US-Tankjet-Deal

Airbus verliert Jahrhundertgeschäft

Der Wettstreit um einen Milliardenauftrag des Pentagon ist verloren: Airbus-Konzern EADS und sein US-Partner Northrop Grumman sind wegen unfairen Wettbewerbs aus dem Bieterverfahren ausgestiegen.

Sie benötigen einen Flashplayer, mindestens in Version 8 sowie aktiviertes JavaScript.

Alternativ können Sie sich die Medien-Inhalte (Bilder und Videos) über folgende Links direkt ansehen:

Video:
EADS-Tankflugzeug KC-30 beim Auftanken eines B2-Bombers in der Luft. (Computergrafik der Firma Northrop Grumman)
Seit dem Jahr 2000 wurde an ihm gebastelt. Im April 2005 hob er zum ersten Mal ab. Und im Oktober 2007 wurde die erste Maschine an die Fluggesellschaft Singapore Airlines übergeben. Die Rede ist vom größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380.
Am 28. Juli 2008 wurde der erste A380 im offiziellen Auslieferungszentrum in Hamburg übergeben. Der Kunde, die Airline Emirates, zahlte mehr als 200 Millionen Euro für ihren „Dumbo-Jumbo“. Der Listenpreis liegt bei über 300 Millionen Euro.
Die technischen Daten des Super-Jets sind beeindruckend. Der A380 ist, je nach Typ, zwischen 72 und knapp 80 Metern lang, hat eine Flügelspannweite von 80 Metern und eine Gesamthöhe von 24 Metern.
Der Vergleich mit einem Kurzstreckenjet offenbart die Ausmaße des neuen Rekordfliegers.
Die vier Düsentriebwerke haben einen Durchmesser von drei Metern. Es sind die leistungsfähigsten Triebwerke, die bei einem Passagierflugzeug jemals eingesetzt wurden.
Der Rumpf des Mega-Airbus ist oval und hat einen Durchmesser zwischen 7,14 Metern und 8,40 Metern. Das Leergewicht der Maschine liegt bei knapp unter 300 Tonnen. Das Startgewicht darf maximal 600 Tonnen betragen.
Mit seinen mehr als 300.000 Litern Treibstoff fliegt das Riesenflugzeug zwischen 10.000 und 15.000 Kilometern weit. Dabei erreicht der A380 Geschwindigkeiten zwischen 850 und 950 Stundenkilometern.
Für den Start benötigt der A380 eine rund drei Kilometer lange Startbahn. Viele Flughäfen weltweit waren dafür bisher nicht ausgelegt und müssen nun entsprechend nachrüsten.
Rekorde stellt auch die Steuerzentrale des A380 auf. So viele Hebel, Knöpfe und Anzeigen gab es vermutlich in noch keinem anderen Flugzeug.
Erstmals für einen Airbus bietet das A380-Cockpit den Piloten einen speziellen Dienstcomputer, in dem sie unter anderem Logbücher, Karten und Checklisten vorfinden und bearbeiten können.
Der A380 kann maximal 960 Passagiere transportieren. Je nach Ausstattung und Einrichtung der Jets bieten diese im Flugbetrieb jedoch „nur“ zwischen 500 und 600 Reisenden Platz. Diese können sich dafür über ungewöhnlich viel Komfort und Beinfreiheit freuen
Die normale „Holzklasse“ ist bereits sehr komfortabel und bietet den Reisenden viel Bewegungsfreiheit sowie ein Unterhaltungssystem mit LCD-Flachbildschirm in jedem Sitz.
Noch entspannter reist es sich jedoch in der Businessclass, in der sich die Sitze in vollwertige, bequeme Liegen verwandeln lassen.
Auf Wunsch kann der A380 jedoch sogar mit noch mehr Komfort aufwarten. Von der Kuschel- und Lümmelecke bis zur…
kompletten Schlafkabine bietet Airbus zahlreiche Ausstattungsvarianten für den Superjet an.
Die beiden fast gleichgroßen Passagierdecks des A380 lassen sich bequem über zwei Treppen erreichen.
Auf Wunsch der Airlines kann auch eine Bar oder…
eine trendy Lounge eingebaut werden.
Trotz des hohen Komforts gehört der A380 zu den wirtschaftlichsten Flugzeugen. So liegen die Betriebskosten pro Person und Kilometer rund 15 Prozent unter denen anderer großer Passagiermaschinen.
In Deutschland konnten Interessierte den A380 zum Beispiel auf der ILA in Berlin ganz aus der Nähe betrachten.
Nach den Auslieferungen der kommenden Monate und Jahre wird man den Mega-Airbus aber vermutlich immer öfter auch im normalen Linienbetrieb erleben.
Es wird das "Wunder von New York" genannt: Am Donnerstag ist ein Airbus A320 ...
der Fluggesellschaft US Airways in die eisigen Fluten des New Yorker Hudson Rivers gestürzt.
Das Flugzeug versank schnell bis zu den Fenstern im Wasser, ging jedoch nicht unter.
Die 155 Passagiere und Besatzungsmitglieder flüchteten auf die Tragflächen ...
oder in das nur knapp über null Grad kalte Wasser. Viele erlitten dabei eine Unterkühlung.
Durch die Landung im belebten Hudson waren schnell ...
erste Helfer vor Ort. Fähren, Schlepper und andere Boote eilten sofort ...
zur Unglücksstelle und nahmen die Passagiere auf.
Zuvor sind bereits von Hubschraubern Rettungswesten abgeworfen worden.
Alle 155 Insassen des A320 konnten so gerettet werden.
Einige erlitten Knochenbrüche oder andere Verletzungen. In Lebensgefahr schwebte nach dem Unglück jedoch niemand.
Das Flugzeug war auf dem Weg vom Flughafen La Guardia in New York ...
nach Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Kurz nach dem Start ...
fielen zwei Triebwerke aus. Die Ursache ist bisher unklar.
Möglicherweise flog der Airbus in einen Schwarm Vögel.
Am Ufer des Hudson beobachteten viele New Yorker gebannt das Geschehen.
Feuerwehr, Polizei und Sanitäter waren mit mehr als 100 Einsatzfahrzeugen vor Ort und ...
leisteten den Geretteten erste Hilfe.
Taucher suchten in dem Wrack nach möglichen weiteren Überlebenden oder auch Todesopfern.
Doch wie durch ein Wunder sind bei diesem Unglück keine Todesopfer zu beklagen.
Nach der Rettung der Passagiere und Besatzungsmitglieder ...
wurde das Flugzeugwrack gesichert und ...
von mehreren Booten rund drei Kilometer weit ...
bis zu einem Kai geschleppt und dort ...
vor dem Untergang gesichert.
Die Untersuchung des A320 soll jetzt Aufschluss über die ...
Absturzursache geben.
Nach ihrer Rettung wurden viele der Passagiere ...
zu Untersuchungen oder Behandlungen ...
in New Yorker Krankenhäuser gebracht.
Vielen saß der Schreck noch sichtlich ...
in den Gliedern. Andere freuten sich, ihre Lieben ...
in die Arme schließen zu können.
Zu verdanken ist die Rettung der 155 Menschen vor allem dem Piloten Chesley Sullenberger und seinem besonnen Handeln.
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und der Gouverneur des Staates New York, David Paterson, antworteten ...
nach dem Unglück auf Fragen der Presse und bedankten sich ausdrücklich bei dem Flugkapitän.
Dieser sorgte schließlich dafür, dass die Notlandung im New Yorker Hudson River ...
doch noch zum "Wunder von New York" wurde.

