Die Billigsupermarkt-Kette Lidl hat zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption im eigenen Unternehmen einen Vertrauensanwalt ernannt. Ihm können Mitarbeiter und Geschäftspartner Hinweise geben und müssten dadurch keine Nachteile fürchten, teilte Lidl mit. Für "allgemeine" Beschwerden oder Mobbingvorwürfe sei der Anwalt aber nicht zuständig, betonte das Unternehmen.
Lidl sei ein internationales Unternehmen und könne als solches Ziel von Korruption und Wirtschaftskriminalität sein, erklärte die Kette. Daher ernannte sie einen internen Anti-Korruptionsbeauftragten und einen externen Anwalt als Vertrauensanwalt. Dieses Amt übernimmt der ehemalige Staatsanwalt Volker Hoffmann, der bereits seit mehreren Jahren für verschiedene Firmen als Vertrauenanwalt tätig sei, wie Lidl mitteilte.
Der Vertrauensanwalt unterliege der anwaltlichen Schweigepflicht, erläuterte der Discounter. Der Hinweisgeber bestimme, welche Informationen der Vertrauensanwalt weitergebe. Diese werden dann von einer Gruppe geprüft, in der Vertreter der Lidl-Geschäftsleitung, der Revisions- und der Rechtsabteilung und der Anti-Korruptionsbeauftragte sitzen. Vertraulichkeit sei garantiert, versicherte Lidl.
Hoffmann sagte dem "Handelsblatt", er sehe sich auch im Bereich der Arbeitnehmerrechte in der Pflicht. "Wenn sich etwa jemand melden würde, um zu erklären, dass die Arbeit des Betriebsrats behindert werde, muss man das sehr ernst nehmen", sagte er der Zeitung.
Lidl war wegen des Umgang mit seinen rund 50.000 Mitarbeitern in Deutschland in die Kritik geraten. So wurden in mehreren hundert Supermärkten der Kette die Mitarbeiter von Detektiven überwacht. In einem anderen Fall hatte Lidl gesetzeswidrig Krankheiten von Beschäftigten in speziellen Formularen verzeichnet.
(AFP)
11.03.2010 13:55 Uhr





