Das Generationen-Duell

Formel-1-Piloten im Überblick

Das Duell kann beginnen: Neben Urgestein Michael Schumacher starten auch einige Neulinge in die neue Formel-1-Saison. Mit Schumi sitzen insgesamt fünf deutsche Fahrer in einem Cockpit.

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Startnummer 1: Jenson Button (England), McLaren, GP-Starts: 170, GP-Siege: 7, Größte Erfolge: Weltmeister 2009, WM-Dritter 2004
Startnummer 2: Lewis Hamilton (England), McLaren, GP-Starts: 52, GP-Siege: 11, Größte Erfolge: Weltmeister 2008, WM-Zweiter 2007, GP2-Sieger 2006
Startnummer 3: Michael Schumacher (Kerpen), Mercedes Grand Prix, GP-Starts: 250, GP-Siege: 91, Größte Erfolge: Weltmeister 1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004
Startnummer 4: Nico Rosberg (Wiesbaden), Mercedes Grand Prix, GP-Starts: 70, GP-Siege: 0, Größter Erfolg: WM-Siebter 2009, GP2-Sieger 2005
Startnummer 5: Sebastian Vettel (Heppenheim), Red Bull Racing, GP-Starts: 43, GP-Siege: 5, Größte Erfolge: WM-Zweiter 2009
Startnummer 6: Mark Webber (Australien), Red Bull Racing, GP-Starts: 138, GP-Siege: 2, Größte Erfolge: WM-Vierter 2009
Startnummer 7: Felipa Massa (Brasilien), Ferrari, GP-Starts: 115, GP-Siege: 11, Größte Erfolge: WM-Zweiter 2008, WM-Dritter 2006
Startnummer 8: Fernando Alonso (Spanien), GP-Starts: 139, GP-Siege: 21, Größte Erfolge: Weltmeister 2005 und 2006
Startnummer 9: Rubens Barrichello (Brasilien), Williams, GP-Starts: 287, GP-Siege: 11, Größte Erfolge: WM-Zweiter 2002 und 2004
Startnummer 10: Nico Hülkenberg (Emmerich), Williams, Erster Grand Prix: 0, Erster GP-Sieg: 0, Siege: 0, Größte Erfolge: GP2-Meister 2009
Startnummer 11: Robert Kubica (Polen), Renault, GP-Starts: 57, GP-Siege: 1, Größte Erfolge: WM-Vierter 2008
Startnummer 12: Witaly Petrow (Russland), Renault, Erster Grand Prix: 0, Erster GP-Sieg: 0, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: GP2-Zweiter 2009
Startnummer 14: Adrian Sutil (Gräfelfing), Force India, GP-Starts: 52, GP-Siege: 0, Größter Erfolg: WM-17. 2009
Startnummer 15: Vitantonio Liuzzi (Italien), Force India, GP-Starts: 44, GP-Siege: 0, Größter Erfolg: WM-18. 2007
Startnummer 16: Sébastien Buemi (Schweiz), Toro Rosso, GP-Starts: 17, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: WM-16. 2009
Startnummer 17: Jaime Alguersuari (Spanien), Toro Rosso, GP-Starts: 8, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: 0
Startnummer 18: Jarno Trulli (Italien), Lotus, GP-Starts: 217, GP-Siege: 1, Größte Erfolge: WM-Sechster 2004
Startnummer 19: Heikki Kovalainen (Finnland), Lotus, GP-Starts: 52, GP-Siege: 1, Größte Erfolge: WM-Siebenter 2007 und 2008
Startnummer 21: Bruno Senna (Brasilien), Hispania, GP-Starts: 0, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: GP2-Zweiter 2008
Startnummer 22: José Maria Lopez (Argentinien), USF1, GP-Starts: 0, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: Meister Tourenwagen Argentinien 2003 und 2009
Startnummer 24: Timo Glock (Wersau), Virgin, GP-Starts: 37, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: WM-Zehnter 2008 und 2009
Startnummer 25: Lucas Di Grassi (Brasilien), Virgin, GP-Starts: 0, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: GP2-Zweiter 2007
Startnummer 26: Kamui Kobayashi (Japan), Sauber, GP-Starts: 2, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: GP2-Sieger Asia 2009
Startnummer 27: Pedro de la Rosa (Spanien), Sauber, GP-Starts: 72, GP-Siege: 0, Größte Erfolge: WM-11. 2006
Hispania (ehemals Campos) hat bisher erst einen Fahrer (Bruno Senna) benannt. Elf Tage vor dem Start der Formel-1-Saison hat USF1 seinen Verzicht erklärt. Der Rennstall wird in diesem Jahr nicht starten.
