Bayern planen Zukunft

Van Bommel bleibt - Timoschtschuk will weg

Der FC Bayern klärt vor den wichtigen Spielen der nächsten Wochen schon mal Personalia für das kommende Jahr. Kapitän Mark von Bommel hängt noch ein Jahr dran, Anatoli Timoschtschuk gibt dagegen auf.

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Mark van Bommel bleibt Bayerns Leader, Anatoli Timoschtschuk hat vergebens versucht, einer zu werden.
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Die Mission zum Mond treten sie gemeinsam an: Die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (v.l.n.r.) von der Besatzung Apollo 11 im Juli 1969. Es ist aber Armstrong, der den Mond als Erster betritt. Nur knapp 20 Minuten später ...
... folgt ihm Aldrin. Diese lächerlich kleine Zeitspanne kosten ihn den ganzen Ruhm, den Armstrong als erster Mann auf dem Mond einfährt. Die Mondlandung wird auf ewig mit Armstrong verbunden sein. Ironie des Schicksals: Eines der bekanntesten Fotos ...
... von diesem geschichtsträchtigen Ereignis zeigt nicht, wie oft behauptet, Neil Armstrong, sondern Edwin Aldrin. Sein Kollege spiegelt sich in Aldrins Visier. Am 20. Januar 2010 wird Aldrin nun ...
... 80 Jahre alt. Und hat offenbar mit der Sache seinen Frieden geschlossen: "Neil sollte der erste Mann sein, der auf dem Mond herumläuft, ich bin der erste Mann, der auf dem Mond in die Hose pinkelte."
Im Wettkampf die Nummer zwei zu sein, ist für Sportler besonders hart. Michael Ballack kann davon ein Liedchen singen. Keine Frage, der Fußballer hat Erfolg, wurde u.a. viermal Deutscher Meister und vom Verband Deutscher Fußballjournalisten ...
... dreimal zum "Fußballer des Jahres" gewählt. Aber Ballack hat auch schon ganz oft um Haaresbreite die bedeutenden Titel verfehlt: Bei der WM 2002 und EM 2008 wird er mit der Nationalmannschaft Vizemeister, bei der WM 2006 (Bild) Dritter.
Mit Bayer Leverkusen 04 steht er 2002 und mit seinem derzeitigen Verein FC Chelsea 2008 im Champions-League-Finale (Bild). Aber es soll nicht sein - Ballack fährt ohne Sieg nach Hause.
Unter anderen Umständen wäre Ralf Schumacher eventuell mehr Aufmerksamkeit zuteil geworden. Gut, der Rennfahrer darf in seiner 10-jährigen Formel-1-Karriere nur einmal ...
... aufs höchste Siegertreppchen - 2002 für BMW. Und seine höchste Position bei der WM ist Platz vier. Aber immerhin, einen Vertrag bei der Formel 1 muss man auch erstmal bekommen. Wenn man allerdings einen so siegreichen Konkurrenten ...
... in dieser Sportart hat wie Michael Schumacher, kann man das mit der Hochschätzung natürlich vergessen. Zumal der Vergleich bei Geschwistern noch viel direkter gezogen wird.
Und da ist es einfach immer Michael gewesen, der zuletzt und auch am Besten gelacht hat.
In den 1990er Jahren bezwingt Michael Stich Weltklasse-Tennisspieler wie Pete Sampras und Stefan Edberg und ...
... feiert Erfolge, von denen andere nur Träumen können. Sein größter Triumph ist 1991 der Sieg des wichtigsten Tennisturniers: Wimbledon. Hier bezwingt er den Gegner, in dessen Schatten ...
... er immer steht: Boris Becker. Aber Becker bleibt der bessere Spieler, ist der Publikums- und Medienliebling und Weltranglistenerster. Passend dazu ...
... ist Stichs höchste Platzierung in der Weltrangliste: Nummer zwei.
Diese Dame hier spielt ebenfalls hervorragend Tennis. Und die Nummer eins der Welt war sie in dem Sport auch schon. Dennoch hat die Russin Dinara Safina ein Problem. Der Gegner, an dem sie bisher immer wieder gescheitert ist, ist ...
... keine Person, sondern das Grand Slam Turnier an sich. Immer und immer wieder zeigt die Ausnahmesportlerin in den entscheidenden Momenten Nerven. Bei den US Open 2009 erreicht sie nur die dritte Runde. Dabei hat sie drei Matchbälle. Untröstlich ...
... ist sie auch bei den French Open im Juni 2009. Nach ihrer Niederlage im Finale gegen Swetlana Kusnezowa weint Safina bittere Tränen.
