Papandreou bei Obama

Transatlantischer Kampf gegen Spekulanten

Giorgos Papandreou spricht heute bei US-Präsident Barack Obama vor. Dabei will er ihn wohl nicht anpumpen. Vielmehr wirbt er für ein gemeinsames Handeln gegen Spekulanten.

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Giorgos Papandreou will gemeinsam mit den europäischen Partnern und US-Präsident Barack Obama Spekulanten an die Kandare nehmen.
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Im Kampf gegen Spekulanten wirbt das hochverschuldete Griechenland nach Gesprächen mit den Europäern nun bei der größten Wirtschaftsmacht der Welt um Unterstützung. Am Dienstag wollte der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou US-Präsident Barack Obama treffen. Experten erwarten nicht, dass Papandreou Obama um direkte Hilfe bitten wird.

Papandreou ist vielmehr an einer engen Zusammenarbeit im Kampf gegen Spekulationen interessiert. Diese hätten auch bei der schweren Schuldenkrise Griechenlands eine bedeutende Rolle gespielt. Eine europäische und amerikanische Kooperation sei von "überragender Bedeutung", damit die Krise nicht auf andere Teile der Welt übergreife, sagte Papandreou nach einem Treffen mit US-Außenministerin Hillary Clinton.

Papandreou hofft auf Unterstützung

Papandreou warnte vor der Gefahr, dass die dramatische Schuldenkrise seines Lande eine neue globale Finanzkrise auslösen könnte. Griechenlands massive Verschuldung - knapp 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - habe bereits Auswirkungen auf Europa, sagte Papandreou, und sie könne sehr wohl einen Dominoeffekt in Form steigender Kreditkosten für eine Reihe anderer verschuldeter Staaten nach sich ziehen.

Griechenland und die Europäer hätten bereits Initiativen zur stärkeren Regulierungen von Spekulationen ergriffen. "Und ich hoffe, dass es eine positive Antwort auf dieser Seite des Atlantiks gibt", sagte Papandreou.

Leerverkäufe unterbinden

Deutschland und Frankreich wollen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und große Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen. Dazu solle der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar komplett verboten werden. Regierungsvertreter in Berlin und Paris kündigten nach Angaben der Zeitung an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy einen Brief an EU-Kommissionschef José Manuel Barroso schreiben wollten, und diesen zum Handeln auffordern. Zu den Verfassern der Erklärung gehörten auch der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, und der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou.

Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt. Nach Informationen der Zeitung sind Merkel, Sarkozy, Juncker und Papandreou zur Not auch zu einem europäischen Alleingang bereit, sollten wichtige G-20-Partner wie die USA und China nicht mitziehen. "Wir können nicht immer warten, bis der Letzte an Bord ist", hieß es in Verhandlungskreisen. Gänzlich verboten werden sollten die CDS allerdings nicht, da die Wirtschaft sie zur Absicherung benötige. Darauf hätten Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie hingewiesen.

(dpa, N24)

09.03.2010 11:04 Uhr

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