 in Gera geboren. Er wächst in einer kleinbürgerlichen Familie auf. Sein Zeichenlehrer erkennt sein Talent und fördert ihn. Später absolviert Dix eine Lehre bei dem Dekorationsmaler Carl Senff. ("Skatspieler", 1920)
Es folgt ein Studium in Dresden. Anfangs setzt sich Dix intensiv mit Expressionismus, Kubismus und Dada auseinander. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Dix meldet sich freiwillig … ("Barrikaden", 1920)
… zum Kriegsdienst. Was er an der West- und Ostfront erlebt, verarbeitet er in seinen Bildern. Schonungslos zeichnet er das Grauen jener Tage. In "Sturmtruppe" stellt er Handgranaten werfende Soldaten dar. ("Sturmtruppe geht unter Gas vor", 1924)
Die Männer, deren Gesichter von Gasmasken verdeckt sind, haben nichts Menschliches mehr an sich. Zu betonen ist, dass Dix deutsche und nicht feindliche Soldaten zeichnet. Das bringt ihm …
… Kritik ein. Dix lasse es gegenüber den Soldaten, immerhin seinen ehemaligen Kameraden, am gebührenden Respekt fehlen, heißt es. Statt das Heldentum zu verherrlichen, … ("Kriegstriptychon“, 1932)
… prangert Dix die Vernichtungswut an. Alle Kriegsradierungen und das "Kriegstriptychon“ fasst der Künstler später im Zyklus "Der Krieg“ zusammen. Dix hat den Durchbruch geschafft. ("Der Mord", 1922)
Der Künstler thematisiert aber auch die Folgen des Krieges. Er nimmt eine Gesellschaft zwischen Verzweiflung und Vergnügungssucht wahr. Dieses Gefühl setzt er in Porträts der Tänzerin Anita Berber (1925) oder …
... des Schauspielers Heinrich George (1933) um.
Aber auch vor der käuflichen Liebe macht er nicht Halt, wie die "Drei Weiber" (1926) erkennen lassen. Wichtig ist ihm dabei, den ersten Eindruck darzustellen.
Überhaupt sind Frauen ein großes Thema Dix’. Er war kein Kostverächter. Er war zwar mit seiner Frau Martha verheiratet, hatte aber viele Geliebte. Und die tauchen immer wieder in seinen Gemälden auf. ("Selbstbildnis mit Muse", 1924)
"Ich muss Sie malen! Ich muss!" So soll Dix die Journalistin Sylvia von Harden auf der Straße angesprochen haben. Dix ist fasziniert, gehört sie doch zum neuen Typ Frau …
… zu Beginn der 20er Jahre: emanzipiert, unabhängig, zielstrebig und meistens erfolgreich. Im Triptychon "Großstadt" (1927/28) …
… versucht Dix all diese Spannungen in der Gesellschaft der Weimarer Republik zusammenzufassen. ("Großstadt", 1927/28)
1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Dix ist einer der ersten Künstler, die von den Nazis diffamiert werden. Er verliert seine Professur an der Kunstakademie in Dresden. Ab 1937 gelten seine Werke … (Gruppenbild)
… als "gemalte Wehrsabotage". Sie werden abgehängt und zum Teil verbrannt. 1938 wird Dix sogar für zwei Wochen inhaftiert. ("Schädel", 1924)
Mitten in dieser schweren Zeit erhält Dix einen seiner größten Aufträge: Für den Besitzer der Köstritzer Brauerei malt er im altmeisterlichen Stil eine Darstellung des heiligen Christophorus (1939).
Im Sommer 1933 zieht sich Dix an den Bodensee zurück. Dem physischen Umzug folgt ein künstlerischer. Er beschäftigt sich mehr mit Landschaftsbildern und christlichen Themen. "Die Große Kreuzaufrichtung" (1962) wird später zum Meilenstein.
Im "Selbstbildnis mit Palette vor rotem Vorhang" (1942) ist schon eine künstlerische Veränderung zu bemerken: Vor einer Weltlandschaft im Hintergrund heben sich heftige, freie Pinselstriche auf Palette und Malerkittel ab.
Ab 1946 ändert Dix seine Malweise grundlegend. Er malt wieder wie vor 1922/1923, wodurch er sich eine spontanere Malerei erhofft. ("Rufende Frauen", 1957)
Am 25. Juli 1969 stirbt Dix (m.) in Singen am Hohentwiel.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten!
Schwedisches Möbel-Design begleitet die Menschen auf der ganzen Welt schon seit Jahrzehnten. In Deutschland eröffnete am 14. Oktober 1974 die erste Filiale. Die günstigen Pressspan-Stücke ...
... verkaufen sich aber unter anderem auch in Japan gut.
Seit 1947 verkauft das Unternehmen Ikea, das im schwedischen Agunnaryd gegründet wurde, Möbel - wahre Exportschlager und ewige Gleichmacher in den Studentenbuden rund um den Globus.
Dennoch: Der Schwede ist stolz auf den Erfolg und so hat die renommierte Liljevalchs Konsthall in Stockholm jüngst eine Ausstellung organisiert: Ikea-Design aus den letzten sechs Jahrzehnten.
Herzstück der Schau: Dieser grüne Sessel, ein Originalstück von 1951. Entgegen der sonst sehr lautmalerisch bezeichneten Stücke der heutigen Zeit, trägt er keinen Namen.
Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hat ihn eigens aus seinem Privatbestand zur Verfügung gestellt.
Und so beginnt der Besucher einen Ritt durch die Wohnzimmer der letzten Dekaden.
Von den Sechzigern über ...
... die Siebziger hin zu ...
... den Achtzigern und ...
... Neunzigern.
Spiegelbild des Geschmacks sind die jährlich erscheinenden Kataloge des Möbel-Multis.
Auch die finden sich in der Ausstellung in Stockholm wieder.
Der erste wurde im Jahr 1951 gedruckt und kommt noch recht bieder daher.
Doch im Lauf der Jahre entwickelte sich das Nachschlagewerk, das auch in keinem deutschen Haushalt fehlt, zum farbenfrohen Appetitmacher.
Was 1969 die Menschen zum Kauf anregte, würde heute wohl niemanden mehr hinterm Ofen vorlocken.
Historische Fotografien der Stockholmer Ausstellung belegen im Übrigen auch, dass das Problem des Transports ...
... der zwar relativ praktisch verpackten Möbel, schon immer ...
... relativ schwierig gewesen ist.
Bleibt dem geneigten Betrachter des Mobiliars eigentlich nichts mehr, als ...
... den Museumsbesuch bei original schwedischen Fleischklopsen ausklingen zu lassen oder ...
... doch lieber in die klassische Hot-Dog-Falle zu tappen.

(N24, DAPD)

16.02.2010 13:14 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Wissen