N24 Wissen - Wissenschaft, History und Dokumentationen
 

Hundertwasser

Farbenfrohe Kunst eines Visionärs

"Ich will zeigen, wie einfach es im Grunde ist, das Paradies auf Erden zu haben." Mit diesem Ziel wurde Hundertwasser weltbekannt. Am 19. Februar 2010 jährt sich zum zehnten Mal sein Todestag.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Hundertwasser ist der bekannteste österreichische Künstler der Nachkriegszeit. Mit seinen Werken schafft er Kunstobjekte, die einen hohen Wiedererkennungswert haben und weltweit bekannt sind. Am 19. Februar 2010 jährt sich sein Todestag zum zehnten Mal.
Zahlreiche Ausstellungen widmen sich dem Schaffen von Hundertwasser. Die bekannteste Dauerausstellung befindet sich in ...
... seiner Heimatstadt Wien. Das Museum Hundertwasser präsentiert einen Querschnitt seiner Werke, die zeigen wie vielfältig seine Kunstauffassung war: Malerei, Grafik, Tapisserie, Architektur und Ökologie. Er widmet sich den verschiedenen Bereichen, ...
... da für ihn Kunst nicht von einem Rahmen begrenzt sein sollte. Er bringt dabei stets sein soziales und ökologisches Engagement ein. Der österreichische Kunstkritiker Wieland Schmied versucht folgendermaßen Hundertwassers Kunst zu charakterisieren:
"Ein wesentlicher Teil der Wirkung von Hundertwassers Malerei geht von der Farbe aus. Hundertwasser setzt die Farbe instinktiv ein, ohne nach irgendwelchen, auch selbst festgelegten Regeln etwa bestimmte Farben bestimmten Zeichen zuzuordnen."
"Er bevorzugt intensive, leuchtende Farben und liebt es, Komplementärfarben unmittelbar nebeneinander zu setzen – etwa zur Pointierung der Doppelbewegung der Spirale. … Die Position seiner Malerei ist heute singulär und ohne Parallele."
Kunstkenner vermuten, dass der Ursprung seines labyrinthischen Spiralstils auch in der permanenten Spannung und Angst begründet liegt, die er im Zweiten Weltkrieg durchleben musste.
Am 15. Dezember 1928 wird er als Friedrich Stowasser in Wien geboren. Das Bild zeigt ihn 1932 mit seiner Mutter. Sein Vater stirbt nur dreizehn Tage nach seiner Geburt. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Im Zweiten Weltkrieg werden 69 jüdische Familienangehörige mütterlicherseits deportiert und getötet, auch Tante und Großmutter. Schon als Kind auf der Montessori-Schule in Wien ...
... wird sein "außergewöhnlicher Farben- und Formensinn" erwähnt. Das Bild zeigt Frühwerke von Hundertwasser, die im Jüdischen Museum in Wien ausgestellt waren.
Nach seinem Abschluss am Gymnasium besucht er für drei Monate die Wiener Akademie der bildenden Künste. Dort beginnt er seine Werke mit dem Künstlernamen "Hundertwasser" (Sto = hundert in slawischen Sprachen) zu unterzeichnen. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Bald ruft die Ferne. Er ist Einzelgänger und reist Zeit seines Lebens viel und gerne. Ab 1986 lässt er dieses Schiff umbauen, nennt es "Regentag" und nutzt es für zahlreiche Reisen. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Mit Aktionen macht Hundertwasser auf seine Ansichten aufmerksam. Das Bild zeigt ihn in der Eurovisions-Sendung "Wünsch Dir was". Hier demonstriert er sein Konzept der Dachbewaldung und der individuellen Fassadengestaltung. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Seit den frühen fünfziger Jahren setzt sich Hundertwasser mit der Architektur auseinander. Bekannte Bauwerke von ihm sind zum Beispiel der Wohnkomplex in der schwäbischen Stadt Plochingen, ...
