Deutschland und Brasilien uneins über Sanktionen gegen Iran

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Westerwelle mit Amorim (l.)

Deutschland und Brasilien vertreten weiter unterschiedliche Auffassungen zum Umgang mit dem iranischen Atomprogramm und möglichen neuen Sanktionen gegen Teheran. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und sein brasilianischer Kollege Celso Amorim stimmten darin überein, dass der Iran nicht zu einer Atommacht werden dürfe, sagten sie nach einem Gespräch in Brasilia.

In der Frage von Sanktionen gingen die Ansichten jedoch auseinander: Während Amorim Teheran weitere Gelegenheiten einräumen will, seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft unter Beweis zu stellen, verwies Westerwelle auf die Notwendigkeit von Sanktionen, sollte Teheran nicht kooperieren.

"Wir wollen für die internationale Gemeinschaft Klarheit und Transparenz über Irans Nuklearprogramm, aber was wir zuerst sehen, ist Irans Willen zu verhandeln", sagte Amorim nach dem Treffen mit Westerwelle. Brasilien wolle eine friedliche Lösung des Konflikts ohne großen Schaden für das iranische Volk. Westerwelle räumte Differenzen in der Beurteilung der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm ein, die aus der unterschiedlich großen Entfernung beider Länder zum Iran resultiere.

"Wir leben auf unterschiedlichen Kontinenten und natürlich ist die Frage der Entfernungen zu Iran aus Brasilien anders zu beurteilen als aus Deutschland. Es macht schon allein offensichtlich, warum wir in Europa sehr sorgenvoll auf diese Entwicklungen schauen", sagte Westerwelle.

"Wir bleiben verhandlungs- und gesprächsbereit", betonte Westerwelle zugleich. Er bekräftigte jedoch, dass in den vergangenen fast zwei Jahren der Eindruck gewachsen sei, "dass unsere ausgestreckte Hand ins Leere greift". Sollte Teheran dies nicht ändern, müssten andere Maßnahmen erwogen werden.

Allen voran die US, verdächtigen den Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Westen setzt sich daher für weitere UN-Sanktionen gegen Teheran ein. Im UN-Sicherheitsrat sperrte sich zuletzt die Veto-Macht China gegen eine Verschärfung der Strafmaßnahmen. Der Iran weist die Vorwürfe zurück und versichert stets den zivilen Charakter seines Atomprogramms.

(AFP)

11.03.2010 08:00 Uhr

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