EADS-Aus bei Tankfliegern

Frankreich spielt mit den Muskeln

Im Streit um den Milliardenauftrag für US-Tankflugzeuge reagiert Frankreich empört. Die Affäre werde Konsequenzen haben, heißt es aus der Regierung und droht den USA offen.

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Frankreichs Europastaatssekretär Pierre Lellouche spricht von einer "schwerwiegenden" Sache, die "keineswegs abgeschlossen sein".

Im Streit um die Vergabe eines Milliardenauftrags für US-Tankflugzeuge hat die französische Regierung den USA offen gedroht. Der Rückzug des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS sei eine "schwerwiegende" Sache, die "Konsequenzen" haben werde, sagte der französische Europastaatssekretär Pierre Lellouche nach einer Kabinettssitzung in Paris. "Diese Affäre ist keineswegs abgeschlossen." Auch wenn Rüstungsaufträge nicht unter "das klassische internationale Recht" innerhalb der Welthandelsorganisation WTO fielen, "werden wir reagieren".

Staatspräsident Nicolas Sarkozy werde "zum gegebenen Moment eingreifen", sagte Lellouche. Er sei immer ein Befürworter "eines starken Europas in einer atlantischen Allianz" gewesen. "Das ist aber etwas, das in beiden Richtungen funktionieren muss." Europa dürfe vor den durch das Pentagon geschaffenen Tatsachen nicht schweigen. Hier gehe es auch um "unsere europäische Glaubwürdigkeit". Die Europäer müssten "sich Respekt verschaffen", sagte Lellouche. "Ich kann ihnen versichern, dass das Konsequenzen haben wird."

Die Airbus-Mutter EADS und ihr US-Partner Northrop Grumman hatten am Montag ihren Ausstieg aus dem Bieterrennen um den Großauftrag erklärt. Als Grund gaben sie an, dass die Ausschreibung des Verteidigungsministeriums in Washington klar auf den US-Konkurrenten Boeing zugeschnitten sei. Bei dem Auftrag geht es um den Bau von 179 Tankflugzeugen für 35 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro). Der französische Staat ist mit 15 Prozent an EADS beteiligt.

(AFP, N24)

10.03.2010 13:48 Uhr

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