Einen Tag vor dem Treffen des Nahost-Quartetts hat sich die US-Regierung bemüht, die Wogen im Verhältnis zu Israel zu glätten. Präsident Barack Obama lobte im US-Sender Fox News die besonderen Beziehungen zu Israel. Beide Länder verbinde ein "besonderes Band". Der Besuch von EU-Außenministerin Catherine Ashton im Gazastreifen wurde von einem palästinensischen Raketenangriff auf einen Kibbutz überschattet.
Israel sei einer der "engsten Verbündeten" der USA, sagte Obama. Jedoch hätten Freunde auch manchmal "unterschiedliche Ansichten". In diesem Fall bestehe Uneinigkeit darüber, wie der Friedensprozess vorangebracht werden könne.
Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in der vergangenen Woche den Bau von 1600 neuen Wohnungen im annektierten Ostteil Jerusalems ankündigte.
Obama sagte dazu, die Ankündigung des Wohnungsbaus sei das Werk des israelischen Innenministeriums gewesen und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe sich dafür entschuldigt. Obama rief Israelis und Palästinenser auf, das "Vertrauen auf beiden Seiten wieder herzustellen".
Wegen des Streits hatte der US-Sondergesandte George Mitchell am Dienstag kurzfristig seinen geplanten Besuch in Israel und im Westjordanland verschoben.
US-Außenministerin Hillary Clinton hielt sich derweil in Moskau auf, wo am Freitag das Nahost-Quartett aus USA, Russland, Vereinten Nationen und Europäischer Union tagen sollte. Ihr Sprecher Philip Crowley sagte, das Quartett werde "internationale Unterstützung" für indirekte israelisch-palästinensische Gespräche demonstrieren.
Durch die vom Gazastreifen aus abgefeuerte Rakete wurde in Netiw Ha'assera nördlich der Grenze ein Kibbutz-Mitarbeiter aus Thailand getötet. Es war das erste Mal seit dem Ende der Gaza-Offensive im Januar 2009, dass ein Mensch in Israel durch palästinensischen Raketenbeschuss ums Leben kam. Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe Ansar el Sunna, die dem Terrornetzwerk El Kaida nahe steht. Ashton, die sich im Gazastreifen ein Bild von der Verwendung der EU-Hilfsgelder machen wollte, verurteilte die Attacke. Israel kündigte eine "harte" Antwort an
(AFP)
18.03.2010 20:53 Uhr









