"Unser Star für Oslo"

Eine Frau fährt zum Eurovision Song Contest

Eins steht fest: Eine Frau wird beim Eurovision Song Contest für Deutschland antreten. Denn Rock-Röhre Jenny und Favoritin Lena stehen im Finale von "Unser Star für Oslo".

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Wer wird "Unser Star für Oslo"? Jennifer Braun (l.) und Lena Meyer-Landrut stehen im Finale.
Hat es jemand anders erwartet? Deutschland hat es beim diesjährigen Grand Prix, Verzeihung, Eurovision Song Contest in Moskau wieder einmal nicht geschafft, über eine Statistenrolle hinaus zu kommen.
Eigentlich wollten Alex Christensen (im Hintergrund am Flügel) und Sänger Oscar Loya den Sangeswettbewerb so richtig aufmischen. Doch das Liedchen kam müde daher, mit Rang 20 wurde es nicht ultrapeinlich, aber eben auch nicht erfolgreich.
Als besonderes Schmankerl hatte sich "Alex Swings Oscar Sings" - so der Künstlername des Duos - US-Strip-Queen Dita von Teese mit auf die Bühne geholt. Doch die torkelte in ein Korsett gezwängt eher wie eine schwarz lackierte Presswurst über ...
... die Bühne. Zum Eklat kam es auch nicht, die Veranstalter bläuten Teese vorab ein, dass sie ja nicht zu freizügig zu Werke gehen soll. So wirkte die Burlesque-Tänzerin auf ihrer Couch etwas verloren. Naja, andere haben es besser gemacht.
Zum Beispiel die Norweger: Die Skandinavier hatten mordsmäßig was zu feiern, denn ...
... der in Weißrussland geborene Geigen-Bubi Alexander Rybak war für Norwegen angetreten und verzauberte alle mit seiner Fiedel.
Rybaks schmissiger Hit "Fairytale" endete im frenetischen Jubel in der Halle. Da blieb kein Auge trocken und der 23-Jährige wird sich wohl seinen Geigenbogen neu bespannen lassen müssen.
Der zuvor bereits als Favorit gehandelte Künstler holte sich mit weitem Abstand zur Konkurrenz die europäische Musikkrone. Damit ist auch klar: Im nächsten Jahr werden sich Europas Musikanten in Oslo versammeln.
Den zweiten Platz holte sich die 18-jährige Gudrún Jónsdóttir aus Island. Das Jungtalent konnte ...
... mit ihrem melancholischen Soultitel "Is It True?" überzeugen.
Überraschend der dritte Platz: In Aserbaidschan war am späten Abend wohl die Hölle los, als klar war, dass das Duo AySel & Arash auf Rang drei gelandet war.
Der Komponist Arash und die junge Germanistikstudentin AySel brachten mit der tanzbaren Nummer "Always" Stimmung in die Bude.
Die Türken hatten eigentlich gehofft, es bis ganz nach oben zu schaffen. Für Hadise mit dem Song "Düm tek tek" langte es aber nur für den vierten Platz. "Klassischer" Türkei-Pop, gewürzt mit ...
... einem Hüftschwung à la Shakira - das war fein, aber eben nicht Spitzenklasse. Die Türken wird's trotzdem gefreut haben.
Beim Song, der es auf den fünften Platz schaffte, hatte ein alter Bekannter die Hände mit im Spiel. "My Time", britischer Beitrag im Wettbewerb, wurde komponiert von Musical-König Andrew Lloyd Webber. Am Mikrofon stand ...
... Jade Ewen. "My Time" war eine Ballade Webber'scher Bauart, ein bisschen gewöhnlich aber solide. Hat ja auch für einen guten Platz gereicht.
Ansonsten gab es in Moskau, wie beim Eurovision Song Contest gewohnt, viel Brimborium und Show.
Die ganz abgefahrenen Teilnehmer waren bereits in den Halbfinalen herausgeflogen. Ein bisschen eigentümlich vielleicht das Bühnenoutfit von Albanien.
Verschweigen wollen wir nicht den Auftritt von Patricia Kaas für Frankreich. Die Chanson-Meisterin schmuste sich mit "Et s'il fallait le faire" durch ihren Auftritt.
Was leider auch zum Eurovision Song Contest in Moskau gehörte, sind diese Bilder. Homosexuelle nutzten die Aufmerksamkeit des Wettbewerbs, um im Vorfeld auf ihre Situation in Russland aufmerksam zu machen.
Der russischen Polizei war das ein Dorn im Auge und ging brutal gegen die friedlichen Demonstranten vor. Russland hat eine Gelegenheit verpasst, sich als offene und tolerante Gesellschaft zu präsentieren.
Der russische Superstar Dima Bilan setzte sich am Samstagabend mit der Rockballade "Believe" deutlich an die Spitze. Bereits 2006 wurde Bilan in Athen Zweiter.
Der Russe Dima Bilan lag am Ende mit 272 Punkten vorne. Es ist das erste Mal, dass Russland den Grand Prix gewonnen hat.
Zweiter wurde die Ukraine mit Ani Lorak und "Shady Lady". Die Ukraine lag mit 230 Punkten vor Griechenland.
Für Griechenland punktete die in den USA geborenen Sängerin Kalomira mit ihrem Popsong „Secret Combination“ und belegte den dritten Platz.
Für Armenien ging Sirusho mit ihrem Song "Qele qele" ins Rennen und belegte Platz vier.
Maria Haukaas Storeng (r.) sang sich für Norwegen mit "Hold On Be Strong" auf Platz fünf.
Marija gewann für Serbien mit dem Lied Moltavia den Eurovision Song Contest 2007. Dieses Jahr belegte sie Rang sechs.
Jelena Tomasevic war punktgleich mit Marija Serifovic und belegte mit ihrem Song "Oro" Platz sechs.
Der Saenger Harun Tekin der Gruppe "Mor ve Oetesi" punktete mit seinem Lied "Deli" für die Türkei und belegte Rang sieben.
Das Duo "Elnur & Samir" mit Samir Javadzade (l.) und Elnur Huseynov flogen mit "Day After Day" für Aserbaidschan auf den achten Platz.
Boaz Mauda (2.v.l.) war für Israel mit "The Fire In Your Eyes" am Start. Am Ende war er Neunter.
Laka (r.) ein Superstar in Bosnien-Herzegowina kam mit seinem sehr schrägen Lied "Pokusai" auf Platz zehn.
"Peace will come" sang Diana Gurtskaya für Georgien und wurde Elfte.
Die Gruppe "Pirates of the Sea" trieb mit ihrem Sänger Roberto Meloni (M.) die Wölfin für Lettland über die See und belegte Platz elf.
Für Portugal errang Vania Fernandes mit "Senhora do Mar" Platz 13.
Die Gruppe "Euroband" mit Fridrik Omar und Regina Osk ging mit dem Song "This Is My Life" für Island an den Start und belegte am Ende Platz 14.
Dänemark schickte Simon Mathew mit "All Night Long" zum Eurovision Song Contest. Mathew belegte Platz 15.
Olta Boka sang für Albanien "Zemren lame peng". Ihr Ergebnis beim ESC: Platz 16.
"Baila el chiki chiki" sang für Spanien Rodolfo Chikilicuatre. Sein Lohn: Platz 16 in der Gesamtwertung.
Die Franzosen kamen mit "Divine", vorgetragen von Sebastien Tellier auf Platz 18.
"Hero" sang Charlotte Perrelli (M.) für Schweden. Nicht heldenhaft der 18 Platz.
Nico und Vlad (Nicoleta Matei und Vlad Mirita) brachten Rumänien mit "Pe-o margine de lume" auf Platz 20.
Für Kroatien scratchte ein 75-jähriger Rapper namens 75 Cents auf dem Grammophon und versprühte mit der Gruppe Kraljevi ulice Buena-Vista- Charme. Ergebnis: Platz 21.
Die finnischen Teilnehmer, die Band Teraesbetoni, setzte auf Heavy Metal-Klänge. Platz 22
Andy Abraham, für Grossbritannien mit "Even If" im Rennen, fand wnig Anklang. Platz 23.
Die für Deutschland gestarteten No Angels haben beim Eurovision Song Contest (ESC) für eines der schlechtesten Ergebnisse aller Zeiten gesorgt.
Gerade mal 14 Punkte bekam die Pop-Band am Samstagabend in Belgrad und teilte sich so mit Polen und Großbritannien den letzten Platz.
Isis Gee, die für Polen sang, konnte mit "For Life" nicht überzeugen. Platz 23 und damit das Schlußlicht neben den No Angels und Andy Abraham.

