Olympia-Bilanz

Kein Tag ohne deutsche Medaille

Die Olympischen Winterspiele in Vancouver endeten für Deutschland mit der zweitgrößten Medaillenzahl der Geschichte. Wir geben einen Überblick, welche Olympioniken Edelmetall erkämpfen konnten.

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Deutschland ging nach Olympia 2006 und dem damaligen ersten Platz im Medaillenspiegel als "Titelverteidiger" nach Vancouver. Der Anspruch war also groß. Es wurde am Ende ein goldenes Olympia, wo jeden Tag mindestens eine Medaille gefeiert werden konnte.
Einen tragischen Anfang hatten die diesjährigen Olympischen Winterspiele jedoch mit dem Tod des georgischen Rodlers Nodar Kumaritaschwili. Der erst 21-Jährige verunglückte während eines Traininglaufes. Die Deutschen verdauten den Schock und holten ...
... insgesamt 30 Medaillen, davon 10 Goldene. Zwei davon holte Biathletin Magdalena Neuner. Sie gewann zum einen die 10km Verfolgung und freute sich riesig. Ohne damit zu rechnen, ...
... holte sie auch noch Gold im 12,5km Massenstartrennen: "Schwupps habe ich meine zweite Goldmedaille." Ihr wurde während der Schlussfeier die Ehre zu teil, die deutsche Fahne tragen zu dürfen.
Ebenfalls zwei Gold-Medaillen gewann Skifahrerin Maria Riesch. Zum Gold in der Super-Kombination gratulierte ihr Verteidigungsminister Guttenberg. Er wettete mit Innenminister de Maiziere, ob Bundeswehr oder Polizei ...
... mehr Medaillengewinner stellen werden. Gewonnen haben Guttenberg und "seine" Bundeswehr, die 21 Medaillen holten. Maria Riesch freut sich hier über ihr zweites Gold im Slalomrennen.
Ganz aus dem Häuschen war Rodler Felix Loch. Er trat in die großen Fußstapfen von Georg Hackl und holte überzeugend Gold im Rodel-Einsitzer. Er raste zum ersten deutschen Gold dieser Winterspiele.
Im Zweierbob der Herren feierten Andre Lange (l) und Kevin Kuske ihren Sieg. Mit Langes viertem Olympia-Gold ist er der erfolgreichste Bobpilot der Welt.
Nach einem dritten Platz im ersten Durchgang steigerte sich Tatjana Hüfner im Eiskanal von Whistler enorm und ergatterte zum Schluss ihr erstes Olympia-Gold. "Ich danke allen, die mir geholfen haben", so teilte sie ihr Glück.
Zusammen unschlagbar: Die deutschen Langläuferinnen Evi Sachenbacher-Stehle (r) und Claudia Nystad feierten in Whistler ein Sensations-Gold im Teamsprint.
Als Geheimfavoritin gestartet, nutzte Viktoria Rebensburg eiskalt ihre Chance und gewann Gold im Ski-Alpin-Riesenslalom. Ohne jemals ein Weltcup-Rennen gewonnen zu haben, fuhr sie in Vancouver die schnellste Zeit.
Gold in der Eisschnelllauf-Teamverfolgung (v.l.): Daniela Anschütz-Thoms, Anni Friesinger-Postma, Stephanie Beckert und Katrin Mattscherodt. Es war ein kurioser Wettkampf, in dem Anni Friesinger-Postma sich und das Team mit einem Sturz ins Finale brachte.
Wir kommen zu den Silbermedaillen: Neben zwei Mal Gold holte Biathletin Magdalena Neuner einen zweiten Platz und damit Silber im 7,5km-Sprintrennen. Mit insgesamt drei Medaillen ist sie damit die erfolgreichste Athletin im deutschen Team.
Stephanie Beckert musste sich im Eisschnelllauf auf der 5000m-Strecke nur der überragenden Tschechin Martina Sablikova geschlagen geben und gewann Silber. Über die ...
... 3000 Meter holte sie mit einem fulminanten Endspurt ebenfalls den zweiten Platz. Inklusive der Gold-Medaille im Team bringt sie also drei Medaillen mit nach Hause.
David Möller musste sich nur seinem Teamkollegen Felix Loch geschlagen geben und holte Silber im Rodel-Einsitzer. Damit feierten die deutschen Rodler erstmals seit 1988 wieder einen Olympia-Doppelerfolg.
In Vancouver musste sich Jenny Wolf in einem Wimpernschlagfinale geschlagen geben und holte Silber. Damit blieb der Weltrekordlerin nach drei WM-Titeln in Folge und jahrelanger Dominanz auf der Sprintstrecke das Olympia-Gold versagt.
Vier konstant gute Läufe brachten Kerstin Szymkowiak das Silber im Skeleton. Es ist die erste deutsche Skeleton-Medaille in der olympischen Geschichte.
Der Bayer Tobias Angerer holte im 30km Langlauf der Herren eine weitere Silber-Medaille nach Deutschland.
Im schwierigen Eiskanal von Whistler eroberten sich Thomas Flörschütz (l) und Richard Adjei die silberne Medaille.