... die Hundertwasserschule in Wittenberg (Umgestaltung einer Plattenbau-Schule) und ...
... die Müllverbrennungsanlage der Fernwärme Wien. Seinen Spiralstil setzt er auch architektonisch fort, wie ...
... hier bei dem Bauwerk "Waldspirale" in Darmstadt. Gerade Linien findet er eingrenzend, runde Formen sind befreiend. Ebenso der ökologische Baustil mit Dachbepflanzung ist hier umgesetzt.
Das Hundertwasserhaus in der Altstadt von Magdeburg, die so genannte "Grüne Zitadelle", ist das letzte große Bauprojekt von Hundertwasser. In dem Gebäude gibt es ein Hotel, 55 Mietwohnungen, Büros, Läden, eine Hundertwasser-Ausstellung und ...
... einen Kindergarten. Das Projekt kostete rund 27 Millionen Euro. Die rund 4000 Quadratmeter große Dachfläche wurde komplett begrünt und gibt so der "Grünen Zitadelle", deren Fassade rosa ist, ihren Namen.
Auch der Innenarchitektur widmet sich Hundertwasser. Das Bild zeigt die Toilette des Bahnhofs von Uelzen. Der "Hundertwasserbahnhof" in der niedersächsischen Stadt ist ...
... komplett nach den Entwürfen von Hundertwasser gestaltet worden. Nach dem Umbau ist er als "Bahnhof des Jahres 2009" gekürt worden. Das Gebäude wurde von einer Jury nach Punkten wie Kundeninformation, Sauberkeit und Anbindung in die Stadt ausgewählt.
Für die Ronald McDonald-Stiftung fertigt er einen Entwurf für dieses Haus in Essen an. Ronald-McDonald-Häuser dienen dazu, Familien schwer kranker Kinder während der Klinikbehandlung gemeinsam unterzubringen und zu unterstützen.
In seiner Wahlheimat Neuseeland gestaltet er diese öffentliche Toilette. Erst Anfang des Jahres 2010 wird eins seiner letzten Projekte eröffnet - ...
... der "Abensberger Hundertwasserturm" in Niederbayern. Der Märchenturm ist 35 Meter hoch und soll den Tourismus in der Hallertau ankurbeln.
Auch Bücher gestaltet Hundertwasser: 1993 lässt er sich für die Idee gewinnen, ein Design für die geplante Neuauflage des lateinisch-deutschen Schulwörterbuchs "Der kleine Stowasser" von seinem Namenswetter Joseph Maria Stowasser zu entwerfen.
1995 entwirft er nach mehrjähriger Arbeit eine eigene Bibelausgabe. Sie ist mit 82 Bildern illustriert, davon 32 Collagen, die er eigens für diese Edition geschaffen hat. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Zu seinen grafischen Arbeiten zählen zahlreiche Briefmarken-Gestaltungen. Diese Briefmarke entwirft er 1975 für Österreich. Sie trägt den Namen "Spiralbaum". (Foto: Hundertwasser Archiv)
Grafisch ist er auch für den Flugzeugbauer Boeing aktiv. Dieser Entwurf für die Gestaltung einer B 757 wird vom Vorstand jedoch abgelehnt. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Seit seiner frühesten Kindheit entwickelt Hundertwasser ein starkes Bewusstsein für Natur und Umwelt. Er ist bekennender Umweltaktivist. Das Bild zeigt ihn bei einer Baumpflanzaktion. (Foto: Hundertwasser Archiv)
Ebenfalls aus Umweltschutzgründen beschäftigt er sich seit 1975 mit der Humustoilette. Er hat verschiedene Baupläne unter Berücksichtigung der biologischen Wasserklärung entwickelt und ihre Funktion und Verwendung beschrieben. (Foto: Hundertwasser Archiv)
In Anlehnung an sein außergewöhnliches Leben bestehend aus Kunst und sozialem Engagement entwickelt der Musiker Konstantin Wecker 2003 das "Hundertwasser-Musical". Es wird jedoch wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach einem Jahr eingestellt.