Wenn es um den Kampf um Platz eins geht, sind manche zu allem fähig. Bestes Beispiel: Der "Eishexen-Skandal", der im Januar 1994 für Furore sorgte. In den Hauptrollen: Die Eiskunstläuferin Tonya Harding (l.), und ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan (r.).
Die Zuschauer lieben die dunkelhaarige Kerrigan, und auch in den Medien ist sie die Nummer eins. Was ihr Können angeht, so ist sie nicht wirklich besser als ...
... die "Eishexe" Tonya Harding. Der ist sie aber trotzdem zu gut. Und vielleicht auch zu beliebt? Jedenfalls ist Harding die Gegnerin auf Eis ein Dorn im Auge und sie heuert kurz vor der US-Meisterschaft 1994 jemanden an, der das Knie Kerrigans ...
... mit einer Eisenstange attackiert. Die WM gewinnt Harding, der Titel wird ihr später wegen des Attentats aberkannt. Bei den Olympischen Spielen 1994 wird Kerrigan (r.) Zweite, Harding Achte. Das Loser-Image wird Harding nicht mehr los.
Sie ist Hollywoods Liebling, das "nette Mädchen von nebenan". Keine Frau ist dem Herzchen wirklich böse, als sie sich den begehrtesten Mann Hollywoods krallt, ...
... Brad Pitt. Und alle haben unendlich viel Mitleid, als die Gute ihren Ehemann letztlich an ihre Schauspielkollegin ...
... Angelina Jolie (r.) verliert. Seitdem wird Aniston das Image des frustrierten Frauchens, die von Brad für Jolie, dem Sexsymbol Nummer Eins, verlassen wurde, nicht mehr los.
Tokio Hotel stürmen weltweit die Charts und sind Anhimmelungsobjekt unzähliger Teenager. Beziehungsweise wenn man es genauer nimmt, sind es Sänger Bill und Gitarrist Tom (r.) Kaulitz, die für die meisten Mädchen ...
... im Mittelpunkt ihrer Schwärmereien stehen. Gustav Schäfer und Gerog Listing, hier links und rechts im Bild, sind in dem ganzen Zirkus um die Teenie-Band eher Randfiguren. Nur einmal wird dem Schlagzeuger ...
... Gustav mehr Aufmerksamkeit zuteil als den Zwillingsbrüdern: Als er im Sommer 2009 von einem Mann in einem Magdeburger Club mit einem Bierglas attackiert wird, machen die Story und das Bild vom verletzten Gustav in allen Medien die Runde.
In Sachen Frauen hat Sänger Prinz immer ein gutes Händchen: Seine Ex-Frauen, Tänzerin Mayte und ...
... Sängerin Manuela, sind beides Augenweiden. Unbestritten ist wohl auch, dass Prince ein begnadeter Komponist und Sänger ist, auch wenn seine Erfolge in den 1980er und 90er Jahren schon etwas zurückliegen. In dieser Zeit wird auch ...
... immer wieder eine Rivalität zwischen ihm und Superstar Michael Jackson thematisiert. Als "King of Pop" entscheidet Michael Jackson dieses Duell klar für sich.
Friedrich Merz gilt einst als Finanzexperte und Hoffnungsträger der CDU. Der begnadete Rhetoriker macht in kurzer Zeit Karriere in der Partei, wird 2000 Fraktionsvorsitzender und, neben Edmund Stoiber und ...
... Angela Merkel, oft als möglicher Kanzlerkandidat gehandelt. Er zieht jedoch den Kürzeren: 2002 wird er von Merkel und Stoiber als Fraktionschef "abgesägt". Seit 2005 ist Merkel ...
... Kanzlerin. Merz hat sich im Sommer 2009 von der Politik verabschiedet. Ein ähnliches Schicksal wie er teilt sein ...
... Politikkollege Wolfgang Gerhardt (r.). Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der FDP hätte 2005 für den Fall einer Regierungsbeteilung seiner Partei Außenminister werden sollen. 2006 übernimmt dann ...
... Guido Westerwelle Gerhardts Posten als Fraktionsvorsitzender. Den gibt er dann Ende 2009 ab, um unter Schwarz-Gelb das Amt des Außenministers auszuführen. Auch so ein Pechvogel ist ...
... Rudopf Scharping. 1994 ist der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz immerhin tatsächlich Kanzlerkandidat der SPD bei der Bundestagswahl. Mit dem Kanzleramt ...
... hat's nicht geklappt. Kurz darauf muss er seinen Parteivorsitz an Oskar Lafontaine abgeben. Unter Rot-Grün macht Gerhard Schröder ihn vom Fraktionsvorsitzenden zum Verteidigungsminister, angeblich gegen Scharpings Willen. Dann kommt ...
