Schavan fordert Verbesserungen bei Bologna-Studienreform

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Bologna-Konferenz in Budapest

Zum zehnjährigen Jubiläum der Bologna-Studienreform hat Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) Verbesserungen bei den neuen Bachelor- und Master-Studiengängen in Deutschland gefordert. Sie beriet in Budapest mit ihren Kollegen aus 45 am Bologna-Prozess beteiligten Staaten über die Fortschritte der europäischen Reform. Studenten zeigten sich wenig begeistert von den bisherigen Ergebnissen.

Schavan kritisierte im Deutschlandradio Kultur, dass es in den neuen Studiengängen zu umfangreiche Studienpläne gebe. Außerdem erschwere zu viel Spezialisierung die Mobilität der Studierenden. Die Bildungsministerin forderte zugleich eine bessere Anerkennung von Abschlüssen zwischen den Universitäten. Wo Studiengänge entstanden seien, deren Abschlüsse woanders nicht anerkannt würden, werde die Bologna-Reform "konterkariert". Schavan nannte die Kritik an den Studienbedingungen zugleich "überspitzt".

Die Studenten hatten unter anderem eine zu hohe Prüfungsdichte, eine Überfrachtung der Inhalte und eine zu weitgehende Verschulung der Studiums kritisiert. Daraufhin wurden Änderungen an den Studiengängen beschlossen. Für den 17. Mai ist eine nationale Bologna-Konferenz geplant.

Bei der europäischen Konferenz zum Stand der Studienreform sprach sich Ungarns Bildungsminister Istvan Hiller in Budapest für eine größere Mobilität der Studenten aus. Derzeit absolvierten rund drei Prozent ein Auslandssemester. Bis 2020 solle jeder Fünfte an einem Austausch teilnehmen, sagte er bei dem Treffen, das am Freitag in Wien fortgesetzt werden soll.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Studienreform erneuerten die Studenten ihre Kritik. "Bologna hätte als Paket umgesetzt werden müssen, aber die Regierungen haben sich daraus nur das ausgesucht, was einfach war. Das hat für Ungleichgewichte gesorgt", sagte die Vorsitzende der Europäischen Studierendenvereinigung ESU, Ligia Deca. Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Leistungen im Ausland sowie Finanzierungsprobleme hielten viele Studenten von Auslandsaufenthalten ab, ergänzten Vertreter von Studentenorganisationen in Frankreich und Serbien.

Der Name der Reform geht auf die sogenannte Bologna-Erklärung zurück, die im Juni 1999 von damals 30 europäischen Staaten unterzeichnet wurde. Ziel war es, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Dazu sollten unter anderem die Bachelor- und Masterstudiengänge mit europaweit vergleichbaren Abschlüssen eingeführt und die Mobilität der Studenten verbessert werden. An dem Bologna-Prozess sind inzwischen 46 Staaten beteiligt.

(AFP)

11.03.2010 18:32 Uhr

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