Ermittlungen eingeleitet
Falscher Doktor in Unions-Fraktion?
Gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper wird wegen des Verdachts der unerlaubten Nutzung eines Doktortitels ermittelt. Der Politiker soll diesen an einer "Titelmühle" erworben haben.
Die Staatsanwaltschaft Münster hat ein Ermittlungsverfahren gegen den CDU-Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Missbrauch von Titeln, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Hans-Jochen Wagner mitteilte. Hintergrund seien Vorermittlungen in Verbindung mit Anzeigen, wonach Jasper einen Doktortitel geführt haben soll, der in Deutschland nicht anerkannt ist. Das Tragen eines nicht anerkannten Titels wird in Deutschland mit einer Geldstrafe oder Gefängnis von bis zu einem Jahr bestraft. Der prinzipielle Schutz der Abgeordneten vor strafrechtlicher Verfolgung (Immunität) wird in diesem Stadium des Verfahrens noch nicht berührt. Bei weiteren Schritten müsste der Bundestag die Immunität aufheben.
Jasper selbst hatte schon am Dienstag versichert, er wolle mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, "um auf eine zügige Einstellung des Ermittlungsverfahrens hinzuwirken". Seinen Doktortitel hatte er 2004 an der Freien Universität Teufen in der Schweiz erworben. Die Uni ist als "Titelmühle", die gegen Geld akademische Grade vergibt, verrufen. Nach eigener Aussage hatte Jasper sich deswegen von dem Doktortitel der Wirtschaftswissenschaften im Oktober getrennt. In der vergangenen Woche hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert davon abgesehen, Einspruch gegen die Wahl in Jaspers Wahlkreis Steinfurt III einzulegen.
(dpa, N24)
11.03.2010 14:16 Uhr









