An Grundschulen sollen verstärkt Bildungsbündnisse entstehen, um benachteiligte Kinder besser zu unterstützen. Dafür stellt der Bund in dieser Legislaturperiode eine Milliarde Euro bereit, wie Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) auf der Bildungsmesse didacta in Köln ankündigte. Sie drängte zudem auf eine Grundgesetzänderung für eine bessere Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Bildungspolitik.
Jede der 16.400 Grundschulen in Deutschland braucht nach Ansicht Schavans ein Bildungsbündnis, in dem Schulen etwa mit Vereinen, Wirtschaft oder Kommunen zusammenarbeiten. Ein besonderes Augenmerk soll auf Schulen in sozialen Brennpunkten gelegt werden. Jede Brennpunktschule soll deshalb über ein Bildungsbudget von 20.000 bis 40.000 Euro verfügen, um damit für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Das Geld soll im Rahmen der Bildungsbündnisse zum Beispiel für Förderunterricht, Ferienkurse, aber auch für kulturelle oder sportliche Angebote eingesetzt werden.
Schavan machte sich zudem erneut dafür stark, dem Bund mehr Einfluss in der Bildungspolitik zu verschaffen. Die Kooperationsmöglichkeiten im Grundgesetz sollten erweitert werden, sagte Schavan laut Redetext bei der didacta-Eröffnung. Bisher gestatte die Verfassung Bund und Ländern die Zusammenarbeit nur, wenn es bei Studien oder Analysen um die Feststellung der Leistungsfähigkeit im Bildungsbereich gehe. Was spreche aber dagegen, dass Bund und Länder sich darauf verständigten, die Leistungsfähigkeit nicht nur gemeinsam festzustellen, sondern gemeinsam sicherzustellen, fragte Schavan.
Wenn es den Kindern nütze, dass Bund, Länder, Kommunen und weitere Partner in Bildungsfragen zusammenarbeiteten, müssten sie das auch tun, sagte die Bildungsministerin. "Wir brauchen neue Formen der Zusammenarbeit im Bildungsbereich, die sich an Verantwortung und nicht allein an Zuständigkeiten orientieren."
(AFP)
16.03.2010 14:45 Uhr









