Kritik in Kroatien an Aufklärung von Kriegsverbrechen

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Aus Kroatien vertriebene Serbin

Kroatische Menschenrechtsorganisationen haben die Regierung in Zagreb wegen der mangelnden Bereitschaft zur Aufklärung von Kriegsverbrechen aus der Zeit zwischen 1991 und 1995 kritisiert. Es fehle der "politische Wille" dazu, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Documenta und anderen Gruppen, die sich mit dem Thema befassen. Zwischen 2004 und 2009 habe es Anklagen gegen 426 Verdächtige - darunter 41 ehemalige kroatische Militärs - gegeben, doch mit rund 400 Kriegsverbrechen habe sich die Justiz nach wie vor nicht befasst.

Die Menschenrechtsorganisationen bedauerten zugleich, dass es in den von ihnen beobachteten Kriegsverbrecherprozessen stets mildernde Umstände für kroatische Militärs wegen "Beteiligung am Unabhängigkeitskrieg" gegeben habe. Kroatien hatte 1991 seine Unabhängigkeit erklärt und sich von Jugoslawien abgespalten. Mitglieder der serbischen Minderheit in Kroatien besetzten daraufhin mit militärischer Unterstützung der Führung in Belgrad mehrheitlich von Serben bewohnte Gebiete.

Die "Operation Sturm" besiegelte 1995 das Ende der selbst proklamierten Serbischen Republik Krajina, die zeitweise ein Drittel des kroatischen Staatsgebiets kontrollierte. Nach UN-Angaben wurden im Verlauf des Krieges 280.000 Serben aus Kroatien vertrieben. Zagreb strebt für 2012 den Beitritt zur Europäischen Union an.

(AFP)

11.03.2010 19:05 Uhr

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