Fußball: Europa League

HSV und Wolfsburg gut im Rennen

Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg haben sich in den Achtelfinal-Hinspielen der Europa League gute Ausgangspositionen für die Rückspiele gegen Anderlecht und Kasan verschafft.

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Der Hamburger Joris Mathijsen (l) läuft Romelu Lukaku vom RSC Anderlecht hinterher.

Die Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und VfL Wolfsburg haben in der Europa League Kurs auf das Viertelfinale genommen. Der HSV besiegte im Achtelfinal-Hinspiel den RSC Anderlecht mit 3:1 (2:1), der deutsche Meister Wolfsburg kam beim russischen Champion Rubin Kasan zu einem 1:1 (0:1). Damit erarbeiteten sich die beiden Nordklubs eine gute Ausgangsposition für die Rückspiele am kommenden Donnerstag (18. März).

Ruud van Nistelrooy mit Startelf-Debüt

Vor 34.921 Zuschauern in Hamburg feierte Superstar Ruud van Nistelrooy sein Startelf-Debüt. Der Niederländer traf dabei mit seinem 61. Europacuptreffer zum zwischenzeitlichen 2:0 (40.). Joris Mathijsen (23.) und David Jarolim (76.) waren die weiteren Torschützen für die Hamburger, die die beste Leistung seit langem zeigten. Die Freude wurde lediglich durch den Freistoßtreffer von Jonathan Legear (45.) getrübt.

Traumtor von Misimovic rettet die "Wölfe"

In Kasan wahrten die "Wölfe" unterdessen durch ein Traumtor von Zvjezdan Misimovic ihre Chancen. Der sehenswerte Schlenzer des Mittelfeldspielers in der 66. Minute besiegelte bei arktischen Temperaturen das verdiente Unentschieden. Vor nur 9000 Zuschauern bei minus zwölf Grad im Zentralstadion von Kasan hatte Christian Noboa den Führungstreffer für die Gastgeber erzielt (29.).

Ein Fest für "Ruud"

Die Hamburger Fans hatten schon vor dem Anpfiff Grund zur Freude. HSV-Trainer Bruno Labbadia brachte erstmals den in der Winterpause verplichteten van Nistelrooy. Jede seiner Ballberührungen in der Anfangsphase wurde von lauten "Ruud"-Rufen der Anhänger begleitet. Van Nistelrooy war es auch, der bei Dauerregen und empfindlicher Kälte für die ersten vielversprechenden Angriffsaktionen der Hausherren sorgte. In der zweiten Minute wurde er nach einem Solo am Strafraumrand gecheckt, ein möglicher Freistoßpfiff blieb jedoch aus. Nur 60 Sekunden später parierte Torwart Silvio Proto seinen Schuss aus spitzem Winkel. Die Partie entwickelte sich in der Folge zu einem unterhaltsamen Spiel, bei dem beide Teams den Weg nach vorne suchten.

Neben einigen HSV-Spielern die Anderlecht 1977 im Finale um den Europapokal der Pokalsieger schlagen konnten, verfolgte auch Paolo Guerrero das Spiel auf der Tribüne. Der noch verletzte und unter Flugangst leidende Peruaner war erst am Nachmittag aus seinem Heimatland mit zwei Monaten Verspätung in Hamburg eingetroffen. Die Gäste aus Brüssel wirkten bei ihren schnell vorgetragenen Angriffen immer gefährlich und brachten die HSV-Abwehr insbesondere nach Ballverlusten im Mittelfeld einige Male in Verlegenheit.

Kasan wirkte gegen VfL überlegen

Kasan erarbeitete sich insbesondere in den ersten 45 Minuten ein leichtes Übergewicht und beherrschte weitgehend das Spielgeschehen. Zwar überzeugte die ersatzgeschwächte Hintermannschaft der Niedersachsen größtenteils, doch in der Vorwärtsbewegung offenbarte der VfL zunächst große Mängel. Torjäger Grafite war wegen Adduktorenbeschwerden gar nicht erst nach Russland gereist, sein etatmäßiger Sturmpartner Edin Dzeko blieb wegen Problemen mit der Bauchmuskulatur insbesondere vor dem Seitenwechsel deutlich sichtbar unter seinen Möglichkeiten.

Nach Kasans Führungstor gerieten die Wolfsburger gehörig ins Wanken. Nur 120 Sekunden nach dem 1:0 hätte Alexander Bucharow auf 2:0 erhöhen können, fand jedoch im Wolfsburger Ersatztorhüter Marwin Hitz seinen Meister. In den zweiten 45 Minuten allerdings löste sich die Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner mehr und mehr aus der Umklammerung. Bei einem der zahlreicher werdenden Konter kam Misimovic in der 54. Minute zum Schuss, Ryschikow parierte jedoch zur Ecke. Zwölf Minuten später machte es der Bosnier besser.

(Andreas Hardt und Andreas Frank, SID, N24)

11.03.2010 21:07 Uhr

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