Kinderheim in Eilenburg

Weitere Hinweise auf Missbrauch

Nach ersten Meldungen über Missbrauch in einem Eilenburger Kinderheim tauchen immer mehr Verdachtsfälle auf. Zu DDR-Zeiten wurden in der Einrichtung "erziehungsauffällige Kinder" untergebracht.

In einem Heim für Kinder und Jugendliche im sächsischen Eilenburg gibt es weitere Hinweise auf sexuellen Missbrauch und Schikanen zu DDR-Zeiten. Wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, melden sich immer mehr Betroffene. Eine ehemalige Bewohnerin gab demnach an, dass Kinder nackt durchs Treppenhaus laufen mussten. Erzieher hätten ihnen zwischen die Beine und an die Brüste gefasst. Die Frau lebte zwischen 1967 und 1969 in dem DDR-Spezialheim für "erziehungsauffällige Kinder".

Bereits zuvor hatte sich bei der Zeitung ein ehemaliger Bewohner gemeldet, der von täglichen sexuellen Übergriffen zwischen 1970 und 1980 berichtete. Eine andere Zeugin sagte dem Blatt zufolge, dass körperliche Züchtigungen an der Tagesordnung gewesen seien. Sexuelle Übergriffe konnte sie aber nicht bestätigen. Bei den Ermittlungsbehörden liegen bislang keine Anzeigen vor.

Die Caritas hatte die Einrichtung 1994 übernommen. Die heutige Leitung kündigte an, die Opfer unterstützen zu wollen. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Berichte über Schikanen und Gewalt in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen in der DDR gegeben. In Einzelfällen mussten sich Erzieher deswegen vor Gericht verantworten.

(apn, N24)

11.03.2010 10:49 Uhr

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