Um sich vor gefälschten Medikamenten zu schützen, sollten Verbraucher bei Internet-Apotheken besser auf Anbieter in Europa setzen. Das bestätigt Carl-Friedrich Theil von der Stiftung Warentest in Berlin. «Bei Händlern zum Beispiel aus Fernost besteht eher die Gefahr, dass man sich Fälschungen einhandelt», sagt Theil. So könne es leicht passieren, dass etwa Naturheilmittel aus China eine falsche Dosierung oder andere Wirkstoffe als angegeben enthalten. Ein typisches Beispiel seien auch Fälschungen der Potenzpille Viagra: «Da ist entweder nichts drin oder nicht das Richtige - und das kann zu üblen Neben- und Wechselwirkungen führen.»
Der illegale Handel mit gefälschten Medikamenten wird nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) zunehmen. Vor allem bei billigen Angeboten im Internet müssten Verbraucher sich vorsehen, um keine Fälschungen zu erhalten, teilte die Behörde am Freitag in Wiesbaden mit. Derzeit seien weltweit schätzungsweise rund zehn Prozent aller verkauften Arzneimittel Fälschungen. Auch in Deutschland steigen die Fallzahlen den Angaben zufolge seit Jahren: Nach einer ersten Erhebung waren es im vergangenen Jahr 2400 Fälle.
Vorsicht bei verschreibungspflichtigen Medikamenten
Seriöse Online-Apotheken könnten Verbraucher zunächst daran erkennen, dass sie auf ihrer Webseite ein Impressum und allgemeine Geschäftsbedingungen angeben, sagte Theil von der Stiftung Warentest. Die Stiftung hatte im vergangenen Oktober Anbieter getestet. Wichtig sei auch, dass es eine Beratungsnummer für telefonische Anfragen gibt. Auch Qualitätssiegel können bei der Einschätzung der Seriosität helfen: Der Bundesverband deutscher Versandapotheken (BVDVA) etwa prüft seine Mitglieder und vergibt ein entsprechendes Zertifikat.
Vorsicht sei besonders bei Online-Offerten geboten, bei denen verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorlage eines Rezeptes verkauft werden. «Das ist nicht erlaubt und daher grundsätzlich höchst unseriös», sagte Theil. Internet-Apotheken seien aber grundsätzlich nicht schlechter als Apotheken vor Ort. «Bei unseren Tests haben wir festgestellt, dass sich Mängel zum Beispiel bei der Beratung auf beiden Seiten gleichermaßen finden», sagte Theil. Der Vorteil von Online-Versandhändlern sei aber der Preis. So sei rezeptfreie Arznei im Netz oft günstiger zu haben, seit im Jahr 2004 die Preisbindung für solche Medikamente aufgehoben wurde.
(dpa, N24)
28.03.2008 16:18 Uhr






Was ist der BMI?
