Nach dem Erdbeben

In Chile wächst die Angst vor Plünderungen

Nach dem Beben mit einer Stärke von 8,8 und mindestens 700 Toten wächst in Chile die Angst vor Plünderungen und Gewalt. Politiker fordern den Einsatz der Armee in den betroffenen Gebieten.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Um Plünderungen und Unruhen zu vermeiden, ist in einigen Städten bereits das Militär aufmarschiert.
Nach dem Beben kam das Wasser - der chilenischen Bevölkerung blieb nichts erspart.
Plünderungen sind jetzt in vielen Orten Chiles statt - wie hier in Concepcion.
Bitte auf das Bild klicken, um die Galerie zu starten!
Mega-Beben vor Chile: Das fünftstärkste Erdbeben seit mehr als 100 Jahren hat am Sonnabend Chile erschüttert. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 8,8 ...
... lag im Südpazifik, 320 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Das Beben löste mehrere Tsunami-Wellen aus, die sich über den ganzen Ozean ausbreiteten.
Nach den Erdstößen am frühen Samstagmorgen (3.34 Uhr Ortszeit) verließen die Menschen geschockt und verängstigt ihre Häuser. Viele verbrachten aus Angst vor Nachbeben ...
... die restliche Nacht auf der Straße. Und tatsächlich, die Erde bebte viele Male. Über das Ausmaß der Schäden bestand in der Nacht noch weitgehend Unklarheit.
Das chilenische Fernsehen zeigte in der Nacht Bilder brennender Häuser. Offenbar waren bei dem Beben ...
... auch Gasleitungen beschädigt worden. Vielerorts sind zudem auch die Wasser- und Stromversorgung sowie das Telefon ausgefallen.
Unter den Trümmern eines eingestürzten Parkhauses sind Dutzende Autos begraben worden. Zunächst war nicht klar, ...
... ob sich in den verschütteten und teils völlig zerquetschten Wracks auch Menschen befanden.
Das Fernsehen zeigte Bilder verletzter und blutüberströmter Menschen. Staatspräsidentin Michelle Bachelet (rechts) drückte ihre ...
... Sorge und Hoffnung aus, dass trotz des heftigen Bebens und der offenbar immensen Schäden nur wenige Menschen starben.
Erst am Morgen zeigte sich dann das ganze Ausmaß der Schäden. Highways wurden in und um die Großstädte ...
... Santiago de Chile und Concepcion durch die Erdstöße teilweise zerstört.
Viele wurden während der Fahrt von dem Beben überrascht. Sie rasten auf den zerborstenen Hochstraßen ...
.. in breite Spalten oder gegen Hindernisse, die einen Tag zuvor noch nicht da waren.
Auch andernorts stürzten Hochstraßen und Brücken ein als beständen sie aus Lego-Steinen. Straßen wurden ...
... durch breite Risse und metertiefe Löcher zu gefährlichen Hindernis-Parcours.
Besonders schwer wurde die Großstadt Concepcion getroffen. Hier sind ...
... viele Häuser teils schwer beschädigt worden. Auf den Straßen versperren Gebäudetrümmer ...
... die Durchfahrt. Autos wurden unter herabgestürzten Häuserteilen begraben.
Auch in der Großstadt Talca südlich der Hauptstadt Santiago richtete das Erdbeben ...
... große Schäden an. In einigen Straßenzügen blieb kaum ein Haus unbeschädigt, ...
... viele sind sogar unbewohnbar geworden.
Feuerwehrleute suchen in den Trümmern fieberhaft nach Verschütteten.
Verzweifelt blicken viele Bewohner der Stadt auf die Trümmer ihrer Existenz.
Ihr Besitz liegt völlig zerstört unter Tonnen von Schutt begraben.
Große Schäden auch in Santiago: Aus den Trümmern zerstörter Häuser am Stadtrand steigt eine riesige Rauchsäule empor.
Dieses Mietshaus in der chilenischen Hauptstadt ist so schwer beschädigt worden, dass es nach dem Beben vermutlich ...
... unbewohnbar ist. Eine komplette Gebäudewand stürzte durch die schweren Erdstöße ein.
In den Trümmern ihres Zuhauses suchen diese Menschen nach ihren Habseligkeiten.
Bei diesem Haus wurde der Hausflur von geborstenen Gebäudeteilen völlig eingedrückt und unpassierbar gemacht.
Ein Mann sieht sich in einem völlig zerstörten Geschäft in Santiago um.
In den Trümmern eines Hauses läuft verängstigt ein Hund umher.
Ungläubig schaut diese Frau auf ihr nach dem Erdbeben völlig schief stehendes Wohnhaus.
Die Sachschäden in Chile sind nach dem Beben groß. Die Zahl der Toten und Verletzten blieb aber offenbar überschaubar.
Video: Nach Erdbeben in Chile - Tsunami erreicht Pazifik-Anrainer