Eine junge Frau singt für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2010: Lena Meyer-Landrut aus Hannover und Jennifer Braun aus dem hessischen Eltville stehen im Finale der Castingshow-Reihe "Unser Star für Oslo", das am Freitag um 20.15 Uhr live in der ARD übertragen wird. Im Halbfinale setzten sich die beiden 18-Jährigen am Dienstagabend in zwei Telefonabstimmungen gegen den 20 Jahre alten Christian Durstewitz aus Altenlotheim in Hessen und die 21-jährige Kerstin Freking aus Osnabrück durch.

Entertainer Stefan Raab hat in diesem Jahr den deutschen Vorentscheid zum europäischen Musikwettbewerb organisiert. Dafür hat sich die verantwortliche ARD erstmals mit dem Privatsender ProSieben verbündet, der sechs der insgesamt acht Shows zeigte - darunter auch das Halbfinale.

Diesmal saßen neben Raab noch Jan Delay und Barbara Schöneberger in der Jury, die die jeweils zwei Auftritte der Kandidaten bewerteten. Über das Weiterkommen entschieden dann jedoch die Fernsehzuschauer per Telefon und SMS.

Nach der Finalshow am Freitag ist dann endgültig klar, wer Deutschland beim internationalen Grand-Prix-Finale am 29. Mai in der norwegischen Hauptstadt Oslo vertreten darf.

(dpa, N24)

10.03.2010 07:34 Uhr

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