... die Beziehung mit Kristina Gräfin Pilati in die Schlagzeilen. Den Wählern stößt die öffentliche Liebelei des Verteidigungsministers ob der auf dem Balkan stationierten deutschen Soldaten übel auf, und auch ...
... in der SPD regt sich Widerstand gegen den "Ersatzmann". Letzten Endes verliert Scharping den Rückhalt seiner Partei: Schröder entlässt den einstigen Kanzlerkandidaten wegen umstrittener Honorarzahlungen in der "Hunzinger-Affäre".
Sie sind seit über 60 Jahren verheiratet: Elisabeth II., Königin von England, und ...
... Prinz Phillip. Wer in der Ehe die Hosen anhat, darüber kann man nur mutmaßen. Fest steht aber, dass bereits vor der Hochzeit klar war, dass Prinz Phillip ...
... stets die zweite Geige spielen würde - ob beim Hofzeremoniell, in Staatsangelegenheiten oder Entscheidungsfragen. Der Mann im Hintergrund, das ist seine Rolle. Aber man hat den Eindruck, dass er damit ganz gut zurecht kommt. Nur manchmal ...
... bricht er mit frechen Sprüchen oder einem Tritt ins Fettnäpfchen aus dieser Rolle aus. Vielleicht auch ein kleiner Trick, um sich so die Aufmerksamkeit zu holen, die ihm sonst immer verwehrt bleibt?
Zu guter Letzt noch zwei Geschichten, die zeigen, dass sich das Blatt auch wenden kann: Jahrelang konkurrieren Jens Lehmann und Oliver Kahn darum, wer denn nun in der Fußballnationalschaft den Ball halten darf. Lange ist es Oliver Kahn, der ...
... zum Leidwesen Lehmanns Stammkeeper der deutschen Fußball-Elf ist. Nationaltrainer Jürgen Klinsmann dreht 2006 den Spieß um und verpasst Lehmann ...
... zur WM 2006 in Deutschland das Trikot mit der Nummer eins. Kurz darauf gibt Kahn auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er als zweiter Torhüter zur Verfügung stehe. Aus Nummer eins wird Nummer zwei. Kahn zeigt sich zudem als ...
... fairer "Verlierer", als er Lehmann bei der WM vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien mit dieser Geste Mut zuspricht.
Und auch für ihn ist alles gut geworden: Regisseur Martin Scorsese wird erstmals 1981 für einen Oscar nominiert, geht aber leer aus. Diese Enttäuschung macht er bis 2007 noch insgesamt 8 Mal mit. Und dann klappt es endlich mit dem ...
... Goldjungen. Scorsese wird als bester Regisseur für "Departed - Unter Feinden" ausgezeichnet. Sein ironischer Kommentar: "Könntet Ihr den Umschlag bitte nochmal prüfen?" Manchmal zahlt sich ein bisschen Geduld eben aus ...
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Seit 39 Jahren ist Uli Hoeneß fest mit dem FC Bayern München verbunden. Angefangen als Spieler und anschließend als Manager formt er den Verein zum deutschen Rekordmeister. Eine lange Zeit in der viel passiert ist.
Ulrich "Uli" Hoeneß beginnt seine Fußballkarriere in seiner Heimatstadt Ulm. Aber schon als 18-jähriger wechselt er in den Profikader des FC Bayern München und geht dort als Außenstürmer erfolgreich auf Torejagd.
Zusammen mit seinem Sturmpartner Gerd Müller schafft Hoeneß es, 53 Tore in einer Saison zu schießen. Absoluter Rekord bis zum Jahr 2009, als die Bestmarke von den Wolfsburgern Dzeko/Grafite um ein Tor überboten wird.
Mit den Bayern holt er nahezu alles, was es zu gewinnen gibt. Wie beispielsweise der Sieg im Europapokal der Landesmeister 1976 (heutige Champions League).
"Außenstürmer" Hoeneß erhält den Spitznamen "schnellster lebender Stürmer Europas“. Er läuft die 100 Meter damals in 11,0 Sekunden - heute kaum vorstellbar.
Hoeneß wird bald auch Stammspieler in der Nationalmannschaft, in der er bereits im März 1972 sein Debüt gibt.
1974 nimmt er während der Weltmeisterschaft an allen sieben WM-Spielen teil und wird ...
... durch ein 2:1 im Finale gegen Holland Weltmeister.
Im Finale der Europameisterschaft 1976 vergibt er seinen Elfmeter gegen die CSSR, die daraufhin Europameister wird. Dieser Fauxpas verfolgt ihn noch heute.
In seiner aktiven Karriere wird er Weltmeister und Europameister mit der Nationalelf, je dreimal Deutscher Meister und Europapokalsieger der Landesmeister und einmal DFB-Pokal-Sieger mit den Bayern.