Bis zu seinem Tod ist Hundertwasser aktiv, arbeitet an verschiedenen Architekturprojekten, verfasst ein Manifest gegen Genmanipulation und entwirft einen Katalog seiner eigenen Werke, den "Catalogue Raisonné". (Foto: Hannes Grob)
Am Samstag, dem 19. Februar 2000, stirbt Hundertwasser an Bord der Queen Elizabeth 2 während der Überfahrt von Neuseeland nach Europa an Herzversagen. Er wird auf seinem Grundstück in Neuseeland in Harmonie mit der Natur ...
... unter einem Tulpenbaum begraben: "Ich schließe halb die Augen wie beim Bilderkriegen und sehe die Häuser dunkelbunt statt hässlich hell und grüne Wiesen auf allen Dächern anstelle von Beton." (Foto & Zitat: Hundertwasser Archiv)
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Sein strahlendes Baby krabbelt um die ganze Welt und seine Männchen protestieren gegen die ignorante Aids-Politik. Die Graffitis von Keith Haring sind in den 80er Jahren allgegenwärtig. Vor 20 Jahren, am 16. Februar 1990, ist der Künstler gestorben.
In New York hat Haring eine unglaubliche Blitzkarriere gemacht. 1958 in der tiefen Provinz von Pennsylvania geboren, begeistert er sich für Comics, liebt Zeichentrickfilme und wählt sich Mickey Mouse zum Idol. In Pittsburgh beginnt er eine Ausbildung ...
... zum Grafiker, entflieht der kleinbürgerlichen Heimat aber bald nach New York. Dort experimentiert er an der School of Visual Arts mit Video und Performances. Auf leere Werbeflächen in der U-Bahn malt Haring erste Kreidefiguren.
Seine lustigen Männchen und eckigen Hunde tanzen und hopsen über die grauen Tafeln der U-Bahn. Die Graffitis sollen gute Laune verbreiten. Eher verdrossen reagiert allerdings die Polizei, die Haring wegen Sachbeschädigung wiederholt festnimmt.
Anfang der 80er Jahre werden seine Männchen außerhalb der U-Bahn-Schächte in den Galerien von Manhattan zum Erfolg. Seine frischen Bilder verknüpfen die Straße mit der etablierten Kunst.
Wie andere Pop-Art-Künstler, entnimmt auch Haring seine Piktogramme dem Alltag. Dieses Werk heißt "A pile of crowns for Jean-Michel Basquiat" - ein Dreieck, das an ein Warndreieck erinnert, in dem ein Haufen aufeinander gestapelter Kronen zusammenfällt.
Seine mutierten Micky-Mäuse strahlen in bunten Farben. Haring kommentiert immer wieder die Verehrung von Idolen und Phänomene der Massenkultur.
Nach der Ermordung von John Lennon malt er einen Mann mit einem großen Loch im Bauch, durch das wilde Hunde springen.
Er hinterfragt kritisch soziale Probleme, scheut aber nicht den seichten Kommerz. Für Swatch entwirft er eine Plastik-Uhr und für Wodka "Absolut" eine Anzeigenkampagne (siehe Bild).
Mit der Teilnahme 1982 an der documenta 7 in Kassel kommt Haring zu weltweiten Ehren. Daneben arbeitet Haring (l.) mit Künstlern wie Comedian Sandra Bernhard (M.), Madonna (r.), Grace Jones, Yoko Ono und Andy Warhol.
Er entwirft Bühnenbilder und Kostüme und formt aus Stahl bunte Skulpturen, die wie überdimensionale Spielfiguren wirken. Einen "Kopfstand" zeigt diese Skulptur von Haring vor der Berliner Gedächtniskirche.
Am Checkpoint Charlie malt er auf die Berliner Mauer Männchen in Schwarz, Rot, Gold.
Auf diesem Bild steht Haring im Oktober 1986 vor dem von ihm bemalten Stück Berliner Mauer.
