Im Zusammenhang mit der Selbstmordserie bei France Télécom hat die französische Gewerbeaufsicht schwere Vorwürfe gegen die Telefongesellschaft erhoben. Wie die Zeitungen "Le Parisien" und "Aujourd'hui en France" berichten, übergab das Amt den Justizbehörden einen Bericht, in dem der Konzernführung eine "ernsthafte Gefährdung der Mitarbeiter" und "Mobbingmethoden" vorgeworfen werden.
Ausdrücklich verweisen die Arbeitsinspektoren auf "die Politik des Konzernumbaus und des Managements" seit 2006. Die Konzernspitze sei "so manches Mal" auf die Folgen ihrer Unternehmenspolitik für die Gesundheit der Mitarbeiter hingewiesen worden.
Verantwortlich für die vielen Selbstmorde sei die oberste Führungsebene, darunter der ehemalige Konzernchef Didier Lombard. Die Verantwortlichen auf regionaler Ebene hätten lediglich die Entscheidungen und Methoden umgesetzt, die auf höchster Ebene getroffen worden seien, heißt es demnach in dem 82-seitigen Bericht an die Pariser Staatsanwaltschaft.
Seit 2008 haben sich mehr als 40 Mitarbeiter von France Télécom das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür den rasanten Konzernumbau mitverantwortlich, durch den viele Mitarbeiter versetzt und Arbeitsabläufe verändert würden.
(AFP)
13.03.2010 20:11 Uhr