Überglücklich waren die deutschen Skispringer nach dem Gewinn der Silber-Medaille (v.l.): Michael Neumayer, Andreas Wank, Martin Schmitt und Michael Uhrmann.
Die deutschen Langläufer Tim Tscharnke (l.) und Axel Teichmann sicherten sich ebenfalls eine silberne Medaille. Schlussläufer Teichmann musste erst kurz vor dem Ziel seinen Gegner vorbei ziehen lassen.
Auch die weiblichen Langläuferinnen schafften eine Silber-Medaille und zwar in der Staffel (v.l.): Katrin Zeller, Evi Sachenbacher-Stehle, Miriam Gossner und Claudia Nystad.
Mit Silber im Viererbob hat Ausnahmepilot André Lange (2. v.r.) im letzten Rennen seiner Karriere seine fünfte Olympia-Medaille eingefahren. Mit an Bord waren (v.l.): Kevin Kuske, Martin Putze und Alexander Rödiger.
Der 30-jährige Axel Teichmann schaffte einen historischen zweiten Platz im 50km-Massenstart. Es ist erst das zweite Edelmetall in der nordischen "Königsdisziplin". Insgesamt holte das deutsche Team 13 Silber-Medaillen.
Den Bronzereigen eröffnen etwas enttäuscht die Weltmeister im Eiskunstlauf Aljona Savchenko und Robin Szolkowy. Nach ihrer nicht ganz fehlerfreien Kür und einem Sturz schaffen sie trotzdem den dritten Platz.
Bei ihrem Olympia-Debüt landete die Rodlerin Natalie Geisenberger im Einsitzer gleich auf dem Bronzerang. Sie absolvierte die Rodelbahn in 0,577 Sekunden Rückstand hinter ihrer Teamkollegin und Gewinnern Tatjana Hüfner.
Ebenfalls auf der Rodelbahn holten Patric Leitner und Alexander Resch eine bronzene Medaille. Ein schöner Erfolg zum Ausklang ihrer Karriere.
Für einen Doppeltriumph des deutschen Teams im Skeleton sorgte Anja Huber. Sie schaffte hinter der deutschen Zweitplatzierten Kerstin Szymkowiak den dritten Platz. Zu Gold wie ihr Helm wurde die Medaille dann leider trotzdem nicht.
Nach drei Edel-Metallen verzichtete Magdalena Neuner auf den Staffelstart im 4x6km-Biathlonrennen. Es reichte für die vier Damen zum dritten Platz hinter Russland und Frankreich. V.l.: Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel.
Als Einzelkämpferin ergatterte Biathletin Simone Hauswald neben dem Staffel-Bronze auch einen dritten Platz in der 12,5km-Massenverfolgung.
Und zum Abschluss der deutschen Medaillengewinnerliste eroberten sich die Nordischen Kombinierer einen Bronzerang. Johannes Rydzek, Tino Edelmann, Eric Frenzel und Björn Kircheisen (v.l.) mussten sich nur Österreich und den USA geschlagen geben.
Mit einer unterhaltsamen Show verabschiedete sich Gastgeber Kanada von der olympischen Sportwelt. Deutschland konnte seinen ersten Platz in der Nationenwertung nicht verteidigen, aber schaffte hinter Kanada einen respektablen zweiten Platz.
Eine gewisse Aggressivität muss schon vorhanden sein, wenn man bei einem großen Sport-Event gewinnen möchte.
Selten aber ist die Anspannung der Sportler derart groß wie beim Eiskunstlauf bei den Olympischen Spielen.
Diese aussagekräftige Performance der beiden russischen Eisläufer nennt sich übrigens "Tango Romantica".
Dem Blick nach zu urteilen, hat dieser Tänzer mit seiner Partnerin noch eine Rechnung offen, während ...
... dieser junge Mann etwas anderes als seine Partnerin im Kopf zu haben scheint.
Mit teuflischen Blicken wird versucht die Konkurrenz einzuschüchtern.
Die anderen tragen ihre Konflikte direkt auf dem Eis aus: "Schmerzt das, Schatz?"
Von Vorteil könnten beim Eislaufen auch die...
… uralten Kampf-Techniken der Ninjas sein, …
… zumindest kann man das bei diesen Flugeinlagen annehmen.
Ob diese Figuren …
… allerdings so geplant waren, …
… ist eher zu bezweifeln.
Breakdance on Ice?
Schauen wir uns noch ein paar außergewöhnliche Kunststückchen an.
"Headbanging on Ice".
Fällt er oder schwebt er?
Karate-Kid
Das scheint zu schmerzen ...
… und das schaut auch nicht gesund aus.
Einmal nach links …
… und einmal nach rechts.
Zu guter Letzt noch die Exoten …
… und eine Grazie auf dem Eis. Das Fazit: Eiskunstlaufen ist einfach schön - skurril!
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Olympia 2010 in Vancouver - ein Spaß, der die Kanadier teurer zu stehen kommt, als vorgesehen. Die Sportstätten in der Stadt und im nahe gelegenen Skigebiet Whistler lagen mit rund 360 Millionen Euro 23 Prozent über dem Budget. Dafür ...