Der Airbus-Konzern EADS ist beim "Jahrhundertgeschäft" mit der US-Luftwaffe für 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar aus dem Rennen. Der US-Partner Northrop Grumman zog das gemeinsame Angebot zurück. Er begründete das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen. Die Ausschreibung sei voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden. Airbus-Chef Thomas Enders warf der US-Regierung "Voreingenommenheit" vor.

Das Pentagon äußerte sich "enttäuscht". Zugleich wies das Verteidigungsministerium den Vorwurf unfairer Wettbewerbsbedingungen zugunsten des amerikanischen Konkurrenten Boeing zurück, dem nunmehr das Feld allein überlassen ist.

Schon vor drei Monaten hatte Northrop Grumman (NGC) gedroht, das Handtuch zu werfen, weil mit gezinkten Karten gespielt werde. So hatte Boeing Einsicht in das Airbus-Preisangebot erhalten und konnte sein Angebot darauf abstimmen. NGC/EADS hatte den Tankerauftrag 2008 bereits gewonnen gehabt, auf Protest von Boeing aber wieder aberkannt bekommen.

"Die jetzige Ausschreibung ist klar maßgeschneidert auf den kleineren und weniger leistungsfähigeren Flieger der Konkurrenz", sagte Enders. "Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb." US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte 2009 erklärt, er könne auch nur mit einem Boeing-Angebot leben.

"Im derzeitigen Umfeld keine Chance"

Northrop Grumman sei überzeugt, "dass wir im derzeitigen Umfeld keine Chance haben, zu gewinnen, egal wie gut unser Angebot ist", sagte Enders. Er könne "dieser Einschätzung nur folgen". Auch die US- Luftwaffe wisse, dass der Airbus-Tanker gegen Boeing "alle fünf internationalen Ausschreibungen der letzten Jahre gewonnen" habe.

