Bei den Kommunal- und Regionalwahlen in Russland hat sich die Partei von Ministerpräsident Putin, trotz deutlicher Einbußen, wieder als stärkste Kraft etablieren können.
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Die russische Regierungspartei Einiges Russland ist als Siegerin aus den Kommunal- und Regionalwahlen hervorgegangen, hat aber deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Wie die Wahlkommission mitteilte, erreichte die Partei von Ministerpräsident Wladimir Putin in der wirtschaftlich wichtigen Region Chabarowsk im äußersten Osten des Landes mehr als 48 Prozent der Stimmen. In Swerdlowsk mit der Wirtschaftsmetropole Jekaterinburg kam die Kreml-Partei auf 40 Prozent, in der dünn besiedelten Region Jamalo-Nenez konnte sie sogar 86 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
Rund 32 Millionen Menschen waren am Sonntag aufgerufen, in insgesamt acht Regionen die Regionalparlamente neu zu wählen. In mehreren Städten wurden zudem neue Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt. In der sibirischen Stadt Irkutsk verlor Einiges Russland den Posten des Bürgermeisters an den Kandidaten der Kommunisten, der 62 Prozent der Stimmen erreichte. Insgesamt ging die Kommunistische Partei als Zweitplatzierte aus den Wahlen hervor und erreichte zwischen 18 und 24 Prozent der Stimmen in den einzelnen Regionen. Kommunisten-Chef Gennadi Sjuganow gab sich zufrieden mit den Ergebnissen. "Die Wähler haben uns erhört und uns aktiv unterstützt", sagte er laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
Nationalisten auf Platz drei
Die ultranationalistische Liberal-Demokratische Partei (LDPR) landete den Ergebnissen zufolge mit sechs bis 16 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz. Parlamentssprecher Boris Gryslow, der Putins Kreml-Partei angehört, gestand die Probleme seiner Partei bei den Wahlen vom Sonntag ein. "Wir brauchen die Verluste auf der regionalen Ebene, damit wir die Gründe dafür verstehen und korrigieren können", hieß es in einer Erklärung seiner Partei.
Den Wahlen vom Sonntag waren mehrere Demonstrationen gegen die Regierung in Moskau in den vergangenen Wochen vorausgegangen. So waren aus Protest gegen die steigenden Lebenshaltungskosten im Norden Russlands Ende Februar 1500 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei wurde auch der Rücktritt Putins gefordert. Ende Januar demonstrierten rund 10.000 Menschen in Kaliningrad. Großdemonstrationen sind in Russland normalerweise selten, da Kundgebungen der Opposition oft schon im Vorfeld verboten werden oder die Polizei hart gegen Demonstranten vorgeht.