Schwarze Zahlen

Porsche verkauft sich wieder

Die mageren Zeiten sind bei Porsche vorbei. Der Sportwagenbauer verdiente im ersten Halbjahr fast 900 Millionen Euro. Einen hohen Buchverlust wird allerdings Porsches VW-Beteiligung einbringen.

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In Nordamerika verlor Porsche fast 16 Prozent Absatz, in Europa rund 6 Prozent. Im Rest der Welt konnte Porsche dagegen um 20 Prozent wachsen.
Prior Design individualisiert den Porsche 911 GT3
Ein umfangreiches Karosserie-Tuning macht den Sportler zum echten Hingucker
Die überarbeitete Frontpartie mit Karbon-Spoilerschwert und Karbon-Inlets
Die neu gestaltete Rückansicht mit Diffusor und Serien-Heckflügel
TechArt: Tuning für den Porsche Panamera
Ein neues Aerodynamik-Kit veredelt die Limousine
Ein fester Spoiler kennzeichnet die Heckpartie
Das Anbauteil ist dezent aber präsent
Auch oben am Fenster gibt es eine Abrisskante
Im Felgenprogramm sind 21- und 22-Zöller
Sportliche Optik dank neuer Frontschürze
Kleine Blenden für die Heckleuchten
Das Trio ist komplett: Tuning für alle drei
Mit dem neuen Boxster Spyder setzt Porsche auf Purismus
Das weit nach hinten reichende Stoffverdeck dient nur als leichter Wetterschutz
Auffälligstes Merkmal des Boxster Spyder sind die Hutzen auf dem Heckdeckel
Zudem gibt es einen feststehenden Heckspoiler
Mit offenem Verdeck sind bis zu 267 km/h drin
Schlaufen anstelle der klassischen Türöffner sparen Gewicht ein
Die neue Boxster-Variante soll an Porsche-Legenden wie den 550 Spyder von 1955 erinnern
Auffallendes Merkmal des 550 Spyder war die flache Frontscheibe
Konzeptionell mit dem 550 Spyder verwandt war der 718 Spyder von 1957
Diese 718-Version mit großen Heckbuckel könnte das Vorbild für den Boxster Spyder sein
Ebenfalls mit Rundungen: Der 1989 in Kleinserie entstandene Porsche 911 Speedster
1993 folgte eine erneute Kleinauflage des Speedster-Elfer
Porsche selbst sieht beim Boxster Spyder Anleihen an den Carrera GT von 2002
Auch der aktuell im Motorsport eingesetzte RS Spyder inspirierte die Porsche-Designer
Porsche Panamera von Mansory: Neuer Dress aus PU-RIM und Karbon
Ein Diffusor und ein eckiges Auspuffende bestimmen das Heck
Die Schürzen vorn und hinten wirken mächtig
In den Lufteinlässen strahlen Tagfahr-LED
Auffällig sind auch die mächtigen Luftauslässe in den hinteren Kotflügeln
Ein Jugendbild von Ferry Porsche: Schon mit zehn Jahren bekam er sein eigenes Auto
Ein Jugendbild von Ferry Porsche: Schon mit zehn Jahren bekam er sein eigenes Auto
Ferry selbst leitete 1934 die Erprobungsfahrten der Volkswagen-Prototypen.
Im Herbst 1944 wurde das Konstruktionsbüro von Stuttgart nach Gmünd in Kärnten ausgelagert. In Österreich wurde 1948 auch der Ur-Porsche entwickelt.
Nachfolger des Ur-Porsche wurde der 911er, der 1963 vorgestellt wurde. Hier im Bild Vater Ferry (l) und Sohn Ferdinand Alexander bei der Erprobung der ersten Modelle.
Erfolgreicher Geschäftsmann: Bis 1965 wurden rund 78.000 Porsche 356 gebaut
Im Jahr 1969 ging Ferry Porsche eine nicht unumstrittene Kooperation mit den Wolfsburgern ein.
Ferry Porsche (rechts) an der Strecke mit Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein
Ferdinand Porsche stand über zwei Jahrzehnte an der Spitze der Stuttgarter Sportwagenschmiede.
1971 beschlossen die Familien Porsche und Piëch, zukünftig keine Managementposten mehr mit Familienangehörigen zu besetzen. Ein Jahr später wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Ferry Porsche wurde Chef des Aufsichtsrats. Dieses Amt hatte er bis 1990 inne. Ferdinand Porsche starb 1998 im Alter von 88 Jahren.