Seine Bilder werden inzwischen zu Höchstpreisen gehandelt, es kommt zu einer regelrechten Preisexplosion. 1986 beginnt Haring selbst mit der kommerziellen Vermarktung:
In einem "Pop Shop" verkauft er T-Shirts, Einkaufstüten und Buttons an die breite Masse. Das Bild zeigt Haring bei der Eröffnung seines Pop Shops in Tokyo. Während seine Gemälde immense Summen erzielen, ...
... arbeitet er nebenher weiter gratis für soziale Projekte und Protestgruppen. Die Kunstwelt findet er einfach nur furchtbar, furchtbar langweilig.
Haring (r.) protestiert gegen Atomenergie, Apartheid und Drogenmissbrauch. Mit einer eigenen Stiftung unterstützt er zusammen mit Yoko Ono (Mitte unten) Kinderprogramme und Hilfsprojekte gegen Aids.
1988 erfährt Haring von seiner eigenen HIV-Infektion. Er engagiert sich stark in der "Act Up"-Bewegung, die sich mit Straßenkunst kämpferisch gegen die offizielle Aids-Politik auflehnt, ihr Slogan "Schweigen = Tod".
Die Gemälde von Haring werden jetzt immer düsterer und komplexer. Motive von Elend, Gewalt, Erlösung und Jenseits spiegeln die traurige Seite der Gegenwart, denn Aids hat Angst und Tod in die junge New Yorker Kunstszene geschleppt.
In seinen letzten Jahren malt Haring wie ein Besessener. "Das einzig Gute an der ganzen Sache ist diese wirkliche Intensität, die die Krankheit den Menschen angesichts der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, aufnötigt", kommentiert er 1988 seine Situation.
Keith Haring stirbt am 16. Februar 1990, im Alter von 31 Jahren, in seiner Wohnung am Broadway. Der Kunstmarkt spielt auf grausame Weise mit seinem Tod, unmittelbar vor und nach seinem Ableben schnellten die Preise in astronomische Höhen.
Seine Strichmännchen sind inzwischen Teil einer weltweiten Pop-Kultur. Wie eine SMS übermitteln sie kurze, einprägsame Botschaften.
Auf diesem Bild ist die Skulptur "Head through belly" zu sehen. Derartige moderne Hieroglyphen machten Keith Haring zu einem Star, der einmal sagte: "Alles, was man macht ist eine Sucht nach Unsterblichkeit."
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Er gilt als Meister des Phantastischen und Surrealen - Tim Burton. Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York widmet dem Filmemacher eine außergewöhnliche Ausstellung, die zeigt, dass Burton viel mehr als ein Filmemacher ist.
Vier Jahre lang hat das MoMA die Archive von Filmverleihern, Produktionsbüros und selbst Burtons Privatwohnung durchsucht, um ein möglichst umfangreiches Repertoire zu erhalten. Herausgekommen ist ...
... die größte Ausstellung, die das MoMA jemals für einen Einzelkünstler veranstaltet hat. Durch ein riesiges Maul betritt der Besucher Burtons Welt, bestehend ...
... aus Skizzen, Fotos, Videos, Puppen, Skulpturen und Zeichnungen. Mehr als 700 Objekte sind in den Räumen zusammengetragen und ...
... beleuchten die fast drei Jahrzehnte lange Karriere. Dabei widmet sich die Ausstellung in chronologischer Reihenfolge ...
... seinem Schaffen. Diese Zeichnung entstand 1982 für den Kurzfilm "Frankenweenie". Schon hier widmet sich Burton dem immer wiederkehrendem Motiv "Tod und Nachleben".
Ebenso wie dieses frühe Bild aus der Reihe "The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories". Skurrile Figuren, halb tot, halb lebendig aber immer mit viel Liebe zum Detail sind charakteristisch für Burton.
