Das gespannte Klima im Nahen Osten hat sich in heftigen Unruhen in Ost-Jerusalem und im Gazastreifen entladen. Es gab zahlreiche Festnahmen und Verletzte. Nach der harschen Kritik am geplanten Siedlungsbau in Ost-Jerusalem gingen die USA unterdessen wieder ein Stück auf Israel zu.
Zur "Verteidigung Jerusalems" gingen im Ostteil Jerusalems zahlreiche Palästinenser auf die Straße. Sie protestierten vor allem gegen die von ihnen als Provokation empfundene Einweihung der restaurierten Hurwa-Synagoge im jüdischen Viertel der Altstadt am Montag. In mehreren arabischen Vierteln kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der israelischen Polizei, die nach eigenen Angaben 60 Palästinenser festnahm. 14 Beamte und dutzende Demonstranten wurden verletzt. Ins Krankenhaus eingeliefert wurden vier Beamte und 16 Demonstranten.
Aus Verärgerung über die Synagogen-Einweihung hatte die radikalislamische Hamas zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Dem folgten tausende Palästinenser in verschiedenen Städten und Flüchtlingslagern im von der Hamas regierten Gazastreifen. Sie verurteilten zugleich die israelische Siedlungspolitik. Der Vize-Chef des Hamas-Politbüros, Mussa Abu Marsuk, rief zu einer neuen Intifada auf. "Jeder Palästinenser muss sich gegen die Besatzungskräfte erheben", sagte er dem arabischen Sender El Dschasira.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zur Ruhe und zur Zurückhaltung in Jerusalem auf. Er bekräftigte zugleich, dass der Siedlungsbau in israelisch besetzten Gebieten gemäß internationalem Recht illegal sei.
Nach der harschen Kritik am geplanten Siedlungsbau in Ost-Jerusalem gingen die USA indes wieder ein Stück auf Israel zu. US-Außenministerin Hillary Clinton sprach in Washington von "unverwüstlichen" Verbindungen zwischen den USA und Israel.
Auch ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, der Streit wegen des Siedlungsbaus werde die "unverwüstliche Verbindung" zu Israel nicht erschüttern. Die Verbindungen der USA mit Israel seien ein Beispiel dafür, dass reife diplomatische Beziehungen auch überlebten, wenn es Meinungsverschiedenheiten gebe. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte in Jerusalem, er sei über Clintons "warmherzige Worte" erfreut.
Der US-Sondergesandte George Mitchell hatte zuvor kurzfristig seinen Besuch in Israel verschoben. Mitchell sollte ursprünglich in dieser Woche in Israel und im Westjordanland um die Wiederaufnahme indirekter Friedensgespräche werben.
(AFP)
16.03.2010 21:44 Uhr