Ein einziges Mal wird Hoeneß den Bayern "untreu" und spielt in der Saison 1978/79 für den 1. FC Nürnberg. Nach nur elf Spielen und keinem Tor muss er jedoch seine Fußballschuhe an den Nagel hängen.
Ein irreparabler Knieschaden zwingt den gerade 27 Jährigen zum Beenden seiner Profilaufbahn. Dem Fußball bleibt er aber weiter treu. Er kehrt zum ...
... FC Bayern zurück und wird 1979 der jüngste Manager in der Fußball-Bundesliga. Hier ist er neben dem ehemaligen Bayern-Manager Robert Schwan zu sehen.
Fortan ist der Erfolg des FC Bayern München fest mit dem Namen Uli Hoeneß verbunden. Bei seinem Amtsantritt hat der Verein einen jährlichen Umsatz von 6 Millionen Euro und dabei 3,5 Millionen Euro Schulden.
Unter der Führung Hoeneß' wird der FC Bayern zu einem der wirtschaftlich solidesten Vereine Europas und zur unangefochtenen Nummer eins in der Bundesliga. Kurzum: zum meistgeliebten und meistgehassten deutschen Fußballverein.
Vom Merchandising amerikanischer Sportvereine inspiriert, führt Hoeneß bereits in den 70er Jahren zahlreiche Bayern-Fanartikel ein. Dieses in Deutschland bis dato unbekannte Marketing-Instrument bringt großen wirtschaftlichen Erfolg.
Nebenbei ist Hoeneß Gesellschafter der HoWe Wurstwaren KG Nürnberg. Die Firma, gegründet 1983, wird von seinem Sohn Florian als Geschäftsführer geleitet. Beliefert werden etwa Aldi und das Bierzelt von Feinkost Käfer auf der Wiesn. Glück ...
... hat der beruflich erfolgreiche Hoeneß am 17. Februar 1982. Er überlebt als einziger Passagier den Absturz eines zweimotorigen Propellerflugzeuges.
Und auch für den Verein scheffelt Hoeneß Geld. Zahlreiche Sponsorenverträge sichern Millioneneinnahmen. Ein Hauptsponsor ist Audi. Vom Autobauer bekommt jeder Bayern-Spieler einen Dienstwagen gestellt.
Für seine Manager- und Unternehmerleistung wird Hoeneß sogar mit Preisen ausgezeichnet. Als erster Fußballmanager erhält er den Preis der Marketing-Zeitschrift "Horizont" für den Unternehmer des Jahres 1999.
Das Prestigeobjekt seiner Managertätigkeit ist der Bau der Allianz Arena, eines gigantischen Fußballtempels, mit Platz für fast 70.000 Zuschauer. Der FCB ist Besitzer des Stadions und trägt hier seit 2005 seine Heimspiele aus.
Die Erfolge als Bayern-Manager sind natürlich eng mit dem sportlichen Erfolg des Vereins verbunden. Und diese sind beim deutschen Rekordmeister zahlreich: ...
So gewinnen die Bayern unter anderem 2001 die Champions League und werden im gleichen Jahr Weltpokal-Sieger.
Doch nicht nur bei Siegen ist Hoeneß immer nah beim Team, auch bei Niederlagen steht er den Spielern bei. 1999 bei der legendären Finalniederlage gegen Manchester United in der Champions League.
Hoeneß ist zudem dafür bekannt, zu einigen Kollegen kontroverse Beziehungen zu pflegen. Er liefert sich etwa Wortgefechte mit Willi Lemke - und Christoph Daum wegen dessen "Koksaffäre".
Auch die Bayern-Fans bekommen ihr Fett weg: Berühmt seine Wut-Rede 2007: "Was glaubt ihr eigentlich wer ihr seid, dass wir hier kritisiert werden dafür, dass wir uns seit vielen Jahren den Arsch aufreißen, ..."
Dabei hat Hoeneß bei aller seiner Streitbarkeit auch soziale Seiten. Bei notleidenden Vereinen lässt er etwa die Bayern zu Solidaritätsspielen auflauen.
Beim Abschied des langjährigen Erfolgstrainers Ottmar Hitzfeld fließen bei Hoeneß dann die Tränen.
Privat leistet sich Hoeneß keine "Skandale". So wohnt er in Bad Wiessee/Tegernsee, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Nun verabschiedet sich Hoeneß von seinem Manageramt und wird neuer Präsident des FC Bayern. Er beerbt Franz Beckenbauer, der wiederum Ehrenvorsitzender wird.
Nachfolger auf dem Managerposten wird Christian Nerlinger (l.). Der ehemalige Bayern-Profi tritt in große Fußstapfen, die sein Vorgänger Hoeneß hinterlassen hat.
Ob Hoeneß als neuer Präsident den Ball flach hält und sich aus dem operativen Geschäft raushalten wird? Bei seinem Temperament ist das kaum vorstellbar.