"Politische Bewertungen überlasse ich anderen. Für mich ist nur klar, dass unter den derzeitigen Bedingungen ein Antritt von uns ökonomisch nicht sinnvoll ist", sagte Enders. Verlierer sei die Air Force, die "jetzt die zweitbeste Lösung bestellen" müsse.

US-Verteidigungsminister weist Kritik zurück

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister William Lynn betonte in einer schriftlichen Stellungnahme, Northrop Grumman habe sich bei einer ersten Ausschreibung 2008 preismäßig und auch in anderen Bereichen als sehr wettbewerbsfähig erwiesen. "Wir sind fest davon überzeugt, dass der derzeitige Wettbewerb fair strukturiert ist und dass beide Unternehmen effektiv miteinander konkurrieren können." Änderungen bei der Ausschreibung seien nicht erfolgt, um den einen oder anderen Bewerber zu bevorzugen, fuhr Lynn fort. "Das Ministerium unterstützt transatlantische Bande in der Verteidigungsindustrie stark."

Northrop-Chef Wes Bush warnte seine Landsleute, dass die USA ihren Verbündeten bei der Betankung in der Luft bald unterlegen sei würden. Das Boeing-Konkurrenzmodell sei kleiner und leistungsschwächer. "Wir sind uns einig, dass sich die militärischen Anforderungen für den neuen Tanker seit der letzten Ausschreibung nicht geändert haben."

Mehr als 500 Tanker benötigt

Die US-Luftwaffe muss 534 Tanker/Frachter ersetzen. Das verspricht langfristig ein Geschäft von 100 Milliarden Dollar. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. "Mit der Entscheidung des Ministeriums, ein kleineres und weniger leistungsfähiges Modell zu beschaffen, sollte der Steuerzahler natürlich davon ausgehen, dass die Rechnung auch viel niedriger ausfällt", ätzte Northrop-Chef Bush.

Der EADS-Tanker KC-45 ist vom Großraumflugzeug Airbus A330 abgeleitet und hat bisher alle internationalen Wettbewerbe gegen Boeings KC-767 gewonnen. Die KC-767 basiert auf dem alten Verkehrsjet B767, der von Airbus völlig vom Markt verdrängt wurde. Nach dem Verlust der ersten amerikanischen Ausschreibung hat Boeing sein Modell überarbeitet.

Boeing wirbt mit Flexibilität

Die KC-767 "New Generation" hat Cockpit-Displays wie der neue "Dreamliner" 787, doch den engeren 767-Rumpf. Boeing wirbt für die KC-767 mit dem Argument, die Produktion jederzeit auf jedem von der Air Force gewünschten Niveau garantieren zu können. Außerdem verbrauche die KC-767 24 Prozent weniger Treibstoff als der größere und schwerere Airbus-Tanker.

Die KC-767 wurde bisher nur nach Japan und Italien verkauft, wo Boeing Teile fertigen lässt. Wo sie offen mit dem Airbus-Tanker konkurrierte wie in Australien, Großbritannien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und 2008 in den USA, hatten stets die Europäer die Nase vorn. Nach der Neuausschreibung des US-Auftrags hatten Northrop Grumman und Airbus 2009 über die Bevorzugung von Boeing im Pentagon geklagt.

Tankerwerk in USA gebplant

EADS hatte für den Airbus-Tanker ein eigenes Werk in den USA bauen wollen, in dem auch die A330-Frachter montiert werden sollten. NGC sollte die militärischen Komponenten zuliefern. Northrop warb damit, das Projekt würde 48.000 Arbeitsplätze in den USA schaffen, mehr als Boeings KC-767. Als Kompromiss hatte Northrop eine Teilung des Auftrags im Verhältnis 60 zu 40 ins Spiel gebracht.

EADS wollte mit dem Tankerwerk auch seine Abhängigkeit vom Euro-Raum mindern. "EADS wird weiter in den USA aktiv bleiben", versicherte Enders. Er verwies dabei auf die jüngst 100. Auslieferung eines Hubschraubers an die US Army und das Airbus Engineering Center in Mobile, Alabama.

(dpa, N24)

09.03.2010 11:05 Uhr

Indizes

Aktiensuche

Tops & Flops im DAX

SchließenSchließen Artikel versenden

Name des Absenders*:

E-Mail-Adresse des Empfängers*:


Ihre Mitteilung an den Empfänger:

Es gelten unsere Allgemeinen Nutzungsbedingungen

Sie befinden sich in: Nachrichten » Wirtschaft & Börse