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Der erste werkseigene Silberpfeil seit 55 Jahren ist da. Der Neue nennt sich MPG W01 und wird von keinem Geringeren als …
… dem siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher gefahren. Sein Partner: Nico Rosberg. Bei der Vorstellung des Boliden von Mercedes-GP, dem Nachfolge-Rennstall von Brawn-GP, grinste Schumi vergnügt in die Kameras.
Auch Nico Rosberg war gut gelaunt und sichtlich stolz auf den neuen Rennwagen, der diesmal mattsilber und mit …
… einer auffällig höckerförmig geschwungenen Nase, ähnlich wie beim erfolgreichen Red Bull der vergangenen Saison, daherkommt.
Auf die auffällige Flosse, wie bei McLaren, Renault und Sauber, haben die Aerodynamik-Strategen bei Mercedes verzichtet.
Mit einem völlig neuen Auto wollen Schumis Erben dem Rekord-Weltmeister das Comeback so schwer wie möglich machen. Der neue McLaren namens ...
... MP4-25 unterscheidet sich von allen anderen Boliden der Rennsaison. Das scheint dem Weltmeister-Duo Jenson Button und ...
... Lewis Hamilton (r.) zu gefallen. McLaren fährt zwar auch in diesem Jahr mit einem Mercedes-Motor, doch anders als bei der Konkurrenz ...
... ist die Motorabdeckung von der Airbox gerade nach hinten gezogen, ...
... die Lufteinlässe an den Seitenkästen fallen kantig aus, ...
... im Gegensatz zum Vorjahr hat der MP4-25 eine höhere Nase und ...
... der Bereich hinter dem Fahrer ist wegen des größeren Beinzintanks bulliger geworden.
Lange war ungewiss, ob es dieses Auto geben wird. Doch Sauber geht mit dem C29 an den Start - und das ganz in weiß.
Pedro de la Rosa (l.) und Kamui Kobayashi werden ein Auto der neuen F1-Generation fahren. Auffällig sind die hohe schlanke Nase, ...
... die tief gezogenen Seitenkästen und die riesige Airbox. Der Rennwagen wurde zwar noch in der BMW-Ära entwickelt, besitzt aber ...
... einen Motor und ein Getriebe von Ferrari - wie in früheren Zeiten auch.
Angriffslustig präsentiert sich Ferrari. Der italienische Rennstall hat seinen Boliden im Internet vorgestellt. Schlanker und aggressiver ...
... sieht der neue F10 aus, mit dem die Scuderia dem verlorenen Sohn Michael Schumacher den Kampf ansagt.
Die Oberkante des Cockpits ist höher als bisher.
Wegen des Nachtankverbots besitzt der neue Ferrari F10 einen doppelt so großen Tank.
Zudem hat der neue Bolide - wie der Red Bull 2009 - eine Mulde in der Nase und deutlich mehr weiße Elemente.
Nachdem die Radkappen für die Saison 2010 verboten wurden, kommen die Felgen wieder zum Vorschein.
Im Vergleich mit dem Vorjahresmodell F60 (oben) erkennt man, dass der neue F10 eine schmalere Hüfte besitzt und länger gezogen ist.
Von vorne fallen vor allem die bauchigen Seitenkästen auf. Außerdem wurde die Form der Heckflügel verändert.