"The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories" ist eine Kinderbuch-Serie von Burton, die er nach vielen Jahren der Entwicklung 1997 veröffentlicht hat. Handlungsträger der insgesamt 23 Geschichten sind stets "nicht normale" Jungen oder Mädchen.
Dieses Bild aus den frühen 80er Jahren trägt den bezeichnenden Namen "Romeo and Juliet". In dieser Zeit findet Burton nur wenig Befriedigung bei seinem Job als Animationskünstler bei Disney. Also ...
... tobt er sich privat bei seinen Malereien aus. Hier ist eine Skizze einer seiner Cartoon Serien zu sehen. Amors Pfeil trifft nicht das Herz , sondern die Augen zweier Verliebter. Pechschwarzer Humor ist ihm ebenfalls eigen.
Nach dem Halloween-Brauch "Trick or Treat" (sinnbildlich auf Deutsch "Süßes, sonst gibts Saures") benannte Burton dieses und ...
... ebenso dieses Bild. Schaurige Räume und geisterhafte Kreaturen, dazwischen ein alleingelassener Junge - es scheint als ob Burton seine eigene verschobene Realität auf Papier bringt.
Auch vor großen Künstlern macht seine Fantasie nicht halt. Dieses Exponat trägt den Namen "Picasso Woman". Unnatürliche Formen und Farben - für Burton anscheinend normal.
Die zeitgenössische Popkultur im Blick, entwirft Burton in diesem Bild mit dem Namen "Ramone" seinen eigenen Rockstar. "The Ramones" waren in den '70er und '80er Jahren eine der angesagtesten Bands und standen für eine neue und unkonventionelle Musik.
1988 gelang Burton der Durchbruch als Regisseur und Produzent mit dem Film "Beetlejuice". Dieser gewann einen Oscar in der Kategorie "Make-Up". Wie auf diesem Bild seiner "Creature Series" steht auch in "Beetlejuice" ein verrückter Geist im Mittelpunkt.
Burton bekam nach dem Erfolg von "Beetlejuice" 1989 die Regiearbeit für den Film "Batman" angeboten, welche er freudig annahm und dabei Michael Keaton als Hauptdarsteller einsetzte. Die berühmte Batman-Maske darf natürlich in der Ausstellung nicht fehlen.
Im darauffolgenden Jahr verfilmt Burton den Kinoerfolg "Edward mit den Scherenhänden". Dieses Ausstellungsbild ist die Skizze, wie er sich seine Hauptfigur vorstellte. Erstmals setzt er Jonny Depp in seinem Film ein. Es ist der Beginn ...
... einer langen Freundschaft und einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit auf der Kinoleinwand. Auf diesem Bild besucht Jonny Depp die Eröffnung der MoMA-Ausstellung. Anlässlich der ...
... Burton-Ausstellung hat das MoMA zu einer Benefizgala eingeladen. Ein Tisch kostete bis zu 75.000 Dollar. Es kommen neben Burton und seiner Frau Helena Bonham Carter ...
... unter anderem auch Mary-Kate und Ashley Olsen sowie ...
... der Schauspieler Danny DeVito, mit dem Burton ebenfalls mehrere Rollen seiner Filme besetzte.
1993 produziert Burton den Zeichentrickfilm "Nightmare Before Christmas". Das Ausstellungsbild ist dem gezeichneten Storyboard des Films entnommen.
Burton schreibt das Drehbuch und entwickelt die Story und die Charaktere für den etwas anderen Weihnachtsfilm. Entgegen dem weit verbreiteten Irrtum führt Burton für den Film allerdings nicht selber die Regie. Regisseur des Films ist Henry Selick.
Burtons Filme faszinieren entweder durch düstere Szenarien wie zum Beispiel in "Batman" oder durch einen skurrilen Humor wie in "Mars Attacks!", den er 1996 dreht. Schon beinahe wie im Film sieht Burtons Zeichnung der außerirdischen Aliens aus.
