Pokerturnier überfallen
Räuber und Beute spurlos verschwunden
Nach dem hollywoodreifen Überfall auf das millionenschwere Pokerturnier in einem Berliner Luxus-Hotel hat die Polizei noch keine heiße Spur. Wie hoch die Beute ausfiel, ist noch nicht bekannt.
Nach dem spektakulären Überfall auf Deutschlands größtes Pokerturnier in Berlin hat die Polizei noch keine heiße Spur von den Räubern. Das Landeskriminalamt sei dabei, die Spuren von dem Tatort, Hinweise von Zeugen und Videos auszuwerten, sagte ein Sprecher. Bei dem Überfall waren mindestens vier maskierte, mit Schusswaffen und Macheten bewaffnete Täter in das Luxushotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz eingedrungen. Sie hatten es vermutlich auf das Millionen schwere Preisgeld abgesehen. Das Turnier sollte am Sonntag zu Ende gehen.
Medienberichte, nach denen es dem Sicherheitsdienst der "European Poker Tour" gelang, den Räubern bei ihrer Flucht aus dem ersten Stock des "Grand Hyatt" die Beute zu entreißen, bestätigte der Polizeisprecher nicht. Einem Sicherheits-Mitarbeiter sei es zunächst gelungen, einen der Räuber festzuhalten. Er wurde aber von einem Komplizen aus der Umklammerung losgerissen. Anschließend flüchteten die Täter in Richtung des Einkaufszentrums "Potsdamer Platz Arkaden" und verschwanden dort in der Menschenmenge. Augenzeugen wollen gesehen haben, wie die Bande in einen schwarzen Mercedes-Benz stieg.
Noch in den ersten Turniertagen hatte Ex-Tennisprofi Boris Becker mit am Pokertisch gesessen, war aber ebenso frühzeitig ausgeschieden wie Favoritin Sandra Naujoks, die in der Poker-Szene als "Black Mamba" bekannt ist.
In dem Fünf-Sterne-Hotel, in dem sich einige der weltbesten Pokerspieler versammelt hatten, brach gegen 14.15 Uhr das Chaos aus. Bereits wenige Minuten nach dem Überfall im Empfangsbereich des Turniers kursierten im Internet schon Videos vom Tatort. Spieler ließen ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele suchten Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten.
Mehrere Verletzte
Bei dem Gedränge wurden nach Polizeiangaben mehrere Menschen leicht verletzt. Schüsse sollen nicht gefallen sein. Augenzeugen berichteten von Glassplittern auf dem Weg zu den Spieltischen, Stühle lagen umgekippt auf dem Boden. Kurz nach dem Überfall begann die Berliner Polizei mit der Spurensicherung.
Während der Berlinale vor zwei Wochen war das "Grand Hyatt" noch Anlaufpunkt für Filmjournalisten aus aller Welt. Jetzt wurde das Nobelhaus zum Schauplatz eines kinoreifen Überfalls. Augenzeugen berichteten im Internet, dass die maskierten Täter nicht nur Schusswaffen, sondern auch Macheten und Handgranaten bei sich hatten.
Bei dem Pokerturnier, das am Dienstag mit fast 1000 Teilnehmern gestartet war, geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro. Nach einer Unterbrechung sollte das Turnier am Samstagabend fortgesetzt werden. In der Finalrunde am Sonntag sollten die besten acht Spieler um den Gewinn pokern. Insgesamt gibt es 4,6 Millionen Euro an Preisgeldern zu verteilen.
(dpa, APN, N24)
07.03.2010 10:48 Uhr