Die Nase des F10 ist deutlich breiter und höher aufgehängt, damit die Luft darunter besser hindurchfließen kann.
Durch den Kontrast in der Farbgebung wirkt die breite und hohe Nase wesentlich eleganter.
Auch die "Jungfrau" wurde im Internet enthüllt: Kein Wunder, das Auto von Formel-1-Einsteiger Virgin ... (im Bild: Fahrer Timo Glock, M., mit Kollege Lucas di Grassi, l., und Testfahrer Luiz Razia)
... stammt komplett aus dem Computer, auf Versuche im Windkanal hat der Rennstall verzichtet. Stattdessen wurde nach Reglement gebaut. Davon zeugen ...
... beim VR-01 der größere Tank und die schmaleren Vorderreifen. Beim Motor haben die Engländer auf Cosworth zurückgegriffen.
Toro Rosso tritt in der Formel-1-Saison 2010 erstmals mit einem selbst gebauten Auto an. Denn das Team kann nicht mehr auf die Erfahrungen von Red Bull zurückgreifen.
So ist es nicht verwunderlich, dass der neue STR5 dem alten RB5 ähnelt. Klingt nicht schlecht, denn der RB5 war das schnellste Auto des Vorjahres.
Ein Déjà-vu erlebt Fahrer Jaime Alguersuari schon bei der Entennase mit den Höckern. Kopiert sind auch ...
... die Seitenkästen und der Frontflügel. Neu ist dagegen die Aufhängung des Flügels. Die Pylonen setzen weit hinten an der Nase an und reichen weit nach vorne.
Im Gegensatz zu Toro Rosso setzt Williams auf ein komplett neues Auto. Der FW32 soll vor allem aerodynamisch deutlich besser sein. Völlig anders ...
... sind die Seitenkästen gestaltet. Sie setzen vorne höher an und fallen nach hinten sehr stark ab. Neu ist auch ...
... die Nase. Sie ist viel höher als in der vergangenen Saison. Das hat sich Williams wohl von Red Bull abgeschaut. Das Team war damit 2009 sehr erfolgereich.
Erinnerungen werden auch beim neuen Renault wach. Der neue R30 ist in klassischem Gelb und Schwarz lackiert. Da denkt man ...
Das Force-India-Team um die Fahrer Adrian Sutil (v.l.) und Vitantonio Liuzzi will mit dem VJM03 auf Punktejagd gehen. Auch dieser Rennstall hat sich .... (im Bild auch Ersatzfahrer Paul Di Resta, r.)
... für eine nüchterne Präsentation im Internet entschieden. Der VJM03 erinnert stark an den Vorgänger. Die Nase steht wieder hoch im Wind. Neu sind ...
... die zwei seitlichen Höcker. Vom alten Flitzer ist auch die zum Heckflügel hin verlängerte Motorhaube.
Leichte Retuschen gab es an der Aufhängung des Frontflügels und am Flügel selbst.
... sofort an die Formel-1-Anfänge von Renault in den 70ern zurück. Nicht nur die Lackierung ist traditionell, auch der Rest scheint nicht wie ein Auto der 2010er-Generation.
Das liegt vor allem an seiner relativ niedrigen Nase und den fülligen Seitenkästen. Es kann aber sein, dass die Franzosen die Konkurrenz täuschen wollen. Denn dieses Auto ist nur ein Showcar.
Das Modell scheint jedenfalls auf Diät gesetzt worden zu sein. Schlanker als der Vorgänger kommt der R30 daher. Die größte Veränderung ...
... wurde bisher an der Heckpartie vorgenommen, um das Konzept des "Doppeldecker"-Diffusors umsetzen zu können. Mal sehen, ob das so bleibt. Fans dürfen also auf den Saisonauftakt in Bahrain gespannt sein.
Als letzter potenzieller Titelanwärter hat das Red-Bull-Team mit Vize-Weltmeister Sebastian Vettel sein Auto für die nächste Formel-1-Saison präsentiert.
Im südspanischen Jerez enthüllten Vettel und sein australischer Teamkollege Mark Webber den neuen RB6.