Porsche hat im ersten Halbjahr fast 900 Millionen Euro verdient. Im Gesamtjahr rechnet der Autobauer allerdings mit Milliardenverlusten. Ursache der roten Zahlen ist nicht der schleppende Verkauf von Sportwagen, sondern die Beteiligung am VW-Konzern. VW plant in den nächsten Monaten eine Kapitalerhöhung. Daran will Porsche sich nicht beteiligen. Nach der Kapitalerhöhung wird der Porsche-Anteil an VW kleiner sein. Porsche wird den Wert von VW in seinen Büchern daher senken und so Verluste hinnehmen müssen.

Für das am 31. Juli endende Geschäftsjahr 2009/10 rechnet die börsennotierte Holdinggesellschaft Porsche SE mit einem "voraussichtlich niedrigen einstelligen" Milliardenverlust, wie es im Halbjahresbericht vom Mittwoch hieß. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Porsche-Verlust beim Vorsteuerergebnis 4,4 Milliarden Euro betragen. Porsche SE hält etwas mehr als die Hälfte am Sportwagengeschäft der Porsche AG sowie knapp über der Hälfte der VW-Stammaktien.

Schulden deutlich reduziert

Die Nettoverschuldung der Porsche SE lag Ende Januar bei 6,1 Milliarden Euro. Ende Juli 2009 waren es noch 11,4 Milliarden Euro. Seitdem hat VW für 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte des Porsche-Sportwagengeschäftes gekauft. Hintergrund der Milliarden-Transaktionen ist die gescheiterte Übernahme von Volkswagen durch Porsche im Jahr 2009. Die Wolfsburger waren schließlich als Retter bei dem Sportwagenbauer eingestiegen, weil Porsche sich mit riskanten Aktiengeschäften verspekuliert hatte. VW hatte dazu in einem ersten Schritt fast 50 Prozent der Anteile am Sportwagengeschäft der Porsche AG gekauft. Bis 2011 soll die Fusion abgeschlossen sein und Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert sein.

Im Porsche-Kerngeschäft, dem Sportwagenbau, wurde der Absatzrückgang weitgehend gestoppt. Der Verkauf ging in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres nur noch leicht um 1,7 Prozent auf 33.670 Fahrzeuge zurück. Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 war der Absatz noch um fast 24 Prozent eingebrochen. Mit dem Sportwagenverkauf erzielte Porsche ein operatives Ergebnis von 329 Millionen Euro. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro. Zum Gesamtergebnis von 871 Millionen Euro der Porsche SE trug außerdem der VW-Konzern anteilig bei.

Cayenne bleibt Topseller

Die neue Limousine Panamera legte einen guten Start hin mit 8.326 abgesetzten Einheiten. Die meistverkaufte Baureihe blieb trotz eines Rückgangs um 20 Prozent der Geländewagen Cayenne. Der Absatz des Kernmodells 911 brach um 45 Prozent auf 7.493 Einheiten ein. Die Boxster-Baureihe wuchs dagegen um 11,3 Prozent auf 4.397 Einheiten. In Nordamerika verlor Porsche fast 16 Prozent Absatz, in Europa rund 6 Prozent. Im Rest der Welt konnte Porsche dagegen um 20 Prozent wachsen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2009/10 geht Porsche weiterhin davon aus, einen Absatz über dem Vorjahreswert von 75.238 Fahrzeugen zu erreichen.

(apn, N24)

17.03.2010 16:44 Uhr

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