Nach Tanker-Rückschlag

A400M soll EADS-Exportschlager werden

Nach dem gescheiterten US-Tankflugzeug-Auftrag setzt EADS verstärkt auf den Militärtransporter A400M. Das Flugzeug soll zum Exportschlager werden. Erste Maschinen werden im Jahr 2013 ausgeliefert.

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Erst drohte EADS beim A400M ein finanzielles Fiasko. Jetzt soll der Transporter sogar zum Kassenschlager werden.

Um mit dem A400M noch Geld zu verdienen, will der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS das Flugzeug zum Exportschlager machen. 500 Maschinen des Typs will der Konzern daher künftig exportieren - davon 200 in die USA. Die Vermarktungskampagne will der Chef der EADS-Sparte Airbus Military, Domingo Urena, allerdings nicht übereilt angehen. Die Bestellungen der Erstkäufernationen hätten oberste Priorität, sagte er. Zu den Käuferländern gehören neben Deutschland auch Frankreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, Großbritannien und die Türkei.

Nach dem gescheiterten Tankflugzeug-Auftrag aus den USA hat EADS Urena zufolge nichts über mögliche Änderungen bei der Ausschreibung erfahren. EADS war vergangene Woche der Entscheidung seines US-Partners Northrop Grumman gefolgt und hatte eine erneute Bewerbung um den 35 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag abgelehnt. Als Grund nannten beide Unternehmen, dass die Ausschreibung das Modell des Konkurrenten Boeing bevorteile. In einer früheren Entscheidung der US-Luftwaffe hatten Northrop Grumman und EADS den Zuschlag erhalten. Nach Beschwerden von Boeing wurde der Auftrag daraufhin neu ausgeschrieben.

EADS will die ersten Exemplare des verspäteten Militärtransporters Airbus A400M in drei Jahren ausliefern. Vier Maschinen sollten im Jahr 2013 an die Käufernationen gehen, sagte Urena. Ein Jahr darauf sollen es bereits doppelt so viele Flugzeuge sein, bevor im Jahr 2016 eine Jahresproduktion von 24 Maschinen erreicht werde. Der A400M hat wegen Verzögerungen, Sonderansprüchen und technischer Probleme den Zeit- und Kostenrahmen gesprengt. Die Kosten sind von anfänglich 20 Milliarden Euro für 180 Flugzeuge auf mehr als 25 Milliarden Euro gestiegen. Die Staaten, die die Transporter bestellt haben, wollen sich nun mit 3,5 Milliarden Euro an den Zusatzkosten beteiligen. EADS rutschte wegen erneuter Belastungen aus dem Programm im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen.

(dpa, N24)

15.03.2010 16:41 Uhr

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