Nach dem schweren Erdbeben in Chile mit mehr als 700 Toten wächst in den betroffenen Regionen die Angst vor Plünderungen und Gewalt. Der künftige Präsident des Landes, Sebastián Piñera, sprach sich für den Einsatz der Armee aus, um Unruhen zu vermeiden. Noch am Morgen erschütterte ein Nachbeben der Stärke 6,2 das südamerikanische Land. Noch-Staatschefin Michelle Bachelet solle die Armee in die betroffenen Gebiete schicken, um Verbrechen, Plünderungen und Unruhen zu verhindern, sagte Piñera vor Journalisten. Recht und Ordnung drohten verloren zu gehen. Piñera war im Januar zum neuen Präsident des Landes gewählt worden und soll am 11. März sein Amt antreten.

Ausgangssperre in Concepción verhängt

Um Plünderungen vorzubeugen, wurde über die besonders schwer betroffene 400.000-Einwohner-Stadt Concepción eine Ausgangssperre verhängt. Sie trat am Sonntagabend 21.00 Uhr (Ortszeit, Montag 01.00 Uhr MEZ) in Kraft und sollte nach Angaben der Behörden bis in die Morgenstunden gelten. Überall in der schwer zerstörten Stadt wurden die Menschen mit Lautsprecher-Durchsagen auf die Ausgangssperre hingewiesen. Bei Verstößen drohten die Behörden mit Festnahmen. In den betroffenen Regionen suchten Rettungskräfte fieberhaft nach möglichen Überlebenden.

Rettungsaktion läuft auf Hochtouren

Aus den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses in Concepción konnten die Rettungskräfte zunächst nur acht Leichen bergen. "Es gibt aber noch 48 eingeschlossene Personen, die offensichtlich noch leben", sagte der Sprecher der Rettungskräfte, Ignacio Carrizo. "Wir arbeiten hart und wir werden nicht nachlassen, bis wir alle gerettet haben." Das 14-stöckige Hochhaus war bei dem schweren Erdbeben am Samstagmorgen zusammengestürzt, viele Bewohner wurden unter den Trümmern begraben.

Plünderungen nach dem Erdbeben

In Concepción und anderen Städten war es über das Wochenende zu schweren Plünderungen gekommen. Bachelet verhängte deshalb am Sonntag den Ausnahmezustand über die beiden am stärksten betroffenen Regionen Maule und Biobio. Er gelte zunächst für 30 Tage und solle die öffentliche Ordnung garantieren sowie schnellere Hilfslieferungen ermöglichen, sagte die Präsidentin. Die Armee werde dabei mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten, kündigte Verteidigungsminister Fancisco Vidal. Die chilenische Luftwaffe habe 10.000 Mann entsandt.

Mindestens 708 Tote

Durch das Erdbeben am Samstagmorgen und die folgenden Flutwellen starben mindestens 708 Menschen. Die Zahl der Vermissten nehme ständig zu, weshalb die Totenzahl weiter steigen werde, sagte Bachelet. Das Erdbeben sei «eines der fünf stärksten» in der Geschichte des Landes; etwa zwei Millionen Menschen seien betroffen. Der Verteidigungsminister räumte ein, die Regierung habe einen Fehler begangen, indem sie nach dem schweren Beben nicht die Gefahr eines Tsunamis in Betracht gezogen habe.

Nach dem Hauptbeben wurde Chile immer wieder von Nachbeben erschüttert. Ein besonders starkes ereignete sich am Morgen. Dieses hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 6,2. Sein Epizentrum lag in etwa 35 Kilometer Tiefe gut hundert Kilometer nordöstlich der Stadt Talca. Auf dem schwer beschädigten Flughafen von Santiago de Chile landeten am Sonntag einige wenige Flugzeuge mit Ausnahmegenehmigungen. Offiziell wieder öffnen werde der Flughafen wohl nicht vor Dienstag, sagte ein Sprecher des Airports.

(AFP, N24)

01.03.2010 10:12 Uhr

N24 in den Sozialen Netzwerken:

N24 auf Facebook N24 auf Twitter N24 auf Google+
SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Panorama