Millionen Miese

Streik kann teuer werden

Durch den Pilotenstreik vom 22. bis 25. Februar 2010 muss die Lufthansa mit hohen Umsatzverlusten rechnen. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen ein Arbeitskampf teuer zu stehen kommt.

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Strich durch die Rechnung: Durch den Piloten-Streik muss die Lufthansa mit 25 Millionen Euro Verlust an Einnahmen rechnen.

Bis zu 25 Millionen Euro am Tag könnte das Unternehmen nach eigenen Angaben der Streik kosten. Diese Summe entspreche den Erlösausfällen, falls keine einzige Maschine abheben könnte, sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer. Wie stark der Flugbetrieb durch den Streik beeinträchtigt wird, sei jedoch noch unklar.

Teuerster Streik bisher im Jahr 2001

Streiks haben die Lufthansa schon mehrfach viele Millionen Euro gekostet. Den bislang härtesten Arbeitskampf in der Firmengeschichte erlebte die Fluggesellschaft im Jahr 2001. Damals kam es zu mehr als 2.000 Flugausfällen, bis zu 200.000 Passagiere waren betroffen.

Bei den Tarifverhandlungen im Frühjahr 2001 forderte die Pilotenvereinigung Cockpit für ihre damaligen 4.200 Mitglieder aufsehenerregende rund 30 Prozent mehr Einkommen. Das Angebot des damaligen Lufthansa-Chefs Jürgen Weber über 16,7 Prozent schlug die Gewerkschaft aus. Nach einer Urabstimmung Anfang Mai legten die Flugkapitäne eine härtere Gangart ein: Bis zum 17. Mai legten sie drei Mal die Arbeit nieder.

Genschers Schlichterspruch bringt Einigung

Streiks und Ausfälle kosteten den Konzern damals 75 Millionen Euro. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche einigten sich die Parteien auf Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) als Vermittler. Dessen Schlichterspruch vom 8. Juni sah vor allem eine stärkere Lohnkopplung an die wirtschaftliche Entwicklung vor. Für die Piloten bedeutete dies eine 28-prozentige Entgelterhöhung, für die Lufthansa nach damaligen Angaben des Unternehmens weitere Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro.

Nachdem der Konzern 2000 noch einen operativen Ertrag von rund einer Milliarde Euro verbuchen konnte, fiel er im Folgejahr drastisch auf 28 Millionen Euro.

Erst im Sommer 2008 hatte das Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa zuletzt gestreikt. Zeitweise blieben 40 Prozent der Langstreckenflotte am Boden, weil Techniker deren Wartung verweigerten. Verdi forderte eine Lohnerhöhung von 9,8 Prozent. Schließlich einigten sich die Parteien auf plus 7,4 Prozent in zwei Schritten für 50.000 Beschäftigte.

Piloten kämpfen um Sicherung der Arbeitsplätze

Den angekündigten Streik für Februar 2010 bezeichnete Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer als "unverhältnismäßig", er stehe in keinem Verhältnis zu der Forderung, die auf dem Tisch liege. Mit Blick auf die angekündigte Prüfung juristischer Schritte sagte der Unternehmenssprecher, es gebe "den einen oder anderen Zweifel." Es gehe um die Verhältnismäßigkeit und die Gründe des Streiks.

Im Kern des Tarifstreits geht es der Gewerkschaft um die Sicherung der Arbeitsplätze der deutschen Piloten. Vereinigung Cockpit (VC) fürchtet, Jobs könnten verloren gehen, weil die Lufthansa künftig mehr Strecken von Auslandstöchtern bedienen lässt, bei denen das Lohnniveau für den Konzern günstiger ist.

(AFP, dpa)

19.02.2010 16:26 Uhr

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