Der Bolide ist erneut mit einem Renault-Motor ausgestattet und ähnelt sehr dem erfolgreichen Vorläufermodell.
Helmut Marko, der Motorsportbeauftragte bei Red Bull, erklärte: "Revolution ist es keine, aber das Gesamtpaket wird, glaube ich, sehr, sehr gut sein. Wir blicken optimistisch auf diese Saison."
Größter Unterschied des RB6 zu 2009 ist offenkundig die völlige Integration des mehrstöckigen Diffusors ins Gesamtkonzept, ...
... die schon bei der Frontpartie beginnt.
Glamouröse Premiere für diesen Formel-1-Neuling: Lotus, bekannt als britischer Traditionsrennstall, versucht sich neu unter malaysischer Flagge.
Anders als andere Rennställe ist der neue Bolide ...
... in London mit einem Festakt vorgestellt worden. Der T127 behält ...
... die traditionellen Lotus-Farben der 50er und 60er Jahre, grün und gelb, bei. Ansonsten erinnert er an den Toyota des Vorjahres.
Motortechnisch steckt im T127 wie auch im neuen Virgin ein Cosworth CA2010-Motor. Die stärkste Konkurrenz liegt damit auf der Hand.
Unglaublich: Sebastian Vettel kann es selber nicht fassen. Der 21 Jahre alte Heppenheimer gewann mit seinem Toro Rosso den Formel-1-Grand-Prix von Italien in Monza.
Dabei hatte sich diese Überraschung bereits im Training...
... und später dann auch im Qualifying angedeutet.
Vettel, der auch "Baby-SchumI" ob seines fahrerischen Könnens und seines noch jungen Alters genannt wird, raste beim Qualifying auf die Pole Position.
Es war die erste Pole seiner noch jungen Formel-1-Karriere. Entsprechend groß fiel der Jubel und die Freude darüber aus.
Mit seinem Toro Rosso bildete Vettel in den Regenschauern von Monza eine Renneinheit, die die Muskeln spielen ließ. Ansonsten zählt der Toro Rosse nicht zu den schnellsten Boliden im Formel-1-Zirkus.
Vettel fand es bereits "unglaublich", vom Startplatz eins ins Rennen zu gehen.
Da spielte es auch keine Rolle, dass aufgrund des starken Regens, das Rennen mit einer Pacecar-Phase begann und nicht mit einem "regulären" Start.
In den 53 Runden von Monza zeigte Vettel dann sein fahrerisches Talent...
... und ließ der Konkurrenz keine Chance. Die sah zumeist nur das rote Rücklicht von Vettels Toro Rosso.
Am Ende überfuhr der 21-Jährige Hesse die Ziellinie als Erster.
Vettels erster Sieg bei einem Formel-1-Rennen war auch der erste Triumph für sein Team Toro Rosso. Dementsprechend groß fiel auch der Jubel an der Box aus.
Am meisten freute sich aber Vettel selbst: "Phänomenal" und "unbeschreiblich".
Toro-Rosso-Teamchef Berger freute sich mit seinem deutschen Schützling.
Vettel teilte sich "sein" Podium mit dem McLaren-Mercedes-Piloten Kovolainen (l.) und dem BMW-Fahrer Kubica (r.).
Vettel bekam aber die größte Trophäe.
Zum ersten Mal in dieser Formel-1-Saison erklang zudem die deutsche Nationalhymne für einen Fahrer: Vettels Sieg war der erste eines deutschen Piloten in diesem Jahr.
Wie im Rennen zeigte Vettel auch bei der obligatorischen Champagner-Duscher sein großes Talent.
Ein kleiner Schluck war natürlich auch für den 21-Jährigen selbst drin.
Das verstanden auch die Fans in seinem Heimatort Heppenheim.
Was kommt nun?