Mit "The World of Stainboy" produziert Burton im Jahr 2000 eine sechsteilige Reihe von Animations-Kurzfilmen, die er im Internet veröffentlicht. Auf diesem Bild bedroht eine gigantische Bowlingkugel die Hauptfigur "Stainboy".
Die Organisatoren der Burton-Ausstellung wollen sich nicht mit den Zeichnungen und Skizzen des Ausnahmetalents begnügen. Über Lautsprecher ist komponierte Musik von ...
... Danny Elfmann zu hören. Der Filmkomponist trägt für zahlreiche Filme von Burton die musikalische Verantwortung. Ein weiteres Augenmerk legt die Ausstellung auf ...
... hochwertig gefertigte Skulpturen und Figuren, die die Fantasieprodukte Burtons auch ins Dreidimensionale übertragen sollen. Dafür haben die Organisatoren mit Künstlern, wie ...
... Bühnenbildner Albert Cuellar kooperiert, der für zahlreiche Projekte mit Burton zusammengearbeitet hat und nun für die MoMA-Ausstellung einige Exponate angefertigt hat. Wie zum Beispiel ...
... den "Ballon Boy". Tim Burton hat diese aufblasbare Figur eigens für die Ausstellung entworfen. Er empfängt die Besucher im Eingangsbereich und beeindruckt mit seiner Höhe von fast 6,5 Metern und den vielen aufgemalten Augen.
Auch dieses Schwarzlicht-Karussel gehört zu den neu entworfenen Ausstellungsstücken. Das filigrane Karussel hängt an der Decke und ein Plasmaball am unteren Ende erzeugt faszinierende Lichteffekte.
Hier ein paar weitere Beispiele von ausgestellten Skulpturen: skurrile Figuren, ...
... aus dem Film "Beetlejuice" ein Schlangenwesen mit einem Menschenkopf wie aus einer Fabel stammend, ...
... ein Roboter-Boy, ...
... Puppen die halbzerfallen Kinder darstellen, ...
... eine Figur aus Burtons Kinderbuch-Serie "The Melancholy Death of Oyster Boy and Other Stories" und natürlich ...
... eine schaurig schöne Geisterskulptur mit Halloween-Kopf und zerfetztem Tuch am Skelettkörper.
Weitere Ausstellungsstücke sind diverse Fotografien, die Burton im Laufe seiner Karriere umgesetzt hat. Beispielsweise diese "Blaue Dame" mit einem Baby im Arm und einem Totenschädel unter sich. Dieses und auch ...
... dieses kuriose Weihnachtsbild setzt Burton zusammen mit Bühnenbildnern aufwändig und mit Liebe zum Detail um.
Die MoMA-Ausstellung "TIM BURTON RETROSPECTIVE" ist noch bis zum 26. April 2010 im Museum of Modern Arts zu bewundern. Wer also demnächst einen New York Trip plant, hat einen Programmpunkt mehr auf seiner Liste.
Klicken Sie auf das Bild, um die Galerie zu starten.
