Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi hat dem deutschen Unternehmen Siemens und dem finnischen Handyhersteller Nokia vorgeworfen, zur Unterdrückung in ihrem Heimatland beizutragen. Westliche Firmen, die mit dem Iran Geschäfte machten, würden die Opposition im Iran untergraben, sagte sie im Radiosender France Culture. Wenn Siemens und Nokia Software an den Iran verkauften, trage das zu weiterer Zensur und Repression bei, erklärte sie. Ebadi forderte schärfere Sanktionen gegen den Iran.
Menschenrechtsorganisationen hatten Siemens vorgeworfen, der iranischen Regierung Internetüberwachungs-Technologie verkauft zu haben. Im Januar erklärte deren Finanzvorstand Joe Kaeser, dass die Verantwortung für das Iran-Geschäft Nokia trage, mit dem Siemens das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) betreibt.
Eine NSN-Sprecherin erklärte, ihr Unternehmen akzeptiere in keiner Weise den Missbrauch von Telekommunikations-Technologien. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Gesellschaften und beim demokratischen Fortschritt. Nokia hatte zuvor bereits eingeräumt, dass an den Iran verkaufte Technologie zum Abhören von Telefongesprächen genutzt werden könne, nicht aber zur Internetüberwachung.
(AFP)
16.03.2010 21:01 Uhr