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Schumi kehrt zurück! Ferrari hat ihn gerufen und er gehorcht. Ein Knüller. (Corriere dello Sport, Italien)
Der Größte gibt sein Comeback. Schumacher folgt mit 40 Jahren dem Ruf Ferraris und ersetzt den verletzten Felipe Massa. (El País, Spanien)
Der Kaiser kehrt zurück. (Sport, Spanien)
Schumacher ist zurück. Bis Massa wieder fahren kann, ist Schumi-Time (Telegraph, Großbritannien)
Der große alte Meister sagte ja. Nach Lance Armstrong im Radsport feiert nun auch Michael Schumacher in der Formel 1 sein Comeback. (El Mundo, Spanien)
Die Rückkehr des Grand-Prix-Superstars: The Schu goes on. (Sun, Großbritannien)
Sensationell: Schumacher kehrt in der WM hinters Ferrari-Lenkrad zurück. Die F 1 dankt ihm. (Tuttosport, Italien)
Ein sensationelles Comeback - Schumacher kehrt zurück!. Das schönste Paar der Formel 1 ist wieder zusammen. (La Gazzetta dello Sport, Italien)
Die einen kommen, die anderen gehen. Während BMW sich aus der Formel 1 zurückzieht, gibt Michael Schumacher sein Comeback...
... Dies ist eine mutige Entscheidung des siebenmaligen Weltmeisters. Für Valencia ist die Rückkehr ein Glückslos. (As, Spanien)
Was für ein Ferrari-Knüller: Der Mythos Schumacher kehrt zurück. Er bringt Erfahrung und Instinkt mit. (Corriere della Sera, Italien)
Schumacher schnappt sich wieder seinen Ferrari. Nach drei Jahren trügerischer Ruhe ...
... hat der Renn-Dämon gewonnen. Er riskiert alles, aber er ist ein Geschenk für die Formel 1. (La Repubblica, Italien)
Der Mythos kehrt zurück. Michael Schumacher verhilft dem Großen Preis von Europa in Valencia zu neuem Interesse. Die spanische Hafenstadt hat das große Glückslos gezogen. (Marca, Spanien)
Für die Formel 1 gab es nur eine Gewissheit, einen Grundpfeiler, der unantastbar dastand. Sein Name war Michael Schumacher...
... Sich also an Schumacher zu wenden, ist kein risikoreiches Spiel, sondern ein automatischer Reflex. (Independent, Großbritannien)
Michael Schumacher hat die Bühne für das bemerkenswerteste Comeback in der Motorsport-Geschichte bereitet. (Times, Großbritannien)
Schumacher auf der Ehrenrunde. (Daily Mail, Großbritannien)
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Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, die meisten Punkte, die meisten Pole Positions. Das alles hat nur ein Formel-1-Pilot erreicht: Michael Schumacher. Eigentlich genug für eine Karriere. Doch Schumi will mehr.
Der 40-Jährige will es noch einmal wissen - und startet als "Renn-Opa" für Mercedes in die kommende Saison. Es wird ein langfristiges Vergnügen für seine Fans. Denn Schumi will drei Jahre ...
... im Silberpfeil um die WM-Krone kämpfen. Über viele Jahre war Schumi das Maß aller Dinge in der Königsklasse des Motorsports. Die Konkurrenten sahen ihn in der Regel von hinten und ...
... kein anderer durfte sich bis dato so häufig den Sieger-Schampus einfüllen wie Schumi.
Er ist in einer Reihe zu nennen mit Rennfahrergrößen wie Ayrton Senna, ...
... Alain Prost, ...
... oder Niki Lauda: Doch keiner von ihnen hat die Geschichte der Formel 1 ...
... so sehr geprägt wie der Mann aus dem Kölner Umland.
Alles begann auf der heimischen Kartbahn in Kerpen, auf der Schumi bereits als Sechsjähriger die schnellsten Runden drehte.
Vater Rolf erkannte die Qualitäten des Sprösslings und begann ihn zu fördern. So wurde Schumi 1984 deutscher Kartmeister der Junioren, 1987 Kart-Europameister und 1990 deutscher Formel-3-Meister.
