In einem fast ausschließlich von Türken bewohnten Mehrfamilienhaus in Backnang (Rems-Murr-Kreis) ist ein Feuer gelegt worden. Auf eine Wand im Hinterhof des Gebäudes wurden rechtsradikale Parolen gesprüht. Die Polizei schloss einen politischen Hintergrund nicht aus. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Sprecher. Es wurde eine zehnköpfige Sonderkommission gebildet, der auch Vertreter des Landeskriminalamts (LKA) angehören.
In dem 13-Parteien-Haus war ein Kinderwagen im Eingangsbereich in Brand gesteckt worden. Zwei junge Frauen aus dem Obergeschoss wurden durch Rauchgase leicht verletzt. Nach ersten Ermittlungen gelangten der oder die Täter durch den unverschlossenen Hintereingang in das Gebäude. Sie hatten gegen 05.00 Uhr den Kinderwagen vermutlich mit Brandbeschleuniger oder Benzin angezündet. An einer Fassade im frei zugänglichen Hinterhof fanden die Beamten Hakenkreuz-Schmierereien und einen breiten Schriftzug mit Schreibfehler: "Jetst alle sterben".
Eine Bewohnerin im Erdgeschoss habe Rauch bemerkt und Alarm geschlagen, hieß es weiter. Andere Hausbewohner weckten die übrigen Familien. Ihr Bruder konnte den Brand im Kinderwagen schnell mit einem Feuerlöscher ersticken. Das Augenmerk der Sonderermittlungsgruppe richtet sich unter anderem auf den Brandbeschleuniger. Außerdem haben die Beamten erste Hinweise ausgewertet sowie Anwohner und Zeugen befragt.
(dpa, N24)
29.03.2008 20:22 Uhr








