Bangen um Entführte

Leichen im Norden Jemens entdeckt

Im Norden des Jemen sind fünf verkohlte Leichen entdeckt worden. Entgegen erster Befürchtungen handelt es sich offenbar nicht um die deutsche Familie, die dort im Juni 2009 entführt wurde.

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Die Lage in der nordjemenitischen Region Saada ist angespannt. Hier sollen die deutschen Geiseln zuletzt festgehalten worden sein.

In der jemenitischen Wüste sind fünf verkohlte Leichen gefunden worden, die Befürchtungen über ein grausames Ende der dort vor Monaten entführten fünfköpfigen Familie aus Sachsen wachgerufen haben. Entwarnung gab am Montagnachmittag Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den sterblichen Überresten, die im Jemen gefunden worden sind, nicht um unsere entführten deutschen Landsleute", erklärte er. Bei seiner Einschätzung stützt sich das Auswärtige Amt auf Informationen von Experten, die im Jemen mit der Identifizierung der Leichen befasst waren.

Die Bundesregierung werde wie bisher alles daran setzen, dass die Geiseln frei kommen, sagte Westerwelle. Noch Stunden zuvor hatte sich der Außenminister besorgt über das Schicksal der im Jemen vermissten Deutschen geäußert. Die Behörden in Sanaa vermuten, dass es sich bei den verkohlten Leichen, die an der Grenze zwischen den nördlichen Provinzen Saada und Al-Jawf entdeckt wurden, um Flüchtlinge aus Somalia handelt. Der Provinzgouverneur von Al-Jawf, Hussein Hasib, sagte der jemenitischen Zeitung "26. September": "Wir gehen davon aus, das es sich um Somalier handelt, aber wir warten erst noch den DNA-Test ab."

In der Gegend war das Ehepaar aus Sachsen mit drei Kindern im Juni 2009 entführt worden. Von ihnen und einem ebenfalls verschleppten Briten fehlt bislang jede Spur. Eine Koreanerin und zwei Bibelschülerinnen aus Lemgo, die zusammen mit der deutschen Familie verschleppt worden waren, hatten die Entführer damals direkt erschossen. Die jemenitische Regierung hatte die schiitischen Houthi- Rebellen für die Entführung und Ermordung der Ausländer verantwortlich gemacht. Diese hatten jedoch erklärt, sie hätten damit nichts zu tun. Durch das Gebiet, in dem nun die fünf Leichen gefunden wurden, ziehen häufig Flüchtlinge. Die meisten kommen mit Booten aus Somalia in den Jemen, um sich anschließend von Menschenschmugglern über die Grenze nach Saudi-Arabien bringen zu lassen, wo sie darauf hoffen, Arbeit zu finden.

(dpa, N24)

15.03.2010 17:57 Uhr

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