Die zweite Karriere von Formel-1-Rückkehrer Michael Schumacher beginnt wie einst die erste in Spa - mit Startplatz sieben. Von dieser Position aus wird der 41 Jahre alte Mercedes-Pilot am Sonntag (13.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky) nach 1239 Tagen Pause in den Großen Preis von Bahrain gehen - sechs Plätze hinter seinem "Kronprinzen" Sebastian Vettel, der sich beim Saisonstart die sechste Pole Position seiner Karriere holte.
"Die Sieben ist eine interessante Zahl, die irgendwie sehr gut zu mir passt. Ich habe schon bei den ersten Tests gesagt, dass ich mich fühle wie zu Beginn meiner Karriere. Nach meinem ersten Qualifying stand ich 1991 auch auf Platz sieben, und da bin ich jetzt wieder", sagte Schumacher, der am frühen Samstagabend noch keine besonderen Emotionen spürte. "Vielleicht kommen die heute Nacht", sagte der Mercedes-Pilot. Schumacher war am 25. August 1991 in Spa beim ersten seiner bislang 250 Rennen auch als Siebter gestartet, aber nach nur wenigen hundert Metern wegen eines Kupplungsschadens ausgerollt.
Am Sonntag will er weiter kommen, zumal auf die Fahrer nach Meinung von Red-Bull-Pilot Vettel "kein Sprint, sondern eher ein Langstreckenrennen" wartet. Erstmals seit 1993 ist in der Formel 1 kein Nachtanken erlaubt, sodass die Piloten mit rund 230 Litern Benzin im Tank das Rennen aufnehmen.
Mit Vettel an der Spitze. Der 22 Jahre alte Heppenheimer freute sich riesig über die Pole Position. "Das ist natürlich ein hervorragendes Ergebnis, damit hätte bei uns nicht jeder gerechnet. Ich war der Meiunung, dass wir ein gutes Auto haben. Aber gestern Abend hatte ich ehrlich gesagt so einen Hals, weil es nicht richtig funktioniert hat", sagte Vettel: "Heute bin ich wohl mit dem besseren Fuß aufgestanden, denn es lief von Anfang an besser."
In 1:54,101 Minuten - 1,4 Sekunden schneller als Schumacher - verwies Vettel die Ferrari-Piloten Felipe Massa aus Brasilien (Vettel: "Es ist schön, dass er wieder bei uns ist") und Fernando Alonso aus Spanien auf die Positionen zwei und drei. Noch zwei Plätze vor Schumacher landete sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, der damit aber "nicht so richtig" zufrieden war. "Ich hatte eigentlich auf die Pole gehofft, auch wenn ich das nicht gesagt habe", erzählte der 24-Jährige: "Red Bull und Ferrari sind einfach im Moment noch schneller, zumindest waren sie es heute. Ich bin deshalb nur einigermaßen zufrieden, ein vierter Platz wäre besser gewesen."
Schumacher machte nach dem Qualifying einen recht entspannten Eindruck, beim obligatorischen Wiegen huschte sogar ein kleines Lächeln über sein Gesicht. "Nico war bisher das ganze Wochenende schneller, ich war schon ein bisschen erstaunt, wie sehr sich die endgültige Konfiguration des Autos von der bei den Testfahrten unterscheidet", sagte er: "Ich muss zugeben, dass ich auch noch nicht so den Rhythmus für die eine schnelle Runde gefunden habe, da muss ich noch dran arbeiten."
Für seine Freunde Vettel und Massa, der erstmals nach seiner langen Verletzungspause wieder dabei war, fand Schumacher lobende Worte: "Sebastian und Felipe waren herausragend."
Mit einer Ein-Stopp-Strategie will Schumacher im Rennen dennoch seine immense Erfahrung ausspielen. "Wenn du zweimal in die Box musst, ist das Rennen gelaufen. Wenn wir es schaffen, mit einem Stopp durchzufahren, ist vielleicht noch ein gutes Ergebnis möglich", sagte der Rekordweltmeister, der ein dickes Lob vom dreimaligen Champion Niki Lauda erhielt. "Das war eine perfekte Leistung von Michael nach drei Jahren Pause. Er wird kommen, da kann ich alle beruhigen, aber er wird zwei, drei Rennen brauchen", sagte der Österreicher.
Mercedes-Sportchef Norbert Haug war mit dem ersten Qualifying eines Silberpfeil-Werksteams seit 55 Jahren zufrieden. "Platz fünf und sieben geht für unsere Premiere zunächst mal in Ordnung", sagte er: "Aber bald wollen wir samstags zwei Reihen weiter nach vorne kommen. Michael hat sich nach seiner langen Pause überzeugend zurückgemeldet, das Rennen wird ihm noch besser liegen als das erste Qualifying nach so langer Zeit."
Als viertbester der sechs deutschen Fahrer schaffte es Adrian Sutil im Force-India-Mercedes ebenfalls in die letzte Runde der besten zehn Fahrer und landete am Ende auf dem zehnten Startplatz. Neuling Nico Hülkenberg kam bis in die zweite Runde und wird am Sonntag von Rang 13 in sein erstes Rennen in der Königsklasse gehen.
Dagegen schied Timo Glock schon im ersten Durchgang der Qualifikation aus. Als 19. war der Virgin-Pilot aber immerhin der beste Fahrer aus den drei neuen Teams. "Keiner hat geglaubt, dass wir als neues Team herkommen und auf Anhieb in die Top Fünf fahren", sagte Glock: "Wenn das so wäre, hätten die anderen etwas falsch gemacht."
(SID)
13.03.2010 16:39 Uhr







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