Der Kapitän bleibt an Bord - Mark van Bommel darf auch in der kommenden Saison den "Aggressiv-Leader" beim FC Bayern München spielen. Während der Ausgang des Millionen-Pokers mit Topstar Franck Ribéry erst einmal auf Eis gelegt worden ist, hat der deutsche Fußball-Rekordmeister mit der einjährigen Verlängerung des Vertrages mit dem 32 Jahre alten niederländischen Nationalspieler bis zum 30. Juni 2011 vor den sportlichen "Wochen der Wahrheit" eine weitere zentrale Personalie geklärt.

"Es war mein Wunsch, um ein Jahr zu verlängern", erklärte Mark van Bommel in einer Mitteilung des Vereins. Er deutete aber zugleich an, dass es nicht seine letzte Saison in München sein müsse. "Ich möchte Erfolg mit dieser Mannschaft und Titel gewinnen. Das ist unser Ziel heuer und im nächsten Jahr. Wenn wir das erreichen, werden wir weiter sprechen", kündigte der Mittelfeldspieler an. Van Bommel war im August 2006 für eine Ablöse von sechs Millionen Euro vom FC Barcelona zum FC Bayern gewechselt. In bislang 103 Bundesligaspielen erzielte er elf Tore für den Rekordmeister. Ex-Coach Jürgen Klinsmann machte ihn im Sommer 2008 zum ersten ausländischen Kapitän des FC Bayern.

