Statt Verkauf

Kabel Deutschland soll an die Börse

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland soll noch 2010 an die Börse gebracht werden. Es wäre der erste große Börsengang in Deutschland seit mehr als zwei Jahren.

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Die Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München. Die GmbH soll noch 2010 in eine AG umgewandelt und an die Börse gebracht werden.

Bei Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) laufen die Vorbereitungen für einen Börsengang auf Hochtouren. Geplant sei eine Notierung der Muttergesellschaft, der Kabel Deutschland Holding GmbH, teilte das Unternehmen in München mit. Zuvor soll diese in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Beim Börsengang sollten lediglich Aktien aus dem Eigentum der jetzigen Gesellschafter verkauft werden. "Voraussichtlich wird nur ein Minderheitsanteil von den Gesellschaftern verkauft", sagte eine Unternehmenssprecherin. Weitere Details wie etwa den Zeitplan wollte sie nicht nennen.

In einem Bericht der Zeitung "Die Welt" hieß es, das Unternehmen strebe eine Börsennotierung noch vor Ostern an. Die Vorbereitungen seien bereits "relativ weit gediehen". Zeigten sich die Kapitalmärkte weiterhin so robust wie zuletzt, sei die Erstnotierung bereits in den nächsten Wochen möglich. Die KDG-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Bei Experten hieß es allerdings, die Vorbereitungen dürften einige Zeit in Anspruch nehmen. So müsse die Umwandlung in die Aktiengesellschaft zunächst ins Handelsregister eingetragen, eine Genehmigung bei der Finanzaufsicht BaFin eingeholt und ein Börsenprospekt im Internet veröffentlicht werden.

Rund neun Millionen Kunden

Britische Medien hatten am Wochenende berichtet, dass der Haupteigentümer Providence für KDG einen Börsengang plane, statt das Unternehmen zu verkaufen, in Branchenkreisen war dies bereits am Montag bestätigt worden. Die US-Beteiligungsgesellschaft hatte 2003 zusammen mit anderen Investoren KDG von der Deutschen Telekom übernommen und hält heute rund 88 Prozent. KDG versorgt in Deutschland rund 8,9 Millionen Haushalte in 13 Bundesländern. Zuletzt hatte es Spekulationen über den Verkauf von KDG gegeben. Mindestens fünf Interessenten sollen demnach Gebote in Höhe von je rund sechs Milliarden Euro für KDG abgegeben haben.

Den Berichten zufolge könnte Providence gut ein Viertel der Anteile an die Börse bringen wollen und plane damit rund eine Milliarde Euro einzuspielen. Damit könnte es der erste Milliarden-Börsengang nach mehr als zwei Jahren werden. Die Finanzinstitute Morgan Stanley, Deutsche Bank und JPMorgan sollen mit dem Projekt betraut sein. Kabel Deutschland will vor allem mit sogenannten Triple-Play-Diensten wachsen, einem Paket-Angebot aus Fernsehen und Radio, schnellen Internetanschlüssen und Telefonie über das Fernsehkabel.

(dpa, N24)

23.02.2010 16:16 Uhr

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