Doch wer hätte gedacht, dass sich hier die große Karriere eines Seriensiegers anbahnt?
Wenn überhaupt jemand, dann Manager Willi Weber. Er ebnete Schumacher den Weg in die Formel 1: 1991 bekam Schumi den freigewordenen Platz im Jordan-Cockpit und gab am 25. August im belgischen Spa sein Debüt - dank eines kleinen Tricks seines Managers.
Willi Weber hatte Teambesitzer Eddie Jordan gesteckt, Schumi sei schon oft in Spa gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war natürlich glatt gelogen - der Neuling fiel bereits in der ersten Runde aus.
Doch er hatte den Fuß in der Formel-1-Tür. Manager Weber zeigte ihm wo es langging und so bekam der Kerpener einen Vertrag bei Benetton.
Schumacher genoss das Vertrauen von Teamchef Flavio Briatore (r.), das sich schon bald auszahlte. Wieder in Spa feierte Schumi 1992 seinen ersten Grand-Prix-Sieg und landete auf Anhieb auf Rang drei der Weltmeisterschaftswertung.
Nach einem weiteren Formel-1-Lehrjahr legte Schumacher 1994 richtig los: Er holte mit Benetton den WM-Titel, ...
... und zwar mit einem Punkt Vorsprung vor Dauer-Konkurrent Damon Hill. Schumi ist damit der erste deutsche Formel-1-Weltmeister.
1995 geht die Erfolgsgeschichte weiter: Schumacher verteidigt als jüngster Fahrer seit WM-Beginn 1950 den Titel, gewinnt zudem als erster Deutscher die beiden Heimrennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring.
Danach hätte er es einfach haben können: Die damals dominierenden Teams Williams Renault oder McLaren Mercedes versuchten, ihn zu sich zu locken.
Doch Schumi entschied sich für die eine lange Durststrecke fristende Scuderia Ferrari. 1995 wechselte er für die Rekordgage ...
... von 40 Millionen Mark zum italienischen Rennstall. Es folgten durchwachsene Jahre mit etlichen Siegen - genauso wie mit zahlreichen Ausfällen.
Schumacher war einige Male nah dran am WM-Titel, musste sich aber am Ende doch Jacques Villeneuve (1997) ...
... oder Mika Häkkinen (1998) geschlagen geben.
Doch Ferrari hielt an ihm fest, verlängerte seinen Vertrag sogar vorzeitig - was sich schon bald bezahlt machen sollte.
Zuvor musste Schumi allerdings die schwierigste Situation seiner Rennfahrerkarriere überstehen. Beim Grand Prix in Silverstone ...
... raste er fast ungebremst frontal in einen Reifenstapel. Bei dem Unfall erlitt er einen doppelten Beinbruch.
Er musste für sechs Rennen pausieren, die WM war gelaufen.
In den letzten beiden Saisorennen meldete er sich mit jeweils Platz zwei eindrucksvoll zurück.
2000: wahrscheinlich die spannendste Saison. Schumacher lag nach fünf Siegen klar auf Titelkurs, doch Mika Häkkinen verdrängte ihn von der Spitzenposition.
Doch Schumi wollte sich den Titel auf keinen Fall mehr nehmen lassen. Er legt zwei Siege drauf und holte sich im japanischen Suzuka den WM-Titel.
Als erster Ferrari-Pilot seit Jody Scheckter 1979 sicherte er sich damit die Fahrerkrone.
Die Scuderia, ganz Italien und Deutschland waren außer sich. Es folgen Titel im Jahrestakt: 2001 steht Schumi nach 13 Saisonrennen, ...
... ein Jahr später schon nach dem elften Grand Prix als Weltmeister fest.
Die Schar der Ferrari-Fans wurde größer und bunter, ...
... Schumi macht die Formel 1 in Deutschland zum beliebten Sonntagnachmittagsvergnügen.
Auch Schumi II, Michaels Bruder Ralf, stieg in die Königsklasse ein, debütierte ebenfalls bei Jordan. Zwar gelangen ihm insgesamt sechs Grand-Prix-Siege - an die Erfolge des älteren Bruders kam er allerdings nie heran.