Timoschtschuk steckt auf

Die Vereinsführung wollte "rechtzeitig vor den nun entscheidenden Wochen" in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal ein Zeichen setzen, wie Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hervorhob. "Mark war in den zurückliegenden Jahren, vor allem aber in den vergangenen Monaten ein guter, wichtiger und stabiler Erfolgsgarant unserer Mannschaft", würdigte Rummenigge die Verdienste des Holländers.

In Trainer und Landsmann Louis van Gaal hat van Bommel einen wichtigen Fürsprecher. Den im vergangenen Sommer für elf Millionen Euro von Zenit St. Petersburg verpflichteten Ukrainer Anatoli Timoschtschuk hat der Kapitän im defensiven Mittelfeld ausgestochen und auf die Bank verbannt. Passend zur Verlängerung von van Bommel berichtete die "Bild"-Zeitung, dass der 30-jährige Timoschtschuk (Vertrag bis 2012) sein Reservistendasein leid sei und bereits um die Freigabe gebeten haben soll. Über eine mögliche Rückkehr nach Russland wird spekuliert.

Bei Ribéry droht Hängepartie

Nach Torhüter Jörg Butt (35) und Abwehrchef Daniel van Buyten (32) hat in van Bommel auch der dritte Ü-30-Routinier in der Münchner Stammelf einen neuen Vertrag erhalten. An der Seite des ins zentrale Mittelfeld versetzten Nationalspielers Bastian Schweinsteiger zeigte er sich in der Rückrunde deutlich formverbessert. Zuletzt erzielte van Bommel zudem gegen den AC Florenz ein wichtiges Tor beim Einzug ins Champions-League-Viertelfinale. "Er ist ein sehr guter Kapitän und Repräsentant des FC Bayern", betonte Rummenigge.

Während die Vertragsverlängerung mit dem Kapitän nicht überraschend kam, wird der Kampf um Ribéry zu einer Hängepartie mit ungewissem Ausgang. Erst nach den vorentscheidenden kommenden Wochen mit den Top-Spielen in der Bundesliga bei den Titelkonkurrenten Schalke und Leverkusen, dem DFB-Pokal-Halbfinale bei den Schalkern sowie dem Viertelfinale in der Champions League wollen sich der französische Star und die Bayern-Bosse konkret besprechen. "Wir werden sicherlich für Ribéry an Grenzen gehen", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger der "Sport-Bild". Nach Angaben des Magazins soll Ribéry, dessen Vertrag 2011 endet, derzeit vier Millionen Euro netto pro Jahr verdienen. Ribéry, den etliche europäische Top-Clubs jagen sollen, hatte angekündigt, spätestens zur im Juni beginnenden WM Klarheit über seine Zukunft haben zu wollen: "Ich möchte zur Weltmeisterschaft mit einem freien Kopf fahren."

(dpa, N24)

17.03.2010 12:47 Uhr

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