Streit um Atomlaufzeiten

CDU-Mittelständler wenden sich von Röttgen ab

Der Mittelstandsflügel der Union geht auf Distanz zu Umweltminister Norbert Röttgen. Die Laufzeiten der deutschen AKW müssten bis über das Jahr 2030 hinaus verlängert werden, so die Politiker.

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Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) bekommt Gegenwind aus der eigenen Partei. Der Mittelstandflügel will die deutschen AKW über das Jahr 2030 hinaus am Netz lassen.

Der Mittelstandsflügel der Unionsfraktion geht auf Distanz zu Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Streit über das Tempo für den Atomausstieg. Unionsfraktionsvize Michael Fuchs hält eine Abschaltung der 17 Atomkraftwerke bis 2030 derzeit nicht für verantwortbar. Sie entsprächen international strengsten Sicherheitsvorschriften und müssten bis auf weiteres am Netz bleiben, auch um Versorgungslücken der alternativen Energien aufzufangen, heißt es in einem Positionspapier des Vorsitzenden des Mittelstandsflügels, über das die "Bild"-Zeitung berichtete.

Fuchs fordert eine Entwicklung der erneuerbaren Energien mit "Realitätssinn und Augenmaß". "Wenn eben der Wind nicht bläst, wenn die Sonne nicht scheint, dann haben wir keine erneuerbaren Energien, das heißt dann steht die Wirtschaft still", sagte Fuchs dem RBB-Inforadio. Umweltminister Röttgen spricht sich - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - für längere Laufzeiten der Atommeiler aus, hält es aber für denkbar, dass die Kernkraft 2030 von Öko-Energien abgelöst werden kann. Dagegen gibt es in der Union und der FDP auch Forderungen nach längeren Laufzeiten. Der Koalitionsvertrag nennt keinen konkreten Zeitpunkt für einen Ausstieg. Nach dem Atomausstiegskonzept der rot- grünen Bundesregierung aus dem Jahr 2000 sollen alle Meiler bis 2022 schrittweise abgeschaltet werden.

(dpa, N24)

26.02.2010 11:55 Uhr

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