Behörden schauten weg

Vater vergewaltigt Töchter 25 Jahre lang

In Großbritannien sorgte ein unfassbarer Inzestfall für Aufsehen. Ein Vater vergewaltigte seine beiden Töchter 25 Jahre lang. Dutzende Behörden beschäftigten sich mit dem Fall - ohne einzugreifen.

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Das Rathaus von Sheffield. Die Behörden der britischen Stadt gestanden ein, bei einem Inzest-Martyrium zweier Frauen zu spät reagiert zu haben.

Nach der Aufarbeitung eines Inzest-Dramas in Großbritannien haben sich die Behörden bei zwei Frauen entschuldigt, die mehr als 25 Jahre von ihrem Vater vergewaltigt worden waren. "Wir haben die Familie im Stich gelassen", sagte die Leiterin des Jugendamtes von Sheffield, Sue Fiennes. "Wir möchten uns entschuldigen." Eine Untersuchung des Falles habe ergeben, dass sich über die Jahre 28 verschiedene behördliche Einrichtungen und 100 Mitarbeiter mit der Familie befasst hätten, aber niemand eingegriffen habe. Der Vater war den Angaben zufolge mit seiner Familie in 35 Jahren 67 Mal umgezogen, um nicht entdeckt zu werden.

Der 56-jährige Täter aus Sheffield hatte seine Töchter regelmäßig vergewaltigt und mehrfach geschwängert, dafür verbüßt er seit 2008 eine lebenslange Haftstrafe. Das Martyrium der damals acht- und zehnjährigen Mädchen begann 1981: Innerhalb von 25 Jahren wurde die ältere Tochter sieben Mal, die jüngere zwölf Mal schwanger - sieben Kinder überlebten. Während des Prozesses berichteten sie, wie ihr Vater sie immer wieder quälte und ihnen mit dem Tod ihrer Kinder drohte, um sie gefügig zu halten.

Trotz einer Reihe von Hinweisen war der Fall jahrzehntelang unentdeckt geblieben. "Wir sind entschlossen, unnachgiebig daran zu arbeiten, das Risiko, das sich so etwas wiederholt, zu minimieren", sagte Fiennes nun. Die betroffenen Behörden hätten "Lektionen gelernt". Der Fall erinnerte an den österreichischen Inzesttäter Josef Fritzl, der seine Tochter ein Vierteljahrhundert lang in seinem Keller in Amstetten festgehalten und mit ihr und mit ihr sieben Kinder gezeugt hatte.

(AFP, N24)

11.03.2010 12:22 Uhr

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