Vorreiter Frankreich

Sarkozy für globale Atom-Renaissance

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy setzt sich für ein weltweites Comeback der Atomenergie ein. Auf einer Konferenz der OECD kündigte er entsprechende Maßnahmen Frankreichs an.

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat in Paris ein Comeback der Atomenergie gefordert.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy will sich für eine weltweite Renaissance der Atomenergie einsetzen. Frankreich sei bereit, seine Erfahrungen mit dieser Technik mit anderen Ländern zu teilen, erklärte Sarkozy zur Eröffnung einer OECD-Konferenz zur zivilen Nutzung der Kernkraft in Paris. Um den Klimawandel einzudämmen, "brauchen wir die zivile Nutzung der Kernkraft wie auch die erneuerbaren Energien. Wir brauchen beides", betonte der französische Präsident.

Frankreich deckt rund 40 Prozent seines gesamten Energieverbrauchs mit Atomkraftwerken ab. Dieser "Vorsprung" seines Landes verpflichte Frankreich geradezu, "seine Erfahrungen mit all denen zu teilen, die zivile Atomprogramme starten oder wieder aufnehmen wollen", erklärte Sarkozy. Die Atomenergie könne "zum Kitt einer neuen internationalen Solidarität" werden. In einem ersten Schritt kündigte Sarkozy die Schaffung eines "Internationalen Instituts für Kernenergie" in Frankreich an. Dort sollten führende Nuklearforscher versammelt werden, um ihre Expertise an Ingenieure und Techniker aus dem In- und Ausland weiterzugeben.

Ein Milliarden-Markt

Sarkozy forderte zudem die Finanzierung des Baus von Atomkraftwerken in Schwellenländern durch internationale Entwicklungsbanken. Er verstehe nicht, warum für Institute wie die Weltbank oder die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) die Unterstützung bei der Errichtung von Kernkraftwerken "geächtet" sei, sagte er. "Die Entwicklungsbanken müssen sich entschlossen bei der Finanzierung engagieren."

An der zweitätige Konferenz nehmen Vertreter aus rund 60 Staaten teil. Deutschland wird durch den Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Jochen Homann, vertreten. Eingeladen sind auch einst international isolierte Länder wie Syrien, die an einer Nutzung der Kernkraft zu zivilen Zwecken interessiert sind. Sarkozy hatte nach seinem Amtsantritt im Jahr 2007 massiv dafür geworben, auch Schwellenländern die Nutzung der Atomtechnik zu ermöglichen. Nach Angaben des Weltnuklearverbandes (WNA) dürften bis 2030 weltweit mehr als 450 Atomreaktoren gebaut werden, was einem Markt von hunderten Milliarden Euro entspricht.

(AFP, APN, N24)

08.03.2010 12:34 Uhr

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