... nennt die Stadt nun einige Schmuckkästchen ihr Eigen. So etwa das BC Place Stadium im Herzen der Stadt, in dem die Eröffnungs- und Schlussfeier abgehalten werden. Normalerweise wird hier Football gespielt, 55.000 Menschen passen rein. Das Dach ...
... besteht aus aufblasbarer Teflonfolie. Ein Druckverlust ließ 2007 ein Loch in die weiße Überspannung reißen. Es konnte aber wieder repariert werden - ein weiterer Kostenpunkt in der Finanzplanung der Spiele. Einiges ...
... ließen sich die Veranstalter auch die Renovierung des Pacific Coliseum im Osten der Innenstadt kosten: Für knapp 16 Millionen Euro wurde die bereits 1967 erbaute Halle gründlich runderneuert. Bis 1995 ...
... war die Arena Heimstatt des Eishockey-NHL-Teams Vancouver Canucks. Bei den Spielen werden hier bis zu ....
... 14.239 Zuschauer den Wettkämpfen der Eiskunstläufer und Shorttracker beiwohnen können.
Neu errichtet wurde dagegen die University of BC Thunderbird Arena. 47,8 Millionen Dollar kostete der Bau, der zwei Eishockey-Arenen beinhaltet. In dem größeren, 7.200 Zuschauer fassenden, wird ...
... das Damen-Turnier ausgetragen. In der kleineren ...
... wird während den Olympischen Spielen ein Pressezentrum eingerichtet.
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... auch unter dem Namen General Motors Place bekannt ist, die Vancouver Canucks untergebracht. Die Eisfläche ...
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Schmuckstück und spektakulärster Neubau für die Winterspiele ist das Richmond Olympic Oval in einem Vorort von Vancouver. Der Grundstein für die schicke Halle wurde im November 2006 gelegt, zwei Jahre später war sie schon fertig. Der ...
... Austragungsort der Eisschnelllauf-Wettkämpfe kostete rund 118 Millionen Euro und wird nach den Spielen zu einer ...
... Multifunktionshalle mit Gemeindezentrum umfunktioniert. Die Eislaufbahnen sollen allerdings erhalten bleiben und lediglich mit Abdeckplatten geschont werden. So können hier auch künftig Wettkämpfe stattfinden.
Von außen nicht gar so schnieke ist das ebenfalls neu errichtete Vancouver Olympic Centre. Dabei dürfte es - zumindest für die Kanadier - eines der Herzstücke der Spiele werden. Denn hier werden ...
... vor rund 5.600 Zuschauern die Wettkämpfe im Curling ausgetragen. Während der Sport hierzulande als etwas tröge gilt, ist Curling in Kanada ein absoluter Renner.
Doch nun aber hinaus ins Freie. Oberhalb von West Vancouver liegt das Wintersportgebiet Cypress Mountain. Hier sollen die Fun-Wettbewerbe im Freestyle Ski und Snowboard ausgetragen werden. So gibt es eine Halfpipe ...
... einen Sprunghügel sowie ...
... eine Buckelpiste. Die Veranstalter nehmen 10,5 Millionen Euro in die Hand, errichten zwei temporäre Stadien für je 12.000 Menschen und machen das Gebiet so "olympiareif".
Neben Vancouver ist der Wintersportort Whistler, etwa 125 Kilometer von Vancouver entfernt, Zentrum der Winterspiele. Die Gegend um das noble Ressort gilt als schneesicher - perfekt also für Skisport, Bob und Rodeln.
Im Skigebiet Creekside sollen sich die Alpin-Skiläufer messen. Zwischen Juni 2006 und Oktober 2007 wurden die ...
... Pisten für rund 18 Millionen Euro flott gemacht und sind jetzt olympiatauglich. Das ...
... Zielstadion fasst 7.600 Menschen - gute Stimmung ist also garantiert.
Die Nordischen Disziplinen werden im Whistler Olympic Park im Callaghan Valley ausgetragen. Das Tal liegt etwa eine Viertelstunde unterhalb von Whistler. Temporär gibt es drei Stadien für die Langläufer, ...
... die Biathleten und die Skispringer. Alles in allem kosteten die Loipen und ...
... die beiden neuen Skisprungschanzen knapp 80 Millionen Euro.
Zu guter Letzt noch ein kompletter Neubau: das Whistler Sliding Centre, für das die Veranstalter knapp 70 Millionen Euro berappen mussten.
Hier sausen die Athleten im Bob, Rodel und Skeleton um die Kurven. Die 1450 Meter lange Bahn hat einen verwegenen Ruf: Sie soll ...
... schneller, steiler und intensiver als jeder andere Eiskanal auf der Welt sein. Wir sind gespannt.

(N24, Danilo Brandt)

01.03.2010 19:11 Uhr

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