Michael Schumacher fuhr unterdessen unbeirrt die WM-Titel sechs (2003) ...
... und sieben (2004) nach Hause.
Insgesamt holt er in seiner Karriere 91 Grand-Prix-Siege, 72 davon allein für Ferrari. Damit krönte er sich zum König der Rennfahrer, ...
... der von den Fans verehrt wurde.
Schumachers Erfolge sprachen sich auch andernorts herum.
2005 kam das Seuchenjahr, Schumi gelang nur ein Sieg. Und der ausgerechnet beim Skandalrennen von Indianapolis, bei dem nur sechs Autos ins Ziel kamen.
Schumi musste dem neuen Weltmeister Fernando Alonso den Vortritt lassen, belegte in der WM-Wertung sogar nur den dritten Platz.
Doch 2006 meldete er sich noch einmal zurück: Nachdem er zwischenzeitlich bereits 25 Punkte Rückstand auf Alonso hatte, holt er den Spanier drei Rennen vor Saisonschluss noch ein. Doch im vorletzten Rennen seiner Karriere ...
... scheidet er mit Motorschaden aus. Wiederum holt sich Alonso den Titel.
Ob nun sieben oder acht Titel: Die Fans können es verschmerzen.
Weniger gut zu verdauen ist allerdings der Rücktritt von Michael Schumacher. Am 22. Oktober 2006 fährt er sein - vorerst - letztes Rennen und wird danach gebührend von den Fans ...
... und seinem Team verabschiedet (hier mit Teamchef Jean Todt und Kollege Felipe Massa).
So sagten ihm die Fans auf Wiedersehen.
Wirklich Abschied vom Motorsport hat Schumi allerdings nie genommen. Egal ob als Beobachter an der Rennstrecke ...
... oder als Berater des Ferrari-Teams mit guten Tipps für Felipe Massa: Schumi ist seinem Sport treu geblieben. Ein Comeback im Cockpit schloss er aber bis heute immer aus.
Nun könnte er sein sportliches Rentnerdasein in Vufflens am Genfer See mit seiner Familie und einem geschätzten Vermögen von mehr als einer halben Millionen Euro genießen, stattdessen ...
... lässt ihn der Rausch der Geschwindigkeit nicht los. Inzwischen geht Schumacher auf zwei Rädern ...
... bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft an den Start.
Auch wenn er dort sicher nicht mit weniger Ehrgeiz auf die Strecke geht, musste er in dieser Saison ...
... jede Menge Lehrgeld zahlen. Bei einigen Rennen war er als Bruchpilot unterwegs.
Das Wichtigste aber : Schumi blieb unverletzt, sodass er auch weiterhin sein sportliches Multitalent ...
... unter Beweis stellen kann. Etwa beim Fußball, wo er bei zahlreichen Benefizturnieren ...
... leidenschaftlich gern dem Leder hinterherjagt.
Auch auf anderen Plätzen macht Schumi eine gute Figur.
Ebenso ist er noch im Kart anzutreffen, ...
... oder beim Race of Champions, dem traditionellen Saisonabschluss der Formel 1. Hier gewann er gemeinsam mit Nachwuchshoffnung Sebastian Vettel (2.v.l.) kurz vor Weihnachten.
Und Babyface Vettel hat sich bestimmt noch ein paar gute Tipps vom Superstar geholt. Der 21-jährige Vettel könnte übrigens fast als Schumis Sohn durchgehen: Michael Schumacher feierte am 3. Januar seinen 40. Geburtstag.
Der wurde allerdings ganz abgeschieden mit Frau Corinna, den Kindern Mick und Gina-Maria sowie ein paar guten Freunden ...
... irgendwo im Schnee gefeiert. Nun kommt Schumi zurück, die Fans sind begeistert: ...
"Schumi: Nur du bist der Beste."

(N24)

03.03.2010 15:38 Uhr

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