Tod und Verfall, Vergnügen und Hurerei: Das waren die großen Themen von Otto Dix, einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Am 25. Juli 2009 jährt sich sein Todestag zum 40. Mal. (Selbstbildnis, 1922)
In die Geschichte ist er als großer Expressionist und Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" eingegangen. Eine Kunstrichtung, die die gesellschaftliche Realität der Weimarer Republik reflektiert hat. ("Der wilde Mann", 1915-16)
Otto Dix wird 1891 in Gera geboren. Er wächst in einer kleinbürgerlichen Familie auf. Sein Zeichenlehrer erkennt sein Talent und fördert ihn. Später absolviert Dix eine Lehre bei dem Dekorationsmaler Carl Senff. ("Skatspieler", 1920)
Es folgt ein Studium in Dresden. Anfangs setzt sich Dix intensiv mit Expressionismus, Kubismus und Dada auseinander. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Dix meldet sich freiwillig … ("Barrikaden", 1920)
… zum Kriegsdienst. Was er an der West- und Ostfront erlebt, verarbeitet er in seinen Bildern. Schonungslos zeichnet er das Grauen jener Tage. In "Sturmtruppe" stellt er Handgranaten werfende Soldaten dar. ("Sturmtruppe geht unter Gas vor", 1924)
Die Männer, deren Gesichter von Gasmasken verdeckt sind, haben nichts Menschliches mehr an sich. Zu betonen ist, dass Dix deutsche und nicht feindliche Soldaten zeichnet. Das bringt ihm …
… Kritik ein. Dix lasse es gegenüber den Soldaten, immerhin seinen ehemaligen Kameraden, am gebührenden Respekt fehlen, heißt es. Statt das Heldentum zu verherrlichen, … ("Kriegstriptychon“, 1932)
… prangert Dix die Vernichtungswut an. Alle Kriegsradierungen und das "Kriegstriptychon“ fasst der Künstler später im Zyklus "Der Krieg“ zusammen. Dix hat den Durchbruch geschafft. ("Der Mord", 1922)
Der Künstler thematisiert aber auch die Folgen des Krieges. Er nimmt eine Gesellschaft zwischen Verzweiflung und Vergnügungssucht wahr. Dieses Gefühl setzt er in Porträts der Tänzerin Anita Berber (1925) oder …
... des Schauspielers Heinrich George (1933) um.
Aber auch vor der käuflichen Liebe macht er nicht Halt, wie die "Drei Weiber" (1926) erkennen lassen. Wichtig ist ihm dabei, den ersten Eindruck darzustellen.
Überhaupt sind Frauen ein großes Thema Dix’. Er war kein Kostverächter. Er war zwar mit seiner Frau Martha verheiratet, hatte aber viele Geliebte. Und die tauchen immer wieder in seinen Gemälden auf. ("Selbstbildnis mit Muse", 1924)
"Ich muss Sie malen! Ich muss!" So soll Dix die Journalistin Sylvia von Harden auf der Straße angesprochen haben. Dix ist fasziniert, gehört sie doch zum neuen Typ Frau …
… zu Beginn der 20er Jahre: emanzipiert, unabhängig, zielstrebig und meistens erfolgreich. Im Triptychon "Großstadt" (1927/28) …
… versucht Dix all diese Spannungen in der Gesellschaft der Weimarer Republik zusammenzufassen. ("Großstadt", 1927/28)
1933 kommen die Nationalsozialisten an die Macht. Dix ist einer der ersten Künstler, die von den Nazis diffamiert werden. Er verliert seine Professur an der Kunstakademie in Dresden. Ab 1937 gelten seine Werke … (Gruppenbild)
… als "gemalte Wehrsabotage". Sie werden abgehängt und zum Teil verbrannt. 1938 wird Dix sogar für zwei Wochen inhaftiert. ("Schädel", 1924)
Mitten in dieser schweren Zeit erhält Dix einen seiner größten Aufträge: Für den Besitzer der Köstritzer Brauerei malt er im altmeisterlichen Stil eine Darstellung des heiligen Christophorus (1939).
Im Sommer 1933 zieht sich Dix an den Bodensee zurück. Dem physischen Umzug folgt ein künstlerischer. Er beschäftigt sich mehr mit Landschaftsbildern und christlichen Themen. "Die Große Kreuzaufrichtung" (1962) wird später zum Meilenstein.
Im "Selbstbildnis mit Palette vor rotem Vorhang" (1942) ist schon eine künstlerische Veränderung zu bemerken: Vor einer Weltlandschaft im Hintergrund heben sich heftige, freie Pinselstriche auf Palette und Malerkittel ab.
Ab 1946 ändert Dix seine Malweise grundlegend. Er malt wieder wie vor 1922/1923, wodurch er sich eine spontanere Malerei erhofft. ("Rufende Frauen", 1957)
Am 25. Juli 1969 stirbt Dix (m.) in Singen am Hohentwiel.

(N24, Danilo Brandt)

19.02.2010 11:14 Uhr

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Wissen