Bei seinem Truppenbesuch in Afghanistan hat US-Verteidigungsminister Robert Gates eine weitere Großoffensive angekündigt. Bis zum Sommer soll das US-Heer vor Ort um 30.000 Mann verstärkt werden.
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US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die US-Truppen im Süden Afghanistans auf eine weitere Offensive gegen die Taliban eingeschworen. Bei einem Besuch auf einem Militärstützpunkt in der Unruheprovinz Kandahar sagte Gates vor Soldaten, sie würden wieder einmal die "Speerspitze" des Einsatzes sein. Die Einheit sei in einer Gegend stationiert, "die noch einmal wichtig werden wird". Nach Angaben von Militärvertretern planen die NATO-Truppen nach der Großoffensive rund um die ehemalige Taliban-Hochburg Mardscha in der Provinz Helmand als nächstes eine noch größere Offensive in der Nachbarprovinz Kandahar. Der Kampf um Mardscha sei nur "eine der vielen noch anstehenden Schlachten" gewesen, sagte Gates auf dem Stützpunkt Frontenac, der knapp 50 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Kandahar liegt.
Am Montag hatte der US-Verteidigungsminister in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und dem Oberkommandierenden der NATO- und US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, die geplante Offensive sowie weitere mögliche Einsätze der internationalen Truppen am Hindukusch im Laufe des Jahres erörtert. McChrystal befürwortet eine Offensive der internationalen Truppen gegen die Taliban in ihren Hochburgen in Kandahar im Sommer. Laut Gates sind bereits rund 6000 der von US-Präsident Barack Obama angekündigten 30.000 zusätzlichen US-Soldaten in Afghanistan eingetroffen. Der Rest werde bis Ende August an den Hindukusch verlegt, sagte der Verteidigungsminister. Mit der Verstärkung aus den USA und anderen NATO-Ländern steigt die Gesamtzahl der ausländischen Soldaten in Afghanistan auf 150.000. Damit soll der seit neun Jahren andauernde Einsatz zu